„The SchloSchweKotSchmos“
: Warum diesen Bandnamen kaum jemand richtig ausspricht

Vier Familienväter aus Schömberg haben kurzerhand eine Band gegründet. Erste Erfolge stellen sich bereits ein.
Von
Jennifer Dillmann
Schömberg
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The SchloSchweKotSchmos bestehen aus Lado (Schlagzeug), Dave (Bass), Schmo (Gesang/Gitarre) und Schlotte (Trompete).

The SchloSchweKotSchmos bestehen aus Lado (Schlagzeug), Dave (Bass), Schmo (Gesang/Gitarre) und Schlotte (Trompete).

Jennifer Dillmann
  • Die Band „The SchloSchweKotSchmos“ aus Schömberg vereint vier Familienväter im Rough Ska-Punk.
  • Gegründet 2019, entstand der Bandname aus Nachnamen-Vorsilben – ursprünglich ein Arbeitstitel.
  • Mit eigenen Songs auf Spotify, darunter der virale Hit „Lipstick“, erreichen sie Fans weltweit.
  • Trotz Corona-Hürden: Erste Konzerte und Erfolge, u. a. Gewinn beim Open-See-Festival 2023.
  • Ziel: Regionale Bekanntheit – nächster Auftritt am 6. September beim „Eat and Beat“ in Esenhausen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schloschwekotschmos – bei diesem Wort kommt einem alles und nichts in den Sinn. Handelt es sich vielleicht um eine außergewöhnliche Pflanze oder doch ein russisches Dessert? Aber nein, betitelt ist damit die Rough Ska-Punk-Band aus Schömberg. „Die einen können ihn aussprechen, die anderen nicht“, schmunzelt Schmo.

In Kombination der Nachnamen-Vorsilben entstand der Bandname, anfangs nur als Arbeitstitel gedacht. „Der klingt so unsäglich, den lassen wir“, erinnert sich Dave an die schließlich einstimmig gefasste Entscheidung zurück.

Dave: „Der klingt so unsäglich, den lassen wir“

Ins Leben gerufen wurde das Quartett im Jahr 2019. Die Männer kennen sich aber schon viel länger. Zusammengebracht wurden die Familienväter von ihren Frauen. Bei Daves Anti-Halloween-Scheunenfest saßen die in Schömberg wohnhaften zusammen und schwelgten in Erinnerungen.

Der gebürtige Pfälzer Dave (51) war Teil der ehemals bekannten Came Up Screaming-Band. Lado (45) ist Schlagzeuger bei Heimatgold. Schlotte (39) spielte früher in der Jugendkapelle und Schmo (39) konnte man in jungen Jahren schon in der Schülerband bewundern. Da kam die Idee und Schmo schlug vor: „Komm, wir treffen uns mal ganz unverbindlich in meinem Keller und schauen, ob's passt.“

Stolz auf eigenes Repertpoire

Gesagt, getan. Der Aspekt der Unverbindlichkeit hat sich zu stabilen drei Proben pro Monat entwickelt, in Vorbereitung auf Gigs auch mal zweimal pro Woche. „Einen Schuss haben alle, das ist auch wichtig. Wir verstehen uns gut und die Gemeinschaft, die wir haben, ist nicht nur auf die Musik beschränkt“, sagt Dave. Einen weiteren Vorteil offenbart Schmo: „Wir haben uns in einer Phase gefunden, in der die Musik ein guter Ausgleich ist und alle schon angekommen sind im Leben.“

Irgendwann packte Schmo auch noch seine in der Jugend selbst geschriebenen Lieder aus, denen die Bandmitglieder gemeinsam den unverwechselbaren SchloSchweKotSchmos-Sound verliehen. „Wir sind keine Cover-Band“, stellen sie klar. „Wir sind schon stolz auf unser eigenes Repertoire.“

Willkommen im Probenraum der Band, der seinen ganz persönlichen Charme hat.

Willkommen im Probenraum der Band, der seinen ganz persönlichen Charme hat.

Jennifer Dillmann

Auf der Bühne geben sie besten Scar-Punk mit viel Off-Beat und schnellen Punk-Parts zum Besten. „Auf jeden Fall tanzbare Musik“, merkt Schmo an, was das Publikum immer wieder unter Beweis stelle. „Es ist schön zu sehen, dass den Leuten unsere Musik gefällt – vom 80-jährigen Schwiegervater bis zum vierjährigen Sohn.“

Erste Songs gehen viral

Zwölf Songs haben die vier Schömberger schon kreiert. Zwei davon wurden im Tonstudio aufgenommen und sind auf Spotify zu finden. Die Musiker haben das geschafft, wovon viele andere Eltern wohl träumen: Sie sind ihren Kindern nicht peinlich, im Gegenteil. Der Song „Lipstick“ ist inzwischen viral gegangen und wird sowohl von den jugendlichen Töchtern als auch ihren Freundinnnen gerne für Insta-Reels und TikToks verwendet.

Vier weitere professionell vertonte Songs sind bereits in Planung und sollen spätestens im Frühjahr 2026 publik gemacht werden und sind dann über alle gängigen Streamingplattformen aufrufbar. Obwohl es sich um eine Hobby-Band handelt, ist es quasi unmöglich, die Musiker online nicht zu finden. „Der Name ist einfach unverwechselbar – außer Alexa, die spielt dann immer was anderes“, spricht Schmo aus Erfahrung von seinem Smart-Lautsprecher, der für einen Namen diesen Kalibers offensichtlich nicht smart genug ist.

12 Songs

entstammen mittlerweile aus der eigenen Feder. Zwei davon sind auf den gängigen Streamingplattformen zu finden. Die meisten aktiven Hörer kommen nach Deutschland aus den USA, Kanada, England und den Niederlanden. Aber auch Fans in Vietnam und Norwegen konnten bereits verzeichnet werden.

Obwohl die Männer mit jeder Menge Enthusiasmus in das Bandleben starteten, wurde es zunächst holprig, denn kurz nach der Gründung folgte Corona. Doch sie hielten durch und gaben am 31. Juli 2021 noch mit Hygienekonzept ihr erstes Konzert in Daves Scheune. Mehr als 600 Euro spielten sie an dem Tag ein und spendeten den Betrag an die Flutopfer ins Ahrtal. Getragen wurden sie außerdem durch die Zeit von kleineren Konzerten, die sie für Freunde und Familie im Probenraum gaben.

Den ersten großen Auftritt gab es dann 2022 in Engstingen vor fremdem Publikum. „Wir haben einfach festgestellt: Wir müssen in die Öffentlichkeit“, so Schlotte. Der nächste Meilenstein ließ nicht lange auf sich warten. Anfang dieses Jahres nahm The SchloSchweKotSchmos beim Bandcontest teil, der vom Kulturland Konstanz ausgeschrieben wurde. Bei der Internetabstimmung mit mehr als 30 Bands landeten sie unter den ersten acht, womit sie in den Vorentscheid kamen.

Beim Gig vor Ort sorgten Jury und Publikum dafür, dass sie als Gewinner unter den vier besten Bands beim Open-See-Festival in Konstanz spielen durften. „Es ist Nervenkitzel, auch für uns“, sagt Schmo. Ob bei den gestandenen Männern vor jedem Auftritt die Aufregung aufkommt? „Klar“, sagt Lado, „Ein Stück weit Aufregung gehört dazu. Das wär' sonst nicht gut.“

Welches Ziel die Band verfolgt? „Wir wollen eine solide, regional bekannte Größe werden“, sagt Dave. „Aber ein Auftritt in Vegas darf es auch sein“, ergänzt Lado bescheiden. Als Nächstes geht es für The SchloSchweKotSchmos aber erst mal nach Esenhausen zum „Eat and Beat“ am 6. September.

Künstlerischer Ausdruck und Musik gehören schon seit jeher zusammen.

Künstlerischer Ausdruck und Musik gehören schon seit jeher zusammen.

Jennifer Dillmann