61-Jähriger aus Albstadt
: Michael Stumpf kämpft gegen Krebs – Kinder sammeln Spenden

Ein Tumor auf der Bauchspeicheldrüse hat das Leben des Albstädters Michael Stumpf auf den Kopf gestellt. Seine sechs Kinder sammeln nun Spenden für den schwer kranken Vater.
Von
Lea Irion
Albstadt
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Michael Stumpf aus Albstadt hat tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Michael Stumpf aus Albstadt hat tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Privat
  • 61-Jähriger aus Albstadt hat inoperablen Bauchspeicheldrüsentumor an einer Arterie.
  • Chemo mit Folfirinox startet im Juni – Ziel ist, den Tumor für eine OP zu verkleinern.
  • Sechs Kinder sammeln auf Gofundme Spenden für Miete, laufende Kosten und Zweitmeinungen.
  • Bisher kamen etwas über 1000 Euro zusammen, 10.000 Euro sind als Ziel genannt.
  • Er arbeitet in der IT, musste Sommeraufträge absagen und befindet sich in der Scheidung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Anfang standen die Bauchschmerzen. Das Stechen, das Ziehen im Rücken. Früher hatte Michael Stumpf immer wieder Probleme mit der Magenschleimhaut. Aber diese Schmerzen waren anders. Intensiver, lähmender. Einige Tage lang schluckte Stumpf den Schmerz runter. Vergebens.

Dann rief er seinen Arzt an.

Ultraschall, Endoskopie, Biopsie. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie Krebs haben“, war die Antwort. Ein Tumor auf der Bauchspeicheldrüse, noch dazu ein tückischer. Er liegt an einer Arterie. Inoperabel. Gestreut hat er nicht. Die einzige Option: Chemo, alle zwei Wochen. Folfirinox, das Medikament, ist aggressiv. Aber auch sehr wirksam.

„Ich habe keine Zeit zum Sterben“

Die Person, die all diese Informationen aus dem Stegreif am Telefon durchgibt, ist Vanessa Stumpf. Als Tochter habe sie seit der Diagnose „ein gefühltes Medizinstudium“ durchlaufen. Begriffe der Tumorbiologie prägen inzwischen ihren Alltag, am meisten: das Pankreaskarzinom. Bald aber ist Juni. Der Monat, in dem die Chemo startet. Und damit auch die Hoffnung.

Bestenfalls wird der Tumor dann kleiner. Viel kleiner. „So, dass er keine Arterien mehr berührt“, sagt Vanessa Stumpf. Die Ärzte könnten operieren, Michael Stumpf könnte leben. Der 61-Jährige ist noch berufstätig. Die Aufträge, die er für den Sommer hatte, musste er absagen. Ein Umstand, der ihm das Genick bricht.

Bereits in der Pandemie rang Stumpf um jeden Pfennig. Er arbeitet schon länger in der IT-Branche, seit den Zehnerjahren ist er selbstständig. Die Kosten, die er nun vorstrecken muss, sprengen den Rahmen. Dazu durchläuft er eine Scheidung. „Ich habe keine Zeit zum Sterben“, soll Stumpf scherzhaft gesagt haben. Seiner Tochter kommen am Telefon die Tränen.

Er wollte Zeit nachholen – dann kam die Diagnose

Sechs Kinder aus zwei Ehen hat der 61-Jährige, darunter welche im Teenager-Alter. „Vor allem für die wollte er sich jetzt mehr Zeit nehmen“, erzählt Vanessa Stumpf. Die 37-Jährige habe ihren Vater als Kind nicht oft zu Gesicht bekommen. Er sei beruflich immer viel auf Achse gewesen. Dazu eine schwierige Kindheit, zwei Scheidungen. „Und trotzdem findet er immer etwas Positives im Leben.“

Über die Plattform Gofundme sammeln Vanessa Stumpf, ihr Bruder und ihre Halbgeschwister Spenden für den schwer kranken Vater. 10.000 Euro sind das Ziel, um Miete und laufende Kosten tragen zu können, Behandlungen an Spezialkliniken oder Zweitmeinungen zu ermöglichen. Etwas mehr als 1000 Euro kamen bislang zusammen. Das Geld soll dem Albstädter auch Luft zum Atmen geben. Damit mehr Energie für die Genesung bleibt.

"Er ist einfach ein Stehaufmännchen", sagt Vanessa Stumpf über ihren Vater Michael.

"Er ist einfach ein Stehaufmännchen", sagt Vanessa Stumpf über ihren Vater Michael.

Privat

Zuletzt habe der 61-Jährige seine freie Zeit vor allem für Familienabende genutzt. „Er war ja schon immer ein Familienmensch“, lässt seine Tochter wissen. Das, was er früher verpasst habe, wollte er aufholen. Vor wenigen Wochen erst sei er zum Brettspielen da gewesen. Dann kamen die Bauchschmerzen. Seither plagt Vanessa Stumpf die Frage, ob ihr Vater die Zeit, die er aufholen wollte, noch bekommen wird.

Behandelt wird er im Balinger Krankenhaus. Zwischen den Chemos darf er nach Hause. Vanessa Stumpf wohnt schon länger nicht mehr daheim. Sie schreibt ihrem Vater daher jeden Tag, ruft jeden Tag an. Er rede viel davon, dass er natürlich kämpfen wolle, für seine Kinder. „Er macht auch noch seine Witze“, sagt die 37-Jährige. Sie kennt ihn nicht anders: Auf einem der Fotos für die Spendenkampagne steht Michael Stumpf mit gekreuzten Beinen da, breit grinsend. „Ich bin dieser legendäre Michael, von dem alle reden“, steht auf seinem Shirt.

Ein „Stehaufmännchen“ sei ihr Vater, sagt Vanessa Stumpf und kämpft noch einmal gegen die Tränen. Sie mache sich viele Gedanken. Über verpasste Chancen. Über das, was wohl noch kommt,  was am Ende sein wird. Am Anfang steht nun aber die Chemo. Und dann sehe man weiter.