Eddi Films in Balingen
: Autodidakt mit gutem Auge für Licht und Schnitt

Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim hat nach etlichen Rückschlägen als Werbefilmer inzwischen seine Nische gefunden. Er wird nach Balingen umziehen und hat noch viel vor.
Von
Karin Mitschang
Balingen/Obernheim
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  • Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim filmt mit seiner Firma Eddi Films alles von Autowerbung bis zum Imagefilm für den Landkreis im Schloss Hohenzollern. Auch die Nachbearbeitung ist wichtig. ⇥

    Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim filmt mit seiner Firma Eddi Films alles von Autowerbung bis zum Imagefilm für den Landkreis im Schloss Hohenzollern. Auch die Nachbearbeitung ist wichtig. ⇥

    Eddi Films
  • Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim hat Eddi Films gegründet und hat nach etlichen Rückschlägen als Werbefilmer inzwischen seine Nische gefunden. ⇥

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  • Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim hat Eddi Films gegründet und hat nach etlichen Rückschlägen als Werbefilmer inzwischen seine Nische gefunden. ⇥

    Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim hat Eddi Films gegründet und hat nach etlichen Rückschlägen als Werbefilmer inzwischen seine Nische gefunden. ⇥

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  • Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim hat Eddi Films gegründet und hat nach etlichen Rückschlägen als Werbefilmer inzwischen seine Nische gefunden. ⇥

    Autodidakt Erdal „Eddi“ Güler aus Obernheim hat Eddi Films gegründet und hat nach etlichen Rückschlägen als Werbefilmer inzwischen seine Nische gefunden. ⇥

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Der Streifen Neonlicht gleitet über das Fahrzeug, die Konturen scheinen sich vor dem dunklen Hintergrund zu räkeln, Rauch steigt auf. Es sind sinnliche Bilder, die dem Zuschauer fast ins Gesicht springen und Details erkennen lassen, die Erdal Güler aus Obernheim schafft. Vor allem über begeisterte Empfehlungen hat er bereits Jobs für große Werbeagenturen gelandet und bewegte Bilder für BMW und Porsche geliefert.

Der 39-Jährige ist ein Autodidakt, wie er im Buche steht. Mit bescheidenem Equipment machte er um 2000 die ersten Erfahrungen als kreativer Filmemacher. „Angefangen hat alles im ,Treffpunkt‘ in Balingen“, sagt er. Im Club produzierte er erste Videoaufnahmen, schnitt diese zusammen und begeisterte damit sogar Profifilmer, wie er sich erinnert. „Ich habe dann auch von den Rückmeldungen her gemerkt: Es geht für mich in die Richtung.“

Im Club mit der Gitarre

Etwa zu dieser Zeit trat der Einzelhandelskaufmann, der beim „Praktiker“ in Albstadt gelernt hatte, auch mit einer einzigartigen Live-Performance in Clubs auf: „Ich hab’ mit meiner Gitarre House Musik begleitet, hatte viele Auftritte in allen möglichen Clubs.“ Entsprechend viel war er unterwegs, filmte, machte teils in einem Promotion-Team sogenannte After-Movies zu Parties. Doch das Leben als selbstständiger Musiker und Videomacher brachte wenig bis gar kein Geld ein. Auch die Ersparnisse gingen schließlich zur Neige.

„Ich brauchte einen Reset. Bin wieder heimgekommen, bin bei meinen Eltern eingezogen“, erzählt Güler ganz offen. Beratung von Fotograf Wolfgang Weber brachte den Obernheimer auf eine neue Spur. „Mein letztes Geld habe ich in eine Canon 60D investiert, das war die beste Entscheidung.“ Er habe sich sein Handwerk durch das Experimentieren mit verschiedenen Einstellungen und durch Ausprobieren zu jeder Tages- und Nachtzeit ganz neu erschlossen. „Not macht erfinderisch. Ich habe mit Objektiven gespielt und ganz eigene Effekte gefunden. Ich konnte endlich die Filme machen, die ich schon immer wollte.“

David Guetta und Avici getroffen

Und die neuen Fähigkeiten brachten ihm Jobs in der Schweiz, etwa beim Open-Air-Festival Motion, wo er auf viele bekannte Stars wie David Guetta oder Avicii traf. Ein Werbefilm für eine Agentur habe dieser sogar einen Award eingebracht. Auch als Gitarrist trat Güler auf, unter anderem auf Ibiza und in Palma. Auch für Sony Music sei er als Filmemacher beauftragt gewesen.

„Mit DJ Antoine war ich zwei Jahre unterwegs“, erzählt Güler. „Wir haben Musikvideos und Making-ofs gedreht, er fand es einfach cool, mit mir und meinem handgehaltenen Equipment unterwegs zu sein und spontan Aufnahmen zu machen.“ Für erste technisch anspruchsvollere Jobs mit interessanten Kameraschwenks habe er sich anfangs mit Besen und Handtuchhalter etwas zusammengebastelt. „Ich war immer im Baumarkt, habe mir dort auch Schienen für Kamerafahrten gekauft und natürlich dabei ganz viel gelernt.“

Gewinn gleich investiert

Was „Eddi“ verdiente, investierte er gleich wieder in besseres Equipment. Inzwischen filmt er mit einer 20 000 Euro teuren Red Cam, die auch in Hollywood eingesetzt wird, und kann mit seinem Team alle Techniken bis hin zur Drohnenaufnahme bieten.

Auch ein Musikvideo von Rapper Edin hat der Obernheimer mit dem schwarzen Hut als Markenzeichen gedreht. Vor drei Jahren wurde dazu der Tunnel in Albstadt gesperrt, fette Limousinen und Muscle Cars sowie Tänzerinnen und eine Ballerina kamen für den Improvisationskünstler zum Einsatz.

Nicht „nur ein Kameramann“

Das Schlimmste sei, wenn jemand ihn „Kameramann“ nennt, sagt der selbst ernannte „deutsch-kurdische Schwabe“, hält die Hand vor die Augen und winkt mit der anderen ab. „Mindestens genauso wichtig wie Technik ist die Story, um die Menschen in die Welt unserer Kunden und hin zu ihrer Geschichte zu entführen.“

Seit fünf Jahren habe er sich auf Imagefilme spezialisiert und damit seine Nische gefunden. „Ich mache auch gerne Fashion oder kreative Videos mit Politikern, die überraschen“, sagt der 39-Jährige. Es sei eine Gratwanderung, Künstlerisches umzusetzen, „aber nicht zu viel“, um das Ziel seiner Kunden zu erreichen.

Die beste Idee gewinnt

Alle Ideen des Teams von Selbständigen, die mit ihm für jeden Kunden brainstormen, „gehen durch meinen Kopf“. Und die beste Idee gewinne – nicht immer sei das seine eigene. „Die Zeiten sind vorbei“, sagt Güler.

Er habe noch richtig viel vor. Nicht nur werde er mit seiner Verlobten bald nach Balingen umziehen. „Da kommt ein ganz großes Projekt.“ Mehr könne er bisher nicht verraten. „Es ist noch nicht spruchreif.“

Highlights aus Eddi Films bisheriger Karriere

Unter dem Künstlernamen „Eddy G.“ war Erdal Güler 2008 als Gitarrist im TV zu sehen, im „Supertalent“, mit nach oben gestyltem Haar. Immerhin unter die besten 50 von 10 000 Bewerberinnen und Bewerbern schaffte er es, und wurde von der Jury als talentiert bezeichnet.

Werbefilme hat der Obernheimer zuletzt zum Landkreis-Jubiläum im Zollernalbkreis mit einem Rap-Video in der Burg Hohenzollern und mit einem Image-Video zum Wahlkampf von OB Robert Tralmer veröffentlicht, den er zuerst privat kannte. Die Werke für BMW, Porsche oder die Schwenninger Wild Wings kann man auch auf Youtube unter dem Kanal Eddi Films betrachten. Manche Filme entstehen im Studio in Ebingen.