Wäschehersteller aus Albstadt
: Mey baut Stellen ab und rüstet sich für die Zukunft

Der Premium-Wäschehersteller Mey verkleinert seine Näherei am Standort Albstadt und baut im Laufe des Jahres Stellen ab. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.
Von
Benjamin Roth
Albstadt
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Die Firma Mey

Die Firma Mey mit ihrem Hauptsitz in Albstadt-Lautlingen sieht sich mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert.

Mey
  • Mey verkleinert die Näherei in Albstadt-Lautlingen – rund 40 Stellen fallen dieses Jahr weg.
  • Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden, Abbau bevorzugt freiwillig und über Fluktuation.
  • Gründe sind hoher Wettbewerb, verändertes Kaufverhalten und steigende Lohn- sowie Energiekosten.
  • Der Fokus am Standort wandert zur Entwicklung, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern.
  • Umsatz stieg leicht auf 128 Millionen Euro, Online-Geschäft und eigene Shops legten zu.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die gute Nachricht vorneweg: Trotz harten Wettbewerbs und konjunkturellen Gegenwinds hat der Premium-Wäschehersteller Mey mit Hauptsitz in Albstadt-Lautlingen seine führende Marktstellung in Deutschland verteidigt. Darüber informiert das Unternehmen am Freitag in einer Pressemitteilung. Dazu beigetragen habe unter anderem der Ausbau des eigenen stationären Handels sowie das wachsende Online-Geschäft. Seinen Umsatz konnte Mey im Jahr 2025 leicht, auf 128 Millionen Euro, steigern.

Doch, und das macht das Unternehmen ebenfalls deutlich: Auch Mey sieht sich derzeit mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. In der Mitteilung berichtet der Wäschehersteller von einem intensiven Wettbewerb, einem veränderten Kaufverhalten der Kundschaft sowie zunehmend ungünstigen Standortfaktoren für die textile Produktion in Deutschland. Lohn- und Energiekosten, Bürokratie sowie massiver Margendruck würden das Unternehmen belasten.

Fokus auf Entwicklung

In der Wäschebranche sei es darüber hinaus besonders herausfordernd, notwendige Preisanpassungen erfolgreich am Markt durchzusetzen. Durch diese Faktoren werde es für ein mittelständisches Unternehmen wie Mey immer schwieriger, Investitionen zu finanzieren.

Die Folge: Eine Anpassung der Fertigungs- und Beschaffungsstrukturen werde nötig. Künftig soll die Näherei am Standort Deutschland verkleinert und der Fokus stärker auf Entwicklungskompetenzen gelegt werden. Ziel sei es, den Standort langfristig wirtschaftlich tragfähig und zukunftsfähig aufzustellen.

Im Laufe des Jahres werden demnach am Konfektionsstandort Albstadt voraussichtlich rund 40 Stellen abgebaut. „Wir wollen dies in erster Linie durch natürliche Fluktuation und auf freiwilliger Basis erreichen, sodass betriebsbedingte Kündigungen weitgehend vermieden werden können“, wird Florian Mey, Geschäftsführer für die Bereiche Personal, Produktion und Beschaffung, in der Mitteilung zitiert. Die Mitarbeiter seien am Freitag informiert worden, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion.

480 Mitarbeiter in Lautlingen

Insgesamt beschäftigt Mey am Standort Albstadt circa 480 Mitarbeiter, in ganz Deutschland sind es rund 750 Beschäftigte. Neben der Näherei in Lautlingen verfügt das Unternehmen über eigene Werke in Portugal und Ungarn. Ob durch den Stellenabbau in Albstadt dort künftig mehr produziert wird, könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Dies hänge unter anderem von der Auftragslage ab und werde sich in den kommenden Wochen zeigen.

Florian Mey betont in der Pressemitteilung weiter: „Diese Entscheidung fällt uns als mit dem Standort eng verbundene Unternehmerfamilie nicht leicht. Wir können uns jedoch den gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen nicht entziehen und treffen die notwendigen Entscheidungen aus Verantwortung für die Zukunft unseres Unternehmens – mit dem Ziel, Mey langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich aufzustellen.“

Mit Markenentwicklung zufrieden

Grundsätzlich zeigt sich der Albstädter Wäschehersteller mit der Entwicklung seiner Marke zufrieden. Matthias Mey, Sprecher der Geschäftsführung, erklärt: „Die konsequente Modernisierung der Kollektionen und der Marke hat in den letzten Jahren zur Gewinnung neuer Kundengruppen im In- und Ausland geführt.“

Diese positiven Entwicklungen sollen durch weitere Investitionen gefördert werden: Die finanziellen Mittel sollen gezielt in die Weiterentwicklung der Kollektion und der Marke, in internationale Märkte sowie in den Ausbau bestehender und neuer Vertriebskanäle fließen – insbesondere in das Online-Geschäft und eigene Shops im In- und Ausland.