Wasserversorgung in Albstadt: Altersschwache Gussleitung durch moderne Technik ersetzt

Der Heersbergweg in Burgfelden wird im Frühjahr instandgesetzt.⇥
Horst SchweizerIn den letzten Wochen wunderte sich mancher Spaziergänger oder Wanderer, dass in gewissen Abständen entlang des Weges, der vom Parkplatz aus zum Heersberg führt, Löcher gegraben waren. „Wir haben dort eine neue Überlandleitung im grabenlosen Verfahren verlegt“, erläutert Frank Tantzky Abteilungsleiter Bau und Instandhaltung bei den Albstadtwerken.
Zwei Rohrbrüche der alten Gussleitung
Der eigentliche Grund seien zwei Rohrbrüche an der bisherigen Gussleitung gewesen, von welcher einer repariert wurde. Wie alt diese Gussleitung ist, das bedurfte keiner langen Suche, sondern einer Nachfrage beim Burgfelder Heimatforscher Reinhard Mayer. Er verwies umgehend auf sein Buch „Vom Weiler zum Stadtteil“ aus dem Jahr 2010, in welchem um das Jahr 1960 festgehalten wurde: „Der Gemeinderat diskutiert über die zukünftige Wasserversorgung mit einem deutlich höheren Leitungsdruck. Zur Disposition stehen ein Wasserturm oberhalb des Kessels oder eine teurere Variante mit einem Reservoir auf dem Gewann Berg. Die teurere, ökologisch bessere Variante wird 1968 gebaut“.
In der damaligen Ebinger Zeitung stand zu jener Zeit: „Auf dem Heersberg wird ein Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 80 Kubikmetern erstellt. Die Höhenlage ergibt einen Wasserdruck von vier Bar im Netz“. Das grabenlose Verfahren werde von der schweizerischen Firma Sanivar durchgeführt, die wegen ihrer guten Arbeiten immer wieder Partner der Albstadtwerke sei, so Frank Tantzky. Die Kosten beim grabenlosen Verfahren lägen bei 40 bis 50 Prozent gegenüber der offenen Bauweise, zudem werde deutlich weniger Schaden auf den Grundstücken angerichtet.
Naturschutz verzögerte Arbeiten
Der Hochbehälter auf dem Heersberg, „unser schönst gelegener“, lacht Frank Tantzky, wird von dem vor einigen Jahren neu gebauten Pumpwerk in Margrethausen durch moderne Pumpen mit sanftem Anlauf versorgt. Das Wasser sei früher von der Hohenberg–Gruppe bezogen worden, heute kommt es vom Wasserwerk Ehestetten. Wenn der Wasserstand im Hochbehälter einen gewissen Stand erreicht habe, werde dieser automatisch wieder durch die Pumpen für die Versorgung von Burgfelden befüllt. Mit der Sanierung der Fallleitung wurde aus Naturschutzgründen im November begonnen. „In diesem Zeitraum wird kein Wachstum beschädigt und es gibt es keine Bodenbrüter“, so Tantzky. Während dieser Zeit war der Hochbehälter außer Betrieb gesetzt, Burgfelden direkt durch die Pumpen versorgt. An den aufgegrabenen Stellen wurde von den Fachleuten die alte Gussleitung aufgetrennt und von dort aus immer abschnittsweise bis maximal 50 Meter durch Inliner ein neuer PE–Spezialschlauch eingezogen.
An den geöffneten Gussleitungen wurden die Schlauch–Teilstücke miteinander verbunden und die Öffnungen wieder verschlossen. Da es in der Gussleitung, die immerhin 55 Jahre alt ist, auch deutliche Ablagerungen gab, war der Wasserdurchfluss nicht mehr so gut wie einst. „Mit dem neuen, innen glatten Spezialschlauch, haben wir nun 30 Prozent mehr Durchfluss“, so Frank Tantzky. Er ist voll des Lobes über die Arbeitsweise der Schweizer Firma und seinem Team der Albstadtwerke, „die haben super geschafft, selbst als Regen und Schnee teils waagrecht daherkamen, wurde nicht unterbrochen“.
Was noch aussteht, ist die Instandsetzung am Heersbergweg, wo gegraben wurde. Man wartet den Frühling ab, denn derzeit kann kein Asphalt eingebaut werden.
