Deponien im Zollernalbkreis: Platz für viele Millionen Kubikmeter Erde

Blickt man sich in den neu entstehenden Teilen der Balinger Deponie um, wird die schiere Größe des Areals erst so richtig deutlich.
Sebastian BuckÜberall schimmert es orange-gelb an diesem Morgen auf der Balinger Deponie. Nicht nur, weil die Sonne die riesigen Erdhügel in helles Licht taucht, sondern vor allem, weil zahlreiche Teilnehmer bei der Infoveranstaltung zur neuen Deponie in Balingen und Albstadt gekommen waren. Und alle, Stichwort Sicherheitsvorschrift, sind eben in Warnwesten gekleidet. Zahlreiche Bauunternehmer aus dem gesamten Zollernalbkreis, aber auch interessierte Privatleute sind nach Weilstetten zur Deponie „Hölderle“ gekommen.
Friedrich Scholte-Reh, als Leiter des Amtes für Umwelt und Abfallwirtschaft, erklärte in groben Zügen, was geplant ist. Ab 1. Oktober dieses Jahres könne man bereits erstes Aushubmaterial auf den beiden Deponien in Albstadt und Balingen entsorgen. Zunächst wird Material der Deponieklasse 0 in Balingen abzugeben sein. Albstadt kann da bereits DK1-Abfall, also aufnehmen. Bei DK 0 dürfen leicht belastete Böden oder leicht verunreinigter Bauschutt entsorgt werden, während im DK-1-Bereich unter anderem auch asbesthaltige Baustoffe abgelagert werden. Dementsprechend sind die Anforderungen an die Schutzvorrichtungen höher. Eine aufwändigere Oberflächen- und Basisabdichtung soll vor Schadstoffaustritten schützen. Vor der Deponierung müssen die Abfälle auf Schadstoffe untersucht werden. „Ende 2025“, so Scholte-Reh ist dann an beiden Standorten beides möglich. Damit sei man im Zollernalbkreis überregional gut aufgestellt „für die nächsten 30 Jahre“.
Auch Hechingen wird weiter betrieben
Für den ersten Bauabschnitt werden starke 15 Millionen Euro investiert, gute acht fließen hier nach Balingen, weitere sechs nach Albstadt. Einfach darin begründet, dass in Balingens Teilort Weilstetten, an dessen Rand die Erddeponie zu finden ist, mehr Erdbewegungen nötig sind, um das Gelände herzurichten. Übrigens: Die Deponie in Hechingen wird auch weiterhin Abfälle der Deponieklasse 2 aufnehmen können, daran änderten die aktuellen Baumaßnahmen nichts, erklärt Scholte-Reh. Darunter fallen zum Beispiel „verunreinigter Erdaushub und Bauschutt, produktionsspezifische mineralische Abfälle und Straßenaufbruch“. Der immense Bauaufwand wird natürlich nicht einfach so betrieben. Die Hintergründe hatte Landrat Günther-Martin Pauli schon im Februar des laufenden Jahres erklärt: Kurze Wege und eine umweltfreundliche Bauschuttentsorgung seien die Ziele der Arbeiten.
Tour zum Rand der neuen Deponie
Und die sind aktuell in vollem Gange, wie sich die vielen orange-gewandeten Interessierten am Freitagmorgen überzeugen durften. Dem kurzen Vortrag von Scholte-Reh folgte nämlich eine Tour über die bereits vorhandenen riesigen Erdhügel, hinter denen gerade die Deponieflächen vorbereitet werden. „Wir haben hier 100.000 Kubikmeter Erde bewegt bei der Herstellung“, erklärt Heiko Thöne vom Team der Deponie Hölderle. Weil die vorbeirollenden Bagger, Kettenfahrzeuge und Lastwagen doch einen gehörigen Lärmpegel verursachen, wird die große Gruppe am Rand der neuen Deponiegrube gesplittet. Das sehe hier zwar in etwa so aus wie im Tagebau, meint Thöne, doch das große Gefälle sei schon natürlich da gewesen. Trotzdem wird überall fleißig gebuddelt und Erdaushub abtransportiert.
Es muss aber auch viel weichen, denn bis zur Verfüllung der Deponie ist Platz für 1,4 Millionen Kubikmeter Erdaushub – allein in Balingen wohlgemerkt, in Albstadt kommen nochmals 1,2 Millionen Kubikmeter dazu. Für mindestens 25 Jahre muss die „Entsorgungssicherheit gewährleistet sein“, erklärt Thöne. Die Deponien seien aber so kalkuliert, dass es wohl auch 30 Jahre reichen könnte, je nach dem, wie viel Erdaushub eben jährlich angeliefert wird. Mit gut 35.000 Kubikmetern im Jahr rechnet man, wagt Heiko Thöne den Blick in die Glaskugel. Nach den Erklärungen an der offenen Baustelle ging es wieder zurück zu Eingangshalle – dort fachsimpelten Vertreter des Landkreises, der Deponie und die Bauunternehmer und klärten allerlei Detailfragen.
1,4
Millionen Kubikmeter Erdaushub können allein am erweiterten Deponiestandort in Balingen aufgetürmt werden. In Albstadt kommen nochmals weitere 1,2 Millionen hinzu.
