Bizerba Balingen
: Haustarifvertrag wurde abgelehnt

Die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder lehnt einen Verzicht auf Sonderzahlungen ab.
Von
swp
Balingen
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Bizerba, Spezialist für Waagen, hat seinen Sitz in Balingen in der Wilhelm-Kraut-Straße.⇥

Der Firmensitz von Bizerba in Balingen: Künftig ohne Tarif?

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  • Bizerba-Mitarbeiter lehnen Haustarifvertrag ab, Verzicht auf Sonderzahlungen abgelehnt.
  • CEO Andreas W. Kraut betont, dass alternative Maßnahmen zur Zukunftssicherung geprüft werden.
  • Bizerba verlässt Arbeitgeberverband Südwestmetall für mehr Flexibilität.
  • Hintergrund: Reduktion der Belegschaft um 10% und Anpassungen in der Organisationsstruktur.
  • Ziel: Langfristige finanzielle Stabilität und Beschäftigungssicherung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der international tätige Lösungsanbieter Bizerba reagiert auf die gegenwärtigen Herausforderungen im Wirtschafts- und Marktumfeld mit strukturellen Anpassungen und strategischen Entscheidungen. Nach einem Scheitern der Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall über einen „Ergänzungstarifvertrag“ kündigt das Unternehmen nun in einer Pressemitteilung „alternative Maßnahmen“ an.

Bereits zu Beginn des Jahres führte Bizerba aufgrund der veränderten Marktbedingungen eine Reduktion der Belegschaft um rund zehn Prozent durch. Die Maßnahmen zielten demnach darauf ab, das Unternehmen strukturell auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und die Resilienz in einem sich wandelnden Umfeld zu erhöhen. CEO und Gesellschafter Andreas W. Kraut betonte damals, dass diese Entscheidungen nicht leichtfertig getroffen wurden, sondern notwendig seien, um Bizerba für die Zukunft bestmöglich aufzustellen. Gleichzeitig wurden Anpassungen in der Organisationsstruktur und im Produktangebot vorgenommen, um Synergien zu nutzen und die Profitabilität zu verbessern.

Gescheiterte Verhandlungen über einen Ergänzungstarifvertrag mit der IG Metall

Eine der Maßnahmen waren Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall: Angesichts der Eintrübung der internationalen Wirtschaftssituation und damit einhergehenden weiter rückläufigen Absatzprognosen nahm Bizerba im Juli 2024 Verhandlungen über einen Ergänzungstarifvertrag mit der IG Metall auf. „Ziel war es, gemeinsam Maßnahmen zur langfristigen finanziellen Stabilität und Beschäftigungssicherung zu erarbeiten“, schreibt das Unternehmen. Bizerba hatte nach eigenen Angaben zuletzt unter anderem angeboten: Eine Beschäftigungssicherung über die gesamte Vertragslaufzeit und eine jährliche Rückzahlungsverpflichtung der Arbeitnehmerverzichte, sollte sich die konjunkturelle Situation erholen und das jährlich geplante Gruppenergebnis übertroffen werden.

Dem gegenüber standen, so das Unternehmen, (Teil)-Verzichte an Sonderzahlungen (unter anderem Weihnachtsgeld, Trafobaustein) sowie eine Verschiebung künftiger Tarifsteigerungen während der Laufzeit des Ergänzungstarifvertrages. Trotz intensiver Diskussionen stimmte die Mehrheit der IG-Metall-Mitglieder dem Vorschlag nicht zu, woraufhin die Gespräche offiziell beendet wurden. „Obwohl wir das Scheitern der Verhandlungen bedauern, bleibt die Zukunftssicherung des Unternehmens und damit der Erhalt vieler Arbeitsplätze oberste Priorität“, erklärt Andreas W. Kraut. „Daher müssen wir aus ökonomischen Gründen nun alternative Maßnahmen prüfen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken.“

Austritt aus Arbeitgeberverband Südwestmetall

Vor dem Hintergrund der zunehmend komplexen Abschlüsse und Abläufe im Tarifbereich sowie der aktuellen internationalen wirtschaftlichen Lage hat sich Bizerba entschieden, die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband Südwestmetall zu beenden. „Die derzeitigen Tarifforderungen erscheinen unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwer umsetzbar und bergen Risiken für die Beschäftigungssicherheit“, kritisiert das Balinger Unternehmen in seiner Pressemitteilung. „Bizerba sieht diesen Schritt als geeignete Maßnahme, um künftig flexibler auf Marktentwicklungen reagieren und einen direkten betrieblichen Dialog führen zu können.“

Mit dieser strategischen Ausrichtung verfolgte Bizerba das Ziel, „eine solide und stabile Basis für die langfristige Entwicklung des Unternehmens zu schaffen“.