BI Waldhof: Im Gespräch mit Kretschmann

Ulrich Steimle vom Lindenhof in Dormettingen, der alle Flächen der Domäne Waldhof bewirtschaftet, nahm den Spaten, stach in den Boden und Tobias Vötsch bat Ministerpräsident Kretschmann, an diesem guten Humusboden zu riechen.
BI Waldhof- BI Waldhof traf Kretschmann, um gegen das KSK-Absprunggelände zu protestieren.
- Vor Ort wurde Kretschmann der fruchtbare Boden gezeigt, was ihn beeindruckte.
- Archäologische Grabungen und eine alte Drainage könnten durch Bauarbeiten beschädigt werden.
- Kretschmann betonte die Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands.
- BI übergab Kretschmann einen Erinnerungskorb mit Produkten vom Waldhof.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Eröffnungstag der Balinger Gartenschau 2023 überreichten Annemarie Schneider und Ernst Schatz Ministerpräsident Winfried Kretschmann die herzliche Einladung der Bürgerinitiative Waldhof (BI), auf den Waldhof zu kommen. Ein Jahr später besuchte Ministerpräsident Kretschmann nun tatsächlich persönlich den Waldhof und traf sich mit dem erweiterten Vorstand der BI zu einem Gedankenaustausch auf dem Steinefurthof.
Waldhof mit allen Sinnen erleben
Trotz seines dicht gedrängten Besuchsprogramms, nahm er sich anderthalb Stunden Zeit für die Begegnung mit der Initiative, wie diese in ihrer Pressemitteilung berichtet. Pünktlich um 10.10 Uhr traf die Fahrzeugkolonne des Ministerpräsidenten bei den Gutsgebäuden ein und der Ministerpräsident wurde neben der BI auch von Landrat Günther-Martin Pauli und Bürgermeister Oliver Schmid begrüßt.
Während des Spaziergangs durch die Allee zum Wasserturm informierten die Vorstände der BI, Tobias Vötsch und Tobias Hölle, den Ministerpräsidenten über das hervorragende Ackerland auf dem Waldhof, stellten die Problematik ihrer vom geplanten Absetzgelände betroffenen Betriebe dar. Ulrich Steimle vom Lindenhof in Dormettingen, der alle Flächen der Domäne Waldhof bewirtschaftet, nahm den Spaten, stach in den Boden und Tobias Vötsch bat Herrn Kretschmann, an diesem guten Humusboden zu riechen. Dieser zeigte sich sehr beeindruckt vom Duft des exzellenten Bodens.
Zerstörung der Drainage durch archäologischen Sicherungsgrabungen
Der Ministerpräsident ließ sich an Hand der Karte die betroffenen Flächen und den Verlauf der Landebahn zeigen. In diesem Zusammenhang sprach ihn Tobias Hölle auch auf die archäologischen Schätze an, die im Boden schlummern, indem er ihm ein Fundstück (eine Steinaxt) zeigte.
Auch die Problematik der unter der Humusschicht liegenden Tonschicht, die eine Drainage erforderlich macht, wurde erläutert. Beim Bau der Landebahn würde die Drainage aus dem Jahr 1928 teilweise zerstört werden und die Gesamtfläche müsste neu drainiert werden, was großflächige archäologische Sicherungsgrabungen zur Folge hätte.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann kam zu einem persönlichen Austausch mit dem erweiterten Vorstand der Bürgerinitiative Waldhof auf dem Steinefurthof nach Geislingen.
BI WaldhofDas anschließende Gespräch im Schauraum des Steinefurthofes verlief in einer guten Gesprächsatmosphäre, auch wenn sehr kontrovers diskutiert wurde, wie die BI resümiert. Es sei deutlich geworden, dass sich der Ministerpräsident die Zeit nehme und sich die Bedürfnisse ruhig anhöre. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Land Baden-Württemberg vom Vorhaben „Absetzgelände auf dem Waldhof“ Abstand nehmen will.
Eingriffe gegeneinander abwiegen
Der Seniorchef des Steinefurthofes, Matthias Hölle, zeigte in seinen begrüßenden Ausführungen klar auf, welche, auch finanziellen Folgen, der Bau des Absetzgeländes für den von ihm aufgebauten Betrieb hätte. Dem hielt Ministerpräsident Kretschmann entgegen, der Ukrainekrieg führe allen vor Augen, wie wichtig die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands sei, die KSK-Einsatzkräfte bräuchten eine Übungsfläche.
Man prüfe seit 13 Jahren Flächen und müsse nun endlich zu einem Ergebnis kommen. Die Entscheidung falle sicherlich nicht willkürlich, man lebe schließlich in einem Rechtsstaat. Er kämpfe auch gegen den enormen Flächenverbrauch, nichts ginge jedoch ohne Eingriffe in die Natur, die Eingriffe müssten gegeneinander abgewogen werden.
Entscheidung erfolgt nach Umweltverträglichkeitsprüfung
Die Grundlage unseres Wohlstands sei der Industriestandort Deutschland und der Firma Bosch stünde dieses Gelände in Renningen-Malmsheim vertraglich zu, so Kretschmann. Auf die von der BI angesprochenen enormen Kosten für die archäologischen Sicherungsgrabungen ging er nicht ein, beim Thema „Wind“ verwies er auf die Bundeswehr. Die Bundeswehr wolle den Waldhof als Übungsfläche, also müsse sie auch überprüfen, ob sie dort springen könne.
Das Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung laufe und die Bundeswehr müsse nach Vorlage der Gutachten dann entscheiden, ob sie den Antrag für den Waldhof als Absetzgelände stellen werde oder nicht. In welchem zeitlichen Rahmen dies geschehen würde, könne man noch nicht genau sagen, führte Dr. Brückner vom Staatsministerium aus.
Erinnerungskorb für Kretschmann
Abschließend bedankte sich Beirätin Annemarie Schneider im Namen aller Mitglieder der BI bei Ministerpräsident Kretschmann für seinen freundlichen Besuch und das gute Gespräch. Sie bat ihn, noch einmal in aller Ruhe darüber nachzudenken, ob es nicht vielleicht doch eine bessere Lösung gäbe, als den Waldhof in einen Militärflugplatz umzuwandeln.
Die BI überreichte ihm noch einen Korb mit allerlei Sachen vom und um den Waldhof herum, damit er sich zurück in Stuttgart mit mehreren Sinnen an den Waldhof und die um ihre Existenz bangenden Höfe erinnern könne. Kretschmann bedankte sich und meinte: „Leut’, mit dem Humus habt Ihr mich gepackt!“
