Alexander Baumgärtner feiert Organistenjubiläum
: Sein Herz schlägt für Bach und die französische Sakralmusik

Es ist ein Tête-à-Tête mit der Königin der Instrumente: Seit vierzig Jahren ist Alexander Baumgärtner als Organist tätig. Mit Klanggefühl, Virtuosität und Leidenschaft prägt er Gottesdienste und Konzerte gleichermaßen.
Von
Andrea Maute
Balingen/Hechingen
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Alexander Baumgärtner auf der Orgelempore in der Johanneskirche in Hechingen. In diesem Jahr kann er sein 40-jähriges Orgeljubiläum feiern.

Alexander Baumgärtner auf der Orgelempore in der Johanneskirche in Hechingen. In diesem Jahr kann der Ostdorfer sein 40-jähriges Orgeljubiläum feiern.

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  • Alexander Baumgärtner ist seit vierzig Jahren Organist und prägt Gottesdienste und Konzerte.
  • Er spielt in Hechingen als Kantor und Organist und leitet Unterricht für Klavier, Orgel und Keyboard.
  • Seine Schwerpunkte sind Bach und französische Sakralmusik, zudem liebt er Jazz, Blues und Musicals.
  • Stationen waren u. a. HMDK Stuttgart, Tübingen, Trossingen und die Burg Hohenzollern.
  • Konzert in Ostdorf: Am Samstag, 18. Juli, 19 Uhr mit Juandalynn R. Abernathy, Eintritt frei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Die Orgel ist ohne Zweifel das größte, das kühnste und das herrlichste aller von menschlichem Geist erschaffenen Instrumente. Sie ist ein ganzes Orchester, von dem eine geschickte Hand alles verlangen, auf dem sie alles ausführen kann“: Mit diesen Worten rühmte der französische Schriftsteller Honoré de Balzac das Instrument.

Einer, der die Orgel meisterhaft zu spielen weiß, ist Alexander Baumgärtner. Er ist nicht nur Organist, sondern auch Kantor, Pianist, Chor- und Bandleiter. Heuer steht allerdings sein Spiel auf der „Königin der Instrumente“ im Mittelpunkt, denn der in Ostdorf lebende Musiker kann 2026 sein 40-jähriges Organistenjubiläum feiern.

Ein Faible für französische Sakralmusik

Die Musik - sie wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt. Der Vater spielte Akkordeon, die Mutter Melodika und Gitarre. Bis heute wird Hausmusik in der Familie großgeschrieben, denn auch seine Ehefrau Margot, die Erzieherin im Kindergarten Balingen ist, ist musikalisch bewandert. „Sie spielt ebenfalls Gitarre“, lässt Alexander Baumgärtner wissen, bei dem einst alles mit der E-Orgel angefangen hat.

Sein Talent für das Tasteninstrument war nicht nur unüberhörbar, es trug auch reiche Früchte. 1984 wurde er in Stuttgart Deutscher Meister, ein Jahr später in Frankfurt Europäischer Meister im Orgelspiel.

Früh erwachte seine Liebe zur Kirchenmusik, die er ab 1986 bei Kirchenmusikdirektor Gerhard Rehm in Balingen erlernte. „Der Schwerpunkt lag hier auf der Improvisation und dem Literaturspiel“, erzählt Alexander Baumgärtner. Orgelunterricht erhielt er des Weiteren bei Kay Johannsen, der heute als Stiftskantor und -organist in Stuttgart tätig ist. „Jeder hat mich auf seine ganz eigene Weise geprägt“, sagt er im Rückblick.

Zu den Stationen, die er im Zuge seiner Ausbildung durchlief, gehören das weltweit bekannte Institut für Orgel und Historische Tasteninstrumente an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HMDK) Stuttgart, die Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und die Musikhochschule Trossingen. Fünf Jahre war Alexander Baumgärtner zudem als Organist in Albstadt-Laufen tätig.

Stellt man ihm heute die Gretchenfrage „Lieber klassisch oder modern?“, muss er nicht lange überlegen. „Ich mag beides“, verrät er und meint damit sowohl Jazz, Blues und Musicals als auch Bach, Mozart und Beethoven.

Die musikalische Umrahmung der Gottesdienste gestaltet Alexander Baumgärtner gerne im modernen Stil. „Es sei denn, es handelt sich um eine Andacht, die nach klassischer Literatur verlangt", schickt er hinterher.

Zu seinen Lieblingskomponisten gehört der Meister des Barock, Johann Sebastian Bach. „Im zeitgenössischen Bereich interessiert mich hingegen die französische Sakralmusik“, lässt er wissen. Diese vereine tiefe Emotionalität, schillernde Farbenpracht und eine ganz besondere Klangästhetik.

Musikalische Heimat in Hechingen

Apropos Emotionalität: So ein 40-jähriges Jubiläum ist natürlich ein schöner Anlass, um sich besondere Momente in der bisherigen musikalischen Laufbahn ins Gedächtnis zu rufen. Lebhaft denkt Alexander Baumgärtner etwa an seinen ersten Gottesdienst zurück, den er unter dem damaligen Pfarrer Hans-Michael Barfuß in der Medarduskirche Ostdorf umrahmte. „In dieser Kirche durfte ich auf der Orgel üben und habe dann immer auf dem Kirchturm dem Läuten der Kirchenglocken gelauscht“, erinnert er sich.

Einen sicher nicht alltäglichen Arbeitsplatz hatte er auf der Burg Hohenzollern. „Eine tolle Location“, schwärmt Baumgärtner über seine fünfjährige Tätigkeit als Organist an diesem historischen Ort.

Seit 20 Jahren liegt seine musikalische Heimat nun in Hechingen, wo er als Kantor und Organist bei der Evangelischen Kirchengemeinde Hechingen tätig ist und Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen umrahmt. Hier fühlt er sich wohl, hat „ein tolles Team“ um sich und genießt die Arbeit in „familiärer Atmosphäre.“ 2009 hat Alexander Baumgärtner in der Kirchengemeinde die Jugendband „Holy Beatz“ ins Leben gerufen, die er 15 Jahre lang leitete und in der neben der Musik ebenfalls das Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt stand.

Zum festen Stamm der Band gehörten sieben, acht Jugendliche, von denen es die meisten nach dem Schulabschluss allerdings zum Studium in andere Gefilde verschlug. Der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bleibt der Ostdorfer aber weiterhin treu. Neben Klavier- und Orgel- bietet er auch Keyboardunterricht an.

Konzertabend in der Ostdorfer Medarduskirche

Im Laufe der Zeit hat Alexander Baumgärtner verschiedene Chöre geleitet. Heute konzentriert er sich aus zeitlichen Gründen auf den Sängerbund Balingen. In der Eyachstadt - genauer gesagt in der Stadtkirche - steht auch seine „Lieblingsorgel.“ Ihr Orgelwerk verfügt über 54 Register auf vier Manualen sowie ganze 3952 Pfeifen. Sie spielen zu dürfen sei für einen Organisten sozusagen „die Krönung.“

Für einen besonderen Konzertabend, der am Samstag, 18. Juli, um 19 Uhr stattfindet, geht es im Jahr seines 40-jährigen Organistenjubiläums allerdings zurück zu seinen musikalischen Wurzeln. Unter der Überschrift „Ein Hauch von Weltgeschichte in Balingen-Ostdorf!“ wird die bekannte Sopranistin Juandalynn R. Abernathy - Patentochter von Dr. Martin Luther King - in der Medarduskirche Ostdorf Welthits zum Vortrag bringen. Begleitet wird sie dabei von Dominik Jäckle (Schlagzeug) und Dennis Jäckle (Trompete, Sopran- & Altblockflöte). Die musikalische Gesamtleitung hat Kantor Alexander Baumgärtner. Dazu gibt es Impulse sowie den Reise- und Urlaubssegen durch Pfarrer Dr. Martin Brändl. Der Eintritt ist frei, Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen.