Wasserversorgung in Winterlingen
: Verunreinigtes Trinkwasser – wie es jetzt weitergeht

Im Winterlinger Teilort Harthausen auf der Scheer muss seit dem Wochenende das Wasser abgekocht werden. Jetzt laufen die Untersuchungen im Hintergrund auf Hochtouren.
Von
Sebastian Buck
Winterlingen
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Wasserhahn: ARCHIV - 10.11.2023, Baden-Württemberg, Ravensburg: Trinkwasser läuft aus einem Wasserhahn. (zu dpa: «Bakterien – Greifswalder sollen Trinkwasser abkochen») Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Trinkwasser in Winterlingens Teilort Harthausen muss nach wie vor abgekocht werden. Seit Samstagabend ist das Abkochgebot in Kraft. Jetzt wartet man auf die Ergebnisse aus dem Labor.

Felix Kästle/dpa
  • Trinkwasser in Winterlingen-Harthausen wegen Enterokokken verunreinigt – Abkochgebot bleibt bestehen.
  • Wasser muss sprudelnd aufgekocht und mindestens 10 Minuten abgekühlt werden, bevor es genutzt wird.
  • Ursache der Verunreinigung unklar, Tests an Hochbehälter und Ortsnetz laufen – Ergebnisse frühestens Mittwoch.
  • Enterokokken können gefährlich sein, besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
  • Gemeinde informiert über www.winterlingen.de, Fragen beantwortet Michael Rieber unter 07434/279-59.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Da staunten die Bürger von Winterlingen-Harthausen nicht schlecht, als sie am Wochenende einerseits einen Zettel in ihren Briefkästen fanden und andererseits die Feuerwehr entdeckten, wie diese mit Lautsprecherdurchsagen durch die Straßen fuhren. Das Trinkwasser sollte abgekocht werden, wegen einer „bakteriellen Verunreinigung“, wie es auch in einem auf der Homepage veröffentlichten Schreiben zu lesen ist. Wichtig sei es, das Leitungswasser nur abgekocht zu trinken – nach sprudelndem Aufkochen mindestens zehn Minuten abkühlen lassen.

Auch Brauchwasser, das zum Kochen von Speisen, Zähneputzen oder Reinigen von Wunden genutzt wird, muss abgekocht werden, um die Bakterien unschädlich zu machen. Auch in der Woche nach dem ersten Alarm besteht das Abkochgebot weiterhin für den Winterlinger Teilort Harthausen. Allerdings auch nur für diesen, wie Frank Maier vom Bauamt erklärt. Aufgefallen sei die bakterielle Verunreinigung des Trinkwassers bei einer Beprobung am Kindergarten, sagt Maier. Turnusmäßig werde immer wieder an verschiedenen Stellen im Versorgungsnetz Wasserproben entnommen – eben, um frühzeitig mögliche Verunreinigungen zu erkennen. „Da gibt es einen festen Beprobungsplan“, erklärt der Bauamtsleiter.

Proben am Hochbehälter

Jetzt hat die Gemeinde natürlich umgehend weitere Wasserproben veranlasst. Etwa am Hochbehälter, im Ortsnetz von Harthausen und auch in Bitz. Jetzt heißt es warten auf die Ergebnisse, wie Frank Maier erklärt: „Mit den Ergebnissen ist frühestens am Mittwochmittag zu rechnen.“ Dann wisse man mehr und könne entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Apropos: Wie die Bakterien eingeleitet worden sind, das weiß man in der Winterlinger Verwaltung indes nicht. Das könne man schlicht nicht feststellen, sagt Bauamtsleiter Maier. Was es aber war, das hat man bei der Routine-Beprobung herausgefunden: Enterokokken waren wohl im Wasser gefunden worden.

Das erklärt auch die schnelle Handlung von Verwaltung und Feuerwehr noch am Samstag: Enterokokken können gefährlich sein, da sie Harnwegsinfektionen, Bauchfellentzündungen, im Extremfall sogar Blutvergiftungen oder und Herzinnenhautentzündungen verursachen können – insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorschäden an den Herzklappen. Die Gefahr wird durch die Fähigkeit der Bakterien verstärkt, dass sie Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln können, was die Behandlung natürlich erschwert.

Deshalb bleibt das Abkochgebot solange in Kraft, bis es von der Gemeinde offiziell aufgehoben wird. Zwar könne manchmal auch ein Fehler bei der Analyse vorliegen, sagt Maier, doch logischerweise geht man hier auf Nummer sicher. Und wartet zunächst die Ergebnisse aus dem Labor ab. Dann, so der Bauamtsleiter, sehe man weiter und könne entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Informationen zum Wasser

Die Gemeinde Winterlingen hält die Bürger über ihre Homepage www.winterlingen.de auf dem Laufenden über das geltende Abkochgebot. Fragen beantwortet auch telefonisch Michael Rieber vom Wasserwerk, zu erreichen unter Telefon 07434/279-59 oder unter der Mobilnummer 0178/8959728.