Anstieg der Influenzafälle
: Robert-Koch-Institut empfiehlt Grippe-Impfung

Die Zahl der Influenzafälle steigt auch im Zollernalbkreis deutlich an. Allerdings nicht so stark wie in den Nachbarlandkreisen Tübingen und Reutlingen.
Von
swp
Zollernalbkreis
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Grippe: ARCHIV - 29.10.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart: Medikamente und eine Kanne und Tasse Tee zur Bekämpfung einer Erkältung sind auf einem Nachttisch aufgestellt. (zu dpa: «Grippesaison in Sachsen - Zwei Corona-Tote in erster Woche») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Grippe: Medikamente und eine Kanne Tee zur Bekämpfung einer Erkältung sind auf einem Nachttisch aufgestellt.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Influenzafälle im Zollernalbkreis steigen, aber weniger stark als in Tübingen und Reutlingen.
  • AOK-Bericht: Grippebehandlungen im Zollernalbkreis jährlich um 12,90% gestiegen, landesweit um 15,26%.
  • Robert-Koch-Institut empfiehlt Grippeschutzimpfung für Risikogruppen.
  • Ärztin betont: Grippeimpfung besonders wichtig für ältere und chronisch kranke Menschen.
  • Hygiene- und Gesundheitsregeln zur Grippevermeidung empfohlen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Grippebehandlungen ist in den vergangenen fünf Jahren in der Region deutlich gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK Neckar-Alb hervor. Demnach hat sich die Zahl der AOK-Versicherten, die wegen einer Influenza ärztlich behandelt werden musste, im Zollernalbkreis um jährlich 12,90 Prozent im Schnitt vergrößert. In den Nachbarkreisen stieg deren Zahl um 26,27 Prozent in Tübingen und im Kreis Reutlingen sogar um 40,38 Prozent. Auf Landesebene verzeichnete die Kasse einen Anstieg an Grippebehandlungen von 15,26 Prozent. In absoluten Zahlen waren in ganz Baden-Württemberg im vergangenen Jahr 44.539 AOK-Versicherte betroffen, 1.071 davon im Zollernalbkreis.

Immunsystem stärken

Einen besonders hohen Anstieg an Influenzabehandlungen gab es von 2021 auf 2022, im Zollernalbkreis von 1081 auf 2142 Fälle. Der plausibelste Grund hierfür: Durch die extremen Hygiene- und Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie haben sich die Menschen weniger mit Grippe angesteckt. Gleichzeitig wurde dadurch jedoch das Immunsystem nicht trainiert. Danach kam es zu einem sprunghaften Anstieg an Influenza-Patienten, weil das Immunsystem geschwächt war.

Für die kommende Herbst-Winter-Saison erwarten Experten wieder eine heftige Grippewelle. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt daher die Grippeschutzimpfung für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. AOK-Ärztin Dr. Sabine Hawighorst-Knapstein erläutert: „Bei jungen, gesunden Menschen sorgt das Immunsystem dafür, dass Viren und andere Erreger weitestgehend in Schach gehalten werden. Doch mit zunehmendem Alter und bei chronischen Erkrankungen lassen diese Abwehrkräfte des Körpers nach: Infektionskrankheiten wie die Grippe können jetzt gefährliche Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören zum Beispiel Lungenentzündungen, schwere Bronchitis, Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine Grippe kann außerdem Asthmaanfälle verursachen. Deshalb ist die Grippeschutzimpfung für ältere und chronisch kranke Menschen unerlässlich.“

Ansteckung vermeiden

Grundsätzlich rät die Ärztin, durch bestimmte Verhaltensregeln und Gesundheitstipps eine Ansteckung möglichst zu vermeiden: Dazu gehören gründliches und häufiges Händewaschen, husten und niesen am besten in die Armbeuge, Türklinken, Haltegriffe und anderes im Winter nur mit Handschuhen anfassen, geschlossene Räume mehrfach täglich für je fünf bis zehn Minuten lüften, ausreichend trinken, Hals und Kopf vor Kälte schützen, ausreichend schlafen und Stress reduzieren, viel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte essen. Weitere Informationen zur Grippeschutzimpfung gibt es im Internet: https://www.aok.de/pk/leistungen/impfungen/grippe/