Feuerwehr Geislingen
: Sogar der Richter zollt höchsten Respekt

„Herausfordernde Situationen“:  Die Brandserie, die Geislingen in Angst und Schrecken versetzt hatte, war das bestimmende Thema bei der Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr.
Von
Volker Schweizer
Geislingen/Balingen
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Die Feuerwehr Geislingen

Zahlreiche Feuerwehrmitglieder wurden von Gesamtkommandant Marc Brobeil (Zweiter von links) und Bürgermeister Oliver Schmid (links) für langjährige Treue geehrt.

Volker Schweizer
  • Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Geislingen wurde die Brandserie des letzten Sommers thematisiert.
  • Der Feuerteufel wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.
  • Zahlreiche Feuerwehrmitglieder wurden für ihre langjährige Treue geehrt.
  • Bürgermeister lobte die Einsätze und die Funktionalität des Systems.
  • Geislingen richtet im Juli das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Feuerteufel sorgte im vergangenen Sommer landesweit für Schlagzeilen: Im Zeitraum von über sechs Wochen setzte er Scheunen und eine Lagerhalle in Brand. Anfang Februar wurde ihm der Prozess gemacht. Das Landgericht Hechingen verurteilte ihn zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis.

Nur ungern denkt der Kommandant der Gesamtfeuerwehr, Marc Brobeil, an die „belastenden Einsätze“ zurück. Keiner sei mehr zur Ruhe gekommen, und immer wieder habe man sich gefragt, wer denn wohl dahinterstecke. Bei der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung in der „Harmonie“ berichtete er auch über die Ermittlungen, etliche Feuerwehrmitglieder wurden von der Polizei als Zeugen vorgeladen, „wir mussten alles offenlegen, die Ausrückzeiten und wer wann wo war“.  Und klar, die Brände waren das Top-Thema in der Stadt. Deshalb, so Brobeil weiter, sei nach der Festnahme bei allen viel Ballast abgefallen. Höchsten Respekt für die Einsätze habe sogar der Richter während der Verhandlung der Feuerwehr gezollt.

Ganze Stadt ist stolz

Auch Bürgermeister Oliver Schmid lobte die „hervorragende Arbeit“, sprach von, „herausfordernden Situationen“. Die Stadt sei stolz auf jedes Feuerwehrmitglied, die Brände hätten gezeigt, „dass unser System funktioniert“, Geislingen drei starke Abteilungen habe. Dass ein Feuerwehrmitglied die Feuer gelegt haben könnte, sei ihm nie in den Sinn gekommen. Als „extrem schlimm“ empfand er deshalb eine kurzfristige Festnahme: „Das hätte nicht passieren dürfen.“

67 Mal musste die Feuerwehr ausrücken, insgesamt fielen 1831 Einsatzstunden an. 92 Aktive stehen Gewehr bei Fuß wenn's brennt oder, wie im vergangenen Jahr in Binsdorf, Feuersalamander aus einem Schacht zu retten sind. Ein Teil der Truppe beteiligte sich in Stetten a.k.M. an der Übung „Roter Heuberg“. Aber auch feiern können die Blauröcke – die Binsdorfer blickten auf das 150-jährige Bestehen ihrer Abteilung zurück und erinnerten an den Stadtbrand vor 120 Jahren.

Jung und Alt packen an

24 Mitglieder zählt die Jugendabteilung, die ebenfalls recht rührig war. Ihr Leiter Domenic Schlaich berichtete über die 25 Dienstabende im mittlerweile frisch renovierten Domizil und eine wohl sehr anstrengende 24-Stunden-Übung, denn der Nachwuchs hatte unter anderem einen fiktiven Waldbrand zu löschen, eine Ölspur zu beseitigen und eine eingeklemmte Person zu retten. Und auch dieses Jahr wird es nicht langweilig, Geislingen richtet vom 18. bis 20. Juli das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr aus. Bis zu 600 Teilnehmer werden erwartet. Die Gastgeber planen eine Blaulichtrallye und ein riesiges Lagerfeuer.

„Wir helfen mit“, sicherte Hans-Martin Schluck die Unterstützung der Altersabteilung zu. Die 23 Senioren waren im vergangenen Jahr viel unterwegs, ließen sich aber auch über die neuen Fahrzeuge und die neuen Vorschriften informieren.

Ein weiteres großes Ereignis kündigte Stefan Jetter, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, an. Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg tagt in Balingen – das letzte Mal war dies 1984 der Fall. Geislingen ist ebenfalls involviert, denn einen Abend verbringen die Gäste in der Schlossparkhalle. Jetter würde sich sicher freuen, wenn auch die Erlaheimer – vor allem kulinarisch –  mitmischen würden, denn die Stadtteilwehr kann die seiner Meinung nach beste „Feschdwurschd“ brutzeln.

Orden und Geschenke für verdiente Einsatzkräfte

Ehrungen
40 Jahre: Albrecht Zirkel. 30 Jahre: Sven Berger und Holger Laux. 25 Jahre: Andreas Bonaus. 20 Jahre: Alexander Stehle, Severin Wendt, Florian Schlaich und Robin Stumpp.15 Jahre: Florian Eckenweber und Domenic Schlaich. Zehn Jahre: Marvin Birkle, Pascal Hänsch, Sebastian Klaiber und Robin Schmid.

Beförderungen
Oberbrandmeister: René Dulz und Andreas Bonaus. Brandmeister: Bastian Kunz. Hauptlöschmeister: Florian Stuck und Timo Sieber. Löschmeister: Dennis Schneider. Hauptfeuerwehrmann: Domenic Schlaich und Matthias Schmid. Oberfeuerwehrmann: René Ludwig und Maximilian Bruggesser. Feuerwehrmann/-frau: Linus Schuler, Wolfram Mäder, Felix Walter, Cordula Dux, Mike Pelz, Ferdinand Eissler, Nahuel Vallendor und Niklas Stehle.

Neuaufnahmen
Einsatzabteilung Geislingen: Vanessa Brobeil und Chayenne Roller. Einsatzabteilung Binsdorf: Jannik Sauer, Armin Sorg und Matthias Schmid. Einsatzabteilung Erlaheim: Mila Ott.