Bevölkerungsschutz
: Gemeinden bündeln Kräfte

Dautmergen, Dotternhausen und Dormettingen wollen beim Bevölkerungsschutz künftig noch enger zusammenarbeiten. Die „SchutzAllianz 3D“ soll Strukturen schaffen, die im Ernstfall schnell greifen.
Von
red
Dautmergen
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Zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, Blaulichtfamilie, Einrichtungen sowie Mitarbeiter der Verwaltungen kamen zur Kick-off-Veranstaltung.

Zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, Blaulichtfamilie, Einrichtungen sowie Mitarbeiter der Verwaltungen kamen zur Kick-off-Veranstaltung. Kreisbrandmeister Sven Röger erklärte unter anderem, wie Feuerwehren gemeindeübergreifend agieren.

Gemeinde Dotternhausen
  • Dautmergen, Dotternhausen und Dormettingen starten „SchutzAllianz 3D“ für Bevölkerungsschutz.
  • Ziel ist gemeinsame Vorsorge: kleine Verwaltungen bündeln Personal, Technik und Abläufe.
  • Geplant sind Notfalltreffpunkte, Krisenordner, Warnsirenen und Notstrom – Beschaffung läuft.
  • Verwaltungen, Feuerwehren, Bauhöfe und soziale Einrichtungen arbeiten gemeindeübergreifend zusammen.
  • Bürger sollen informiert und zur Eigenvorsorge befähigt werden, Unterstützung bleibt zugesagt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit April arbeiten die drei Gemeinden gemeinsam daran, ihren Bevölkerungsschutz weiterzuentwickeln. Kürzlich fand nun im Bürgerhaus eine Kick-off-Veranstaltung statt, mit der das Projekt „SchutzAllianz 3D“ nun seinen offiziellen Startschuss erfuhr. Der Grundgedanke ist einfach: Dautmergen, Dotternhausen und Dormettingen sind kleine Gemeinden mit entsprechend begrenzten personellen und technischen Ressourcen. Gemeinsam können sie im Krisenfall jedoch auf deutlich mehr Kräfte und Möglichkeiten zurückgreifen. „Wir sind drei kleine Verwaltungen, aber zusammengeschlossen sind wir größer und stärker“, lautet der Ansatz der Zusammenarbeit, heißt es im Pressebericht zur Veranstaltung.

Trifft eine Gemeinde beispielsweise ein längerer Stromausfall, ein Brand oder eine Überschwemmung, ist die örtliche Verwaltung schnell vollständig mit der Bewältigung der Situation beschäftigt. Gleichzeitig müssen alltägliche Aufgaben weiter funktionieren. Bürgerinnen und Bürger benötigen einen Personalausweis, wollen einen Führerschein beantragen oder brauchen ein Führungszeugnis. Hier setzt die „SchutzAllianz 3D“ an: Ist eine Gemeinde stark betroffen, sollen die beiden anderen Verwaltungen unterstützen und Aufgaben übernehmen können.

Dautmergens Bürgermeister Jürgen Seng erklärte, dass es dabei nicht allein um Pläne und technische Ausstattung gehe. Gute Krisenvorsorge lebe vom Austausch, vom gegenseitigen Verständnis und davon, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Genau deshalb bringe die „SchutzAllianz 3D“ unterschiedliche Bereiche zusammen, von den Verwaltungen und Feuerwehren über die Bauhöfe bis hin zu sozialen Einrichtungen und ehrenamtlich Engagierten.

Von der Feuerwehr lernen

Eine solche gemeindeübergreifende Zusammenarbeit ist für die Blaulichtfamilie längst selbstverständlich. Feuerwehren und Hilfsorganisationen arbeiten bei größeren Schadenslagen über Gemeindegrenzen hinweg zusammen. Diesem Beispiel wollen nun auch die drei Verwaltungen folgen. Auch Bauhöfe und Hausmeister sollen stärker zusammenarbeiten. Gerade bei größeren Ereignissen kann es einen entscheidenden Unterschied machen, wenn mehrere technische Abteilungen ihre Kräfte und Geräte bündeln. Erfahrungen aus vergangenen Ereignissen, unter anderem beim Beispiel Bisingen, haben gezeigt, dass gemeinsame Strukturen Abläufe verbessern und beschleunigen können.

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Dormettingens stellvertretender Bürgermeister Andreas Koch, der das gemeinsame Projekt fachlich begleitet und federführend vorantreibt, stellte bei der Veranstaltung den bisherigen Stand vor. In den vergangenen Monaten wurden bereits zahlreiche Grundlagen geschaffen. Dazu gehört zunächst der Versicherungsschutz für ehrenamtlich Engagierte. Auch die Ausstattung der Gemeinden wurde in den Blick genommen. Hinzu kommt die Weiterentwicklung der Warninfrastruktur mit Sirenen. Ein weiterer wichtiger Baustein sind gemeinsame Krisenordner. Darin werden grundlegende Informationen, Ansprechpartner, Checklisten und Abläufe gebündelt. Ziel ist, dass im Ernstfall nicht erst recherchiert werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt oder unter welcher Telefonnummer Unterstützung erreichbar ist. Als eine der ersten konkreten Maßnahmen der „SchutzAllianz 3D“ wurde außerdem die Festlegung von Notfalltreffpunkten vorangetrieben. Diese sollen der Bevölkerung im Krisenfall Orientierung und eine Anlaufstelle bieten.

Eine gemeinsame Aufgabe

Kreisbrandmeister Sven Röger erläuterte in seinem Grundsatzvortrag die Aufgaben und Zuständigkeiten im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz sowie das Zusammenspiel von Bund, Land, Landkreis und Gemeinden. Dabei wurde auch deutlich, welche Anforderungen moderne Krisenvorsorge stellt. Dazu gehören leistungsfähige Führungsstrukturen, funktionierende Kommunikation, Notstromversorgung, Unterbringungsmöglichkeiten, Einheiten für besondere Einsatzlagen und eine gute Ausstattung. Auch die gemeinsame Beschaffung von Hochwasserschutzsystemen wurde bereits angestoßen. Das Beispiel Bisingen aus dem Mai 2024 zeigte, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreis bei größeren Schadenslagen sein kann.

Hochwasser Bisingen Mai 2024

Das Hochwasser in Bisingen im Mai 2024 rückte das Thema Bevölkerungsschutz stärker in den Fokus.

Julia Gern

Das Projekt „SchutzAllianz3D“ erfährt vom Landratsamt große Unterstützung, wie Andreas Koch zu berichten wusste. Unterstützt wird die Arbeit der „SchutzAllianz3D“ durch verschiedene Fachbereiche des Landratsamtes, nicht nur durch das Amt für Bevölkerungsschutz, sondern beispielsweise auch durch den Datenschutzbeauftragten und das Kommunalamt.

Vorsorge beginnt bei jedem Einzelnen

Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen künftig stärker einbezogen werden. Ein wichtiger Baustein ist die Eigenvorsorge. Die Bevölkerung soll informiert und geschult werden, damit sie sich bei einem Ereignis zunächst selbst helfen kann. Gleichzeitig soll aber niemand mit einer außergewöhnlichen Situation allein gelassen werden. Die Botschaft der drei Gemeinden lautet deshalb: Eigenvorsorge ist wichtig und wenn sie nicht ausreicht, stehen die Gemeinden bereit, um Unterstützung und Schutz zu organisieren. Bürgermeisterin Marion Maier machte bei der Veranstaltung deutlich, dass Krisenvorsorge nicht bedeute, Angst zu verbreiten. Vielmehr gehe es darum, Verantwortung zu übernehmen und Strukturen rechtzeitig aufzubauen. „Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger in unseren drei Gemeinden ruhig schlafen können, auch wenn es draußen ungemütlich wird.“