Todesfall in Albstadt
: Trauer um katholischen Pfarrer Jörg Sauter

Das Dekanat Balingen teilt mit, dass der gebürtige Ebinger am 21. August gestorben ist. Ein Nachruf.
Von
Rena Weiss
Albstadt
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Am 21. August ist der gebürtige Ebinger und Pfarrer Jörg Sauter im Alter von nur 46 Jahren verstorben. Dieses Foto zeigt den Geistlichen bei einer Messe im Jahr 2014.⇥

Heiko Peter Melle

Am 21. August ist Pfarrer Jörg Sauter im Alter von nur 46 Jahren gestorben. Das teilt das katholische Dekanat Balingen mit. „Er war ein ganz armer Kerl mit einer angeschlagenen Gesundheit“, sagt sein ehemaliger Kollege Uwe Stier, Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ebingen–Lautlingen–Margrethausen. Dort übernahm er bis vor wenigen Jahren noch Sonntagsmessen, wenn es seine Gesundheit zuließ. Er wollte immer mehr tun, als es ihm körperlich möglich war, erinnert sich sein Pfarrerkollege.

Glaube gab ihm Kraft

Die machte ihm zuletzt im Sommer 2020 erneut einen Strich durch die Rechnung. Ein langer Krankenhausaufenthalt forderte seinen Tribut, doch eigentlich befand er sich auf dem Weg der Besserung, erzählt Stier. Dann starb seine Mutter, seine Bezugsperson, ganz unerwartet. Ein Grund, am eigenen Glauben zu zweifeln? „Er sagte mir damals, ‚zum Glück darf ich glauben’“, erinnert sich Uwe Stier. Gott habe noch etwas vor mit ihm, sei er überzeugt gewesen. Dieser Glaube habe ihm Kraft gegeben, sich wieder zu erholen. „Er stand fest im Glauben.“

Langjährige Krankheit

Erholung von der langjährigen schweren Krankheit fand er unter anderem in Augsburg, wo er von 2009 bis 2011 Kaplan in der Pfarreingemeinschaft Burgau war und noch gute Freunde hatte. Er sei optimistisch gewesen und habe immer wieder von Fortschritten berichtet, sagt Uwe Stier. Doch wenige Tage vor seinem Tod ging es ihm wieder schlechter. Dann kam die Nachricht, dass Sauter gestorben ist. „Ich bin erschüttert und sein Tod nimmt mich mit.“

Uwe Stier hat Jörg Sauter als einen sehr geschichtlich interessierten Mann kennengelernt. Vor allem sein Geburtsort und die dortige Hedwigkirche lagen ihm am Herzen. „Er war brennend an Geschichte und Liturgie interessiert.“ Stier erinnert sich dabei an zahlreiche Gespräche „über Gott und die Welt“. Uwe Stier ist überzeugt, dass Sauters Leidensweg im ewigen Leben mündete. „Jetzt wird es ihm gut gehen.“

Der gebürtige Ebinger wurde am 19. Februar 2005 in Stuttgart zum Diakon geweiht. Anschließend war er als Diakon in der Seelsorgeeinheit Fellbach–Schmiden–Oeffingen sowie in Sindelfingen eingesetzt. Bischof Dr. Gebhard Fürst weihte ihn im Juli 2007 in Neresheim zum Priester. Sein Primizspruch war „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.“ (2 Kor 3,17).

Ab September 2007 bis zu seiner Freistellung 2009 wirkte er als Vikar in Crailsheim. Von September 2009 bis 2011 war er Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Burgau in der Diözese Augsburg. Danach lebte er bis zu seinem Tod in der Seelsorgeeinheit Ebingen–Lautlingen–Margrethausen, in der er auch Sonntagsmessen übernahm, wie es seine Gesundheit zuließ.

Info Der Rosenkranz für Pfarrer Jörg Sauter findet am Freitag, 1. September, 18 Uhr, in der Ebinger Hedwigskirche, Danneckerstraße 4, statt. Das Requiem wird am Samstag, 2. September, 10.30 Uhr in der Kirche St. Hedwig gehalten, anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof in Ebingen.