Hitze im Zollernalbkreis
: Versorger appelliert – bitte Wasser sparen!

Die Hitzewelle hält an, es gibt keinen Niederschlag. Das zwingt auch örtliche Wasserversorger zum Handeln. Was jetzt geboten ist.
Von
swp
Zollernalbkreis
Jetzt in der App anhören
Reichlich „ausgemistet“ ist das „Wasserwerk Neidinger Mühle“ im Donautal. Die Umbaumaßnahmen zur Reaktivierung laufen auf Hochtouren. Nur noch zwei der einst sechs voluminösen Wasserfilter sind stehengeblieben. Sie werden für einen anderen Zweck weitergenutzt.

Reichlich „ausgemistet“ ist das „Wasserwerk Neidinger Mühle“ im Donautal. Die Umbaumaßnahmen zur Reaktivierung laufen auf Hochtouren. Nur noch zwei der einst sechs voluminösen Wasserfilter sind stehengeblieben. Sie werden für einen anderen Zweck weitergenutzt.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer
  • Hohenberggruppe bittet wegen Hitze und Trockenheit um sparsamen Trinkwasserverbrauch.
  • In Nachmittags- und Abendstunden gibt es Spitzen, Kapazitäten werden stark beansprucht.
  • Empfohlen werden u.a. Brunnen stoppen, Bewässerung reduzieren und Pools nicht befüllen.
  • Versorgung ist gesichert – ein Tag mit 13.447 m³ zeigte aber die Grenzen auf.
  • Neue Anlagen: Wasserwerk Beuron-Langenbrunn läuft, Neidinger Mühle wird reaktiviert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe nimmt die aktuelle Situation zum Anlass und bittet um einen verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser. Die anhaltend trockene Witterung der vergangenen Wochen und Monate sowie die zuletzt hohen Temperaturen führen zu einem deutlich erhöhten Trinkwasserverbrauch.

Zwar konnte die Versorgung der angeschlossenen Städte und Gemeinden laut einer Pressemitteilung der Hohenberggruppe bislang jederzeit sichergestellt werden. Dennoch beobachten die Verantwortlichen insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden sehr hohe Verbrauchsspitzen, die die Gewinnungs-, Förder- und Speicherkapazitäten zunehmend beanspruchen. Kurzfristige Regenereignisse führten hierbei lediglich zu einer vorübergehenden Entspannung und ersetzen keine länger anhaltenden Niederschlagsphasen, die für eine neue Grundwasserbildung aber dringend notwendig wären.

Was jetzt zählt

In einem persönlichen Schreiben an die Mitgliedskommunen der Hohenberggruppe appelliert der Verbandsvorsitzende Frank Schroft zum umsichtigen Umgang mit Trinkwasser, insbesondere möchte er alle Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden, aber auch deren Bürger sensibilisieren. Dazu zählen insbesondere:

  • die Einstellung oder zeitweise Außerbetriebnahme öffentlicher Brunnenanlagen, soweit diese mit Trinkwasser gespeist werden
  • der Verzicht auf Löschübungen der Feuerwehr, sofern diese nicht zwingend erforderlich sind
  • die Einschränkung oder Aussetzung der Bewässerung öffentlicher Sport-, Tennis- und Freizeitanlagen
  • die Reduzierung der Bewässerung öffentlicher Grünflächen, Pflanzbeete und sonstiger kommunaler Anlagen auf das unbedingt notwendige Maß
  • die Sensibilisierung örtlicher Vereine, Verbände und privater Einrichtungen hinsichtlich eines sparsamen Umgangs mit Trinkwasser
  • die Kontaktaufnahme mit Betreibern von Hallen- und Freibädern mit der Bitte, den Einsatz von Frischwasser auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken
  • die Information der Bevölkerung über die kommunalen Informationskanäle mit der Bitte, auf nicht zwingend notwendige Wasserverbräuche – beispielsweise die Bewässerung von Rasenflächen, das Befüllen privater Pools oder sonstige wasserintensive Nutzungen – möglichst zu verzichten.

Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe legt großen Wert auf eine Versorgungssicherheit seiner 28 Mitgliedskommunen und den hier lebenden, über 100.000 Menschen. Dafür investiert der Zweckverband seit Jahren viele Millionen Euro. Die Bürgerinnen und Bürger in allen Verbandsgemeinden sollen zu jederzeit den Wasserhahn aufdrehen können und es kommt Wasser. Nicht zu vergessen die Feuerwehren, denen 24/7 ausreichend Löschwasser zur Verfügung stehen sollte.

Der Verbrauch wiederum steigt seit vielen Jahren an. Waren es 2012 noch knapp 2,6 Millionen Kubikmeter, so summierte sich der Wasserverbrauch im vergangenen Jahr auf 3,4 Millionen Kubikmeter; Tendenz weiter steigend.

2025 gab es einen besonders kritischen Tag

Kausal dafür sind die wärmeren Sommermonate, weniger Regen und deshalb deutlich längere Trockenperioden. So manche Verbandskommune kann dann spürbar weniger Eigenwasser zapfen und die Nachfrage nach Wasser aus dem großen Netz der Hohenberggruppe wächst. Tatsächlich gab es 2025 einen kritischen Tag, an dem die Versorgungssicherheit nicht nur an, sondern erstmals über ihre Grenzen des Wasserdargebots stieß, wie der technische Betriebsführer des Zweckverbands, Christian Berger, bei der Verbandsversammlung aufzeigte: Es war der 29. Juni, als 13.447 Kubikmeter Wasser gezogen wurden. Dieser eine Tag konnte dank Volllast und noch weitgehend gefüllter Hochbehälter gemeistert werden, mehrere solcher Tage in Folge sollte es jedoch nicht geben.

Viele Schritte sind von der Hohenberggruppe bereits gegangen oder eingeleitet, weitere vorgesehen, um die Wasserversorgung stets zu gewährleisten. So wurde im Juli 2023 das neue Wasserwerk Beuron-Langenbrunn in Betrieb genommen. Aktuell läuft die Reaktivierung des Wasserwerks „Neidinger Mühle“, das auf Basis eines 2011 erstellten Strukturgutachtens im Jahre 2015 stillgelegt worden war. Die damals gemachten Vorhersagen erwiesen sich jedoch als Fehlprognose.