Beispielhaftes Bauen
: 14 Gebäude und Objekte aus dem Zollernalbkreis ausgezeichnet

Darauf darf man stolz sein: Im Zollernalbkreis haben zahlreiche Gebäude und Objekte Vorbildcharakter. Im Rahmen des Verfahrens „Beispielhaftes Bauen“ werden 14 von ihnen ausgezeichnet.
Von
Andrea Maute
Balingen
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  • Gleich zwei Bauten aus Balingen, die eine Auszeichnung erhalten: das Stadtarchiv und der Zollernschlosssteg über die Eyach. Insgesamt werden 14 Gebäude und Objekte aus dem Zollernalbkreis ausgezeichnet.

    Gleich zwei Bauten aus Balingen, die eine Auszeichnung erhalten: das Stadtarchiv und der Zollernschlosssteg über die Eyach. Insgesamt werden 14 Gebäude und Objekte aus dem Zollernalbkreis ausgezeichnet.

    Foto: Georg-Leo Wilkens
  • Das Gebäude 48 in Meßstetten, ein Leuchtturmprojekt für die Entwicklung des interkommunalen Gewerbeparks.

    Das Gebäude 48 in Meßstetten, ein Leuchtturmprojekt für die Entwicklung des interkommunalen Gewerbeparks.

    Foto: Bernd Vosseler
  • So sieht die „Neue Mitte“ in Tailfingen aus.

    So sieht die „Neue Mitte“ in Tailfingen aus.

    Foto: Axel Mayer
  • Das Stadthaus am Markt in Tailfingen.

    Das Stadthaus am Markt in Tailfingen.

    Foto: Fusi & Ammann Architekten
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Sie setzen Impulse, liefern Ideen und sollen nachfolgende Bauherren dazu motivieren, sich buchstäblich ein Beispiel an ihnen zu nehmen: Die 14 Objekte, die im Rahmen des Verfahrens „Beispielhaftes Bauen Zollernalbkreis 2015 – 2023“ ausgezeichnet wurden.

Ziel des Wettbewerbs, den die Architektenkammer unter der Schirmherrschaft von Landrat Günther-Martin Pauli gemeinsam mit dem Landratsamt Zollernalbkreis ausgerufen hatte, war das Aufspüren gut gestalteter Architektur aus allen Lebensbereichen. Diese soll als Leuchtturmprojekt für eine weitere positive Entwicklung der Baukultur im Landkreis fungieren. Wie die Geschäftsführerin der Architektenkammer Baden-Württemberg, Carmen Mundorff, betonte, stand dabei allerdings nicht ausschließlich die Ästhetik im Vordergrund. Gut gestaltete Architektur stehe vielmehr auch für eine hohe Lebensqualität, für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Im Zuge des Verfahrens hatte eine siebenköpfige Jury, bestehend aus Fach- und Sachjuroren, die Aufgabe, aus insgesamt 43 eingereichten Arbeiten eine Auswahl zu treffen. Unter ihnen waren sowohl öffentliche als auch private und landwirtschaftliche Bauten, Gebäude aus dem Bereich Industrie- und Gewerbebau, Garten- und Landschaftsanlagen sowie städtebauliche und stadtgestalterische Projekte.

Objekte mit Vorbildcharakter

Bei der Entscheidungsfindung wurden Kriterien wie Nachhaltigkeit, äußere Gestaltung, innere Raumbildung und Materialien, aber auch das Einfügen in Landschaft und Umwelt berücksichtigt.

14 Auszeichnungen, stellvertretend für zahlreiche Gebäude und Objekte mit Vorbildcharakter, wurden schlussendlich vergeben. Vorgestellt wurden diese am Mittwoch vom Vorsitzenden der Jury, Stadtplaner Philipp Kopp. Die Ehrung wird am 13. September erfolgen.

Insgesamt wurden im Rahmen des Verfahrens 32,6 Prozent der eingereichten Arbeiten prämiert – ein, wie Carmen Mundorff betonte, „hoher Wert“. Ebenfalls erfreulich: 36 Prozent der ausgezeichneten Projekte wurden von Architekten aus dem Zollernalbkreis geplant.

Ideen mitnehmen

Aus den vielen guten Beispielen im Kreis wolle man Ideen für künftige Projekte mitnehmen, betonte Catharina Pawlowskij, Leiterin des Amtes für Kreisimmobilien; ein Punkt, auf den auch Landrat Günther-Martin Pauli einging. „Im Zollernalbkreis versuchen wir Nachhaltigkeit, Artenreichtum und eine ressourcenschonende Bauweise umzusetzen“, betonte er. Aus seiner Sicht wünschenswert wäre es, dass der Gesetzgeber die entsprechenden, oft sehr komplexen Vorschriften „mit Maß und Mitte“ gestalten würde.

Die 14 ausgezeichneten Objekte aus dem Zollernalbkreis

Mehrgenerationenhaus „erlebnisreich wohnen“, Balingen: Bezahlbarer Wohnraum und nachhaltiges Wohnkonzept mit lebendiger Gemeinschaftskultur.

Neue Mitte, Tailfingen: Neue gestalterische Qualität, großflächig und durchgängig erlebbar.

Jugendhaus, Balingen: Beispielhaft auf die Bedürfnisse Jugendlicher abgestimmtes Konzept in Bahnhofsnähe.

Stadtarchiv, Balingen: Zeitlose, funktionale Form mit Glas- und Holzfassade im Erdgeschoss. Städtebaulicher Gegenpart zum runden Turm des Zollernschlosses.

Gebäude 48 – Umnutzung Werkstatt und Lager für Verwaltung, Meßstetten: Das Projekt ist Leuchtturm und Initialzündung für die Entwicklung des interkommunalen Gewerbeparks. Wohltuende Nähe des Baus zur umgebenden Natur.

Kindertagesstätte, Laufen: Durchaus hohe, lichtdurchflutete Räume, überzeugendes energetisches Konzept.

Um- und Ausbau Gebäude Frie 48, Balingen: Beispielhaft für die bauliche Weiterentwicklung des Baukörpers aus den 1970er Jahren.

Gartenschau Balingen: Beispielhafte Gestaltung des landschaftlichen Raumes.

Stadthaus am Markt, Tailfingen: Neue Formensprache durch die Rundungen des Anbaus. Das eingebundene Gemeindehaus von 1938 ist von außen an den Loggien ablesbar.

Vogelhof – Umbau Scheune zu Wohnen, Harthöfe: Beispiel für eine wünschenswerte Belebung ländlicher Bestandsbauten, gekonnter Einsatz erhaltener Elemente.

Sport- und Freizeitgelände Blumersberg, Meßstetten: Umnutzung eines alten Sportplatzes, hohe Aufenthaltsqualität, Mehrwert für den ländlichen Raum.

Zollernschlosssteg über die Eyach, Balingen: Eine elegante Erneuerung der alten PKW-Brücke sowie Stärkung des Fuß- und Radverkehrs.

Wohnen am Mühltorplatz, Balingen: Umsetzung der Mehrfamilienhäuser in Anlehnung an die historische Bebauung des Mühltorplatzes.

Glasgiebelhaus, Margrethausen: Modernes Einfamilienhaus. Fügt sich behutsam in die ländliche Umgebung ein. Das Thema „Holz“ ist überall sicht- und spürbar.