: 30 Jahre Tag des offenen Denkmals: Diese Veranstaltungen gibt es im Kreis
Geschichte und Architektur erlebbar machen – das gelingt meist nur mithilfe zahlreicher Ehrenamtlicher. Deswegen ist der 30. Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, ihnen zur Ehre.
Die Fürstengruft der Stiftskirche St. Jakobus in Hechingen ist am Tag des offenen Denkmals geöffnet.⇥
Stadtarchiv Hechingen
Eigentlich ist die Friedhofskapelle in Albstadt-Ebingen sanierungsbedürftig und deswegen geschlossen. Am Sonntag wird es eine Ausnahme geben.⇥
Vera Bender
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Es gilt als die größte Kulturveranstaltung Deutschlands: der Tag des offenen Denkmals. Seit 30 Jahren wird er von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. 2023 steht der Tag am Sonntag, 10. September, unter dem Motto „Talent Monument“. Der Aktionstag feiert mit dem Motto die Talente hinter den Denkmalen. Sie gestalten seit 30 Jahren den Tag des offenen Denkmals und sorgen mit ihrem Engagement dafür, dass erfahr- und erlebbare Relikte vergangener Zeiten für die Zukunft erhalten bleiben. Welche Veranstaltungen gibt es im Kreis? Ein Überblick:
Albstadt
● Die Alte Michaelskirche in Burgfelden ist am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Es finden in dieser Zeit auch durchgehend Führungen statt. Eintritt ist frei.
● Die evangelische Kirchengemeinde Tailfingen öffnet am Sonntag ab 15 Uhr die Pauluskirche mit ihrem Turm. Zudem können Interessierte auf der Orgelempore die Orgel besichtigen, Klangbeispiele hören und einen Blick in die Orgel werfen. Schließlich ist am Sonntag zusätzlich der 13. Orgeltag. Deswegen gibt Marius Mack ab 17 Uhr ein Orgelkonzert. Er ist Professor für Chor- und Orchesterleitung und seit April 2022 als Vertretung im Kantorat der Kirchengemeinde Tailfingen tätig.
● Die Ortsgruppe Onstmettingen lädt von 10 bis 17 Uhr zum Besuch der Linkenboldshöhle ein. Eine Gruppe von erfahrenen Führern bietet den ganzen Tag Führungen durch die Höhle an. Zudem sorgt ein Bewirtungsteam für das leibliche Wohl. Die Höhle liegt etwa 2,5 Kilometer östlich von Onstmettingen und ist gut zu Fuß erreichbar. Ab den Parkplätzen „Neuweiler“ und „Spielplatz Schneckenbuckel“ zeigen Hinweisschilder den Weg.
● Im Philipp-Matthäus-Hahn-Museum in Onstmettingen (Albert-Sauter-Straße 15), kann die Geschichte des „Kastens“ von der Kirche über ein Wohnhaus, Fruchtkasten und Fabrik bis hin zum Museum verfolgt werden. Neben einer neuen 100-jährigen Kirchturmuhr des Uhrmachers Wilhelm Rieber kann hier auch eine neue Abteilung im ersten Obergeschoss besichtigt werden.
● Auch das Pumphäusle in der Nägelestraße 12 öffnet seine Tore wieder. In der alten Wasserversorgung des Ortes findet ebenfalls eine öffentliche Führung mit Jürgen Fischer und Klaus Wagner statt.
● Lautlingen ist mit dem Stauffenberg-Schloss (Am Schloss 1) auch wieder mit dabei. Um 14.30 Uhr nimmt Pernille Hjorth die Besucher mit auf eine historische Reise durch die Musikhistorische Sammlung Jehle. Der ehemalige Stammsitz der Schenken von Stauffenberg lädt im Innen- und Außenbereich zum Erkunden ein.
● Im Museum im Kräuterkasten (Im Hof 19) kann auf Entdeckertour durch die Vor- und Frühgeschichte der Alb gegangen werden. Von den Fossilien aus der Kreidezeit über Funde aus der Merowingerzeit bis hin zur heimischen Tierwelt der Gegenwart ist für jeden etwas dabei. Der Eintritt sowie die Teilnahme an der Führung sind kostenfrei.
● Seit etwa acht Jahren ist die unter Denkmalschutz stehende Friedhofskapelle Ebingen geschlossen, weil sie saniert werden muss. Doch es fehlt das Geld. Zum Tag des offenen Denkmals ist es nun gelungen, die Kapelle im Jugendstil von 14 bis 16 Uhr zu öffnen.
Balingen
● In der Ausstellung „Spurensuche“ des Landesamts für Denkmalpflege kann Balingen aus einer anderen Perspektive kennengelernt werden. Der Wiederaufbau nach dem Stadtbrand 1809 prägt noch heute die Altstadt. Dennoch haben sich Spuren früherer Besiedlungen erhalten. Die Kuratorin Beata Hertlein führt jeweils um 11, 13 und 15 Uhr durch die Ausstellung Am Rappenturm 1.
Bisingen
●Nachdem der Deckenschaden im Innenraum der katholischen Kirche in Wessingen behoben ist, und die ersten Gottesdienste schon stattfinden konnten, gibt es jetzt am Tag des offenen Denkmals um 14 Uhr die Möglichkeit, etwas über die Geschichte der Filialkirche St. Wolfgang zu erfahren. Otto Bogenschütz vom Heimatverein Bisingen-Steinhofen wird in der Kirche über ihre nun schon fast 600-jährige Geschichte berichten.
Burladingen
● Die Marienkapelle in Ringingen und die Ruine sind an diesem Tag geöffnet. Interessierte sind eingeladen, den überwältigenden Blick vom Turm der Ruine zu genießen oder sich in der Ruhe der Marienkapelle unter dem sehenswerten Deckengemälde des Malers Franz Ferdinand Dent eine kleine Auszeit zu gönnen.
● In Salmendingen ist die St.-Anna-Kapelle auf dem Kornbühl von 8 bis 17 Uhr geöffnet.
● Am Tag des Offenen Denkmals besteht die Möglichkeit, das aufwendig renovierte Dachgeschoss der Kirche Mater Dolorosa in Killer zu besichtigen. Hierzu steht ab 14 Uhr der leitende Zimmermeister bereit, der fachmännische Einblicke in die getätigten Baumaßnahmen geben wird. Selbstverständlich wird auch das Archiv ab 13 Uhr offen sein.
Dautmergen
● Der Wanderverein Dautmergen bietet einen Ausflug zum „Morlokhof“ an. Der historische Hof in Baiersbronn-Mitteltal zählt zu den ältesten und am besten erhaltenen Bauernhöfen des Murgtales. Er wurde 1789 erbaut. Das aus Haupthaus, Ausgedinghaus und Backhäusle bestehende Ensemble wird komplettiert durch Gemüse- und Kräutergarten, Streuobstwiesen und Bienenstöcke. Am „Tag des Denkmals“ hat der Hof seine Pforten für alle geöffnet und es finden Führungen statt. Abfahrt ist am Bürgerhaus Dautmergen um 13 Uhr.
Gammertingen
● Um 14.30 Uhr findet eine kunsthistorische Führung durch die unter Denkmalschutz stehende barocke Klosterkirche Mariabergs und das Klostergebäude statt. Eine der Besonderheiten der Führung ist die Besichtigung der sonst verschlossenen Nonnenempore.
Geislingen
● Der barocke Klosterbau der Dominikaner-Terziarinnen mit teils älterem bis in die städtische Frühzeit Binsdorfs zurückreichendem Kern sowie der zugehörige Klostergarten besitzen herausragenden Stellenwert. Die Sachgesamtheit aus Konventgebäude und Garten wurde nach umfassenden Untersuchungen in den Jahren 2017 und 2018 zum Denkmal von nationaler Bedeutung erklärt. Seit 2022 laufen die Sanierungsarbeiten. Am Sonntag können Interessierte das Kloster Binsdorf zwischen 13.30 und 17 Uhr besichtigen.
Haigerloch
● In der Weiler Kirche in Owingen gibt es um 14 Uhr einen Liedervortrag mit Marie Linda und der Holzbläsergruppe des Musikvereins Owingen. Zudem werden Führungen angeboten.
● Die Vitus-Kapelle in Gruol, urkundlich erwähnt 1323, feiert zudem ihr 700-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet ein Gottesdienst um 10 Uhr statt. Dieser wird von der Musikkapelle Gruol mitgestaltet. Für die Bewirtung beim Parkplatz sorgt das kirchliche Gemeindeteam. Die Kapelle ist ganztägig für die Besucher geöffnet. Ab 14 Uhr findet eine Führung statt.
Hechingen
● In der Fürstengruft unter der Hechinger Stifts- und Stadtpfarrkirche St. Jakobus sind die Ruhestätten des letzten Hechinger Fürstenpaares sehenswert. Führungen gibt es in der sehr alten Friedhofskirche im Stadtteil Schlatt und in der Wallfahrtskirche Maria Zell im Stadtteil Boll. Beide Kirchlein liegen außerhalb der Ortschaften spektakulär am Albtrauf und können auch erwandert werden. In der Wallfahrtskirche Maria Zell findet um 16 Uhr ein Benefizkonzert mit barocker Kammermusik statt.
● Die Kirche und Klosterruine St. Johannes der Täufer in Hechingen-Stetten ist ein bedeutendes gotisches Baudenkmal und die ehemalige Grablege der Zollerngrafen und –fürsten. Die Führungen umfassen die ehemalige Klosterkirche, die Johanneskapelle mit Reliquienschreinen, den Klostergarten und den Klosterkeller. Im Johannessaal werden Kaffee, Kuchen und Getränke serviert, bei schönem Wetter im herrlichen Klostergarten.
● Klein, aber spannend ist die gefasste Schwefelquelle an der Gemarkungsgrenze zwischen Hechingen-Sickingen und Bodelshausen. 1834 wurde sie entdeckt, bis in die 1980er-Jahre wurde das schwefelhaltige Wasser für medizinische Zwecke verwendet. Das Sickinger Schwefelhäusle kann am Sonntag besichtigt werden.
● Einen detaillierten Überblick über die Residenzstadt Hechingen bietet der Merianstich aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Stadtführer Michael Hakenmüller erläutert den Merianstich von Hechingen anhand der raumgroßen Darstellung im Hohenzollerischen Landesmuseum um 14.30 und 16 Uhr.
● Der Förderverein Mariazell veranstaltet am Sonntag um 16 Uhr ein Benefizkonzert zugunsten der Wallfahrtskirche Mariazell als Abschlusskonzert zum 25-jährigen Bestehen des Vereines und aus Anlass des Tages des offenen Denkmals.
● Der Förderverein Friedhofskirche Schlatt bietet um 15 Uhr eine Kirchenführung an. Doch auch schon zuvor kann die ehemalige Pfarrkirche am Bergeshang erkundet werden, die Türen stehen hierzu offen. Zum Abschluss des Tages findet um 17 Uhr eine Andacht statt.
● Die Klosterkirche St. Johannes in Stetten ist ebenfalls geöffnet, von 9 bis 17.30 Uhr. Um 13.30 und 15.30 Uhr lädt Kirchenführer Joachim Stegmeier zu einer Führung durch die Klosterkirche, Johanneskapelle mit den Reliquienschreinen, den Klostergarten und den Klosterkeller ein. Treffpunkt ist auf der Nordseite vor dem Eingang, teilt der Förderverein Klosterkirche mit.
● 1728 wurde die Urbanskapelle, Auf der Bins 2, anstelle einer im 30-jährigen Krieg zerstörten Kapelle errichtet. Sie ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Förderverein hat eine Präsentation mit Informationen zur Kapelle vorbereitet. Zudem gibt es um 14.30 Uhr eine Führung mit Josef Wolf.
Rangendingen
● Die Klosterkirche zum Heiligen Kreuz in Rangendingen wurde in den Jahren 1750 bis 1754 gebaut. Sie bildet den westlichen Flügel am ehemaligen Hauptbau des Dominikanerinnenklosters. Der Baumeister stammt vermutlich aus dem Umkreis des berühmten Barockarchitekten Johann Michael Fischer. Das Kloster wurde 1804 aufgelöst. Seit 1812 befindet sich das Kloster und mit ihm die Klosterkirche im Eigentum der Gemeinde. Am Sonntag kann es zwischen 13 und 17 Uhr besichtigt werden.