Wirtschaft in Meßstetten
: Mattes und Ammann entlässt 25 Mitarbeiter – das sind die Gründe

Umwälzungen in der Tieringer Wirtschaft kündigen sich an: Die Firma „Mattes und Ammann“ verkauft im Zuge von Umstrukturierungen Hallen an den Nachbarn Interstuhl.
Von
swp/buxx
Meßstetten
Jetzt in der App anhören
Das Tieringer Unternehmen entlässt Mitarbeiter.

Das Tieringer Unternehmen entlässt 25 Mitarbeiter.

Sebastian Buck
  • Mattes und Ammann entlässt 25 Mitarbeiter wegen Umstrukturierungen.
  • Lager und Logistik werden von Tieringen nach Bad Salzuflen verlagert.
  • Interstuhl kauft fünf Hallen von Mattes und Ammann.
  • Beide Firmen betonen Zukunftsperspektive für Standort Tieringen.
  • Sorgen um die Automobilindustrie bestehen, aber keine Verschärfung erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Textilveredler „Mattes und Ammann“ aus Meßstetten-Tieringen nimmt eine weitreichende Umstrukturierung vor: Das Lager, Teile der Logistik sowie die Warenendkontrolle werden vom Stammsitz in Tieringen an den Standort Bad Salzuflen verlagert. In der ostwestfälischen Tochterfirma „Blanke Textech“ sei in den vergangenen Jahren massiv investiert worden – in „Gebäude, effiziente Abläufe und nachhaltige Infrastruktur“, wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilt.

Der Standort Tieringen bleibe jedoch das Herzstück der Firma: „Die gesamte Produktion, das Labor und der Großteil unserer Administration sind und bleiben hier.“ Man verfolge auch am Stammsitz das Ziel, weiterzuwachsen und zu investieren. Im Zuge der Neuordnung kommt es zu personellen Veränderungen – von „notwendigen Freistellungen“ spricht das Unternehmen, das die Automobilbranche mit seinen Produkten beliefert. Konkret betroffen sind 25 an der Zahl, wie Prokurist Thomas Ganz auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE erklärt. Notwendig geworden sei die Umstrukturierung nicht nur wegen eines herausfordernden Marktumfeldes, sondern auch, weil man aktuell manche Tätigkeiten „doppelt“ mache, das falle dann weg, respektive werde nach Bad Salzuflen verlagert. Was Ganz mit Blick auf das betroffene Personal aber auch einräumt: „Komplett ohne Kündigungen wird es nicht gehen.“ Doch man wolle für alle betroffenen Mitarbeiter individuelle Lösungen finden.

Interstuhl übernimmt Hallen

Parallel zur Umstrukturierung hat das benachbarte Unternehmen Interstuhl fünf Hallen von „Mattes und Ammann“ übernommen – insgesamt 17.500 Quadratmeter Nutzfläche auf einem rund 90.000 Quadratmeter großen Areal direkt gegenüber dem Interstuhl-Hauptsitz. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, betonen die beiden Firmen.

Die neuen Flächen sollen die Produktions- und Logistikprozesse von Interstuhl langfristig sichern. Bestehende Außenlager könnten dadurch zentralisiert und Raum für strategisches Wachstum geschaffen werden. „Wir beweisen damit, dass wir an den Standort Meßstetten-Tieringen glauben und unsere Produkte leistungsfähig und mit hoher Qualität fertigen können“, erklärt Interstuhl-Geschäftsführer Joachim Link.

Die aktuellen Sorgen reichen

Beide Unternehmen betonen unisono und sind davon überzeugt, dass es sich nicht um einen Rückzug aus Tieringen handele, sondern um eine zukunftsgerichtete Aufstellung mit klarer regionaler Perspektive. „Mattes und Ammann“ formuliert es in seiner Mitteilung so: „Unsere Vision ist klar: Zwei starke Standorte, die sich ergänzen. Ein nachhaltiger, effizienter Weg in die Zukunft.“ Die frei gewordenen Hallen in Tieringen werden durch die Übernahme durch Interstuhl direkt weitergenutzt. Das sei, so Mattes & Ammann, „ein starkes Zeichen regionaler Zusammenarbeit“. Stichwort Zukunft: Die sieht beim Blick auf die Automobilindustrie und somit auch für deren Zulieferer nicht zwingend rosig aus. Doch Thomas Ganz ist da nicht bange: Man rechne im Moment nicht mit einer Verschärfung der Lage auf dem Weltmarkt. Klar ist aber auch: „Die Sorgen, die aktuell da sind, die reichen uns.“