Gasleck in Ebingen
: 115 Rettungskräfte in der Innenstadt – Einsatz in der Nacht beendet

Mehrere Stunden weiträumig abgesperrt waren Teile der Ebinger Innenstadt am Dienstagnachmittag und -abend. An einer Baustelle wurde eine Gasleitung beschädigt.
Von
Benjamin Roth
Albstadt
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Am unteren Ende der Marktstraße ist kein Durchkommen mehr: Die Ebinger Innenstadt ist weiträumig abgesperrt.

Am unteren Ende der Marktstraße ist kein Durchkommen mehr: Die Ebinger Innenstadt war am Dienstagnachmittag weiträumig abgesperrt.

Benjamin Roth
  • Gasleitung bei Bauarbeiten in Ebingen beschädigt – Innenstadt seit Dienstagmittag weiträumig abgesperrt.
  • Polizei und Feuerwehr räumten vorsorglich Gebäude, Verletzte gibt es laut aktuellem Stand keine.
  • Evakuierte werden in der Ebinger Festhalle vom DRK betreut, Kapazität für 50 bis 70 Personen vorbereitet.
  • Warn-App Nina rät Anwohnern, Türen und Fenster zu schließen und keine Zigaretten zu entsorgen.
  • Sperrungen und Tunnelteil-Schließung führen zu Verkehrsbehinderungen, Staus in Richtung Europaplatz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Großeinsatz waren Kräfte von Feuerwehr, DRK, Polizei und Albstadtwerken am Dienstagmittag und -abend im Bereich Untere Vorstadt in Ebingen. Dort hatte eine Baufirma gegen 12 Uhr bei Bauarbeiten eine Gasleitung angebohrt und beschädigt. Daraufhin wählte das Unternehmen selbst den Notruf. Die Feuerwehr wurde mit dem Stichwort „U4_Gasaustritt“ alarmiert. Die Sperrung dauerte über mehrere Stunden bis in den Abend hinein an.

Im Einsatz waren insgesamt 115 Rettungskräfte, wie Albstadts Stadtbrandmeister Thomas Daus auf Anfrage berichtet. Davon 63 von der Feuerwehr, 31 von der Polizei und 20 vom DRK.

Weil die Beschädigung an der Gasleitung nicht sofort abgedichtet werden konnte, wurden die umliegenden Gebäude von Polizei und Feuerwehr vorsorglich geräumt und der betroffene Bereich weiträumig abgesperrt, wie die Polizei am Nachmittag informierte. Verletzt wurde nach derzeitigem Stand niemand.

Welche Straßen sind vom Gasalarm betroffen?

Betroffen waren neben der Unteren Vorstadt und der Schmiechastraße unter anderem auch Teile der Bleiche-, Garten- und Bahnhofsstraße. Mit Flatterband und Absperrschranken wurden Passanten daran gehindert, den abgesperrten Bereich zu betreten. Betroffen war auch der Kurt-Georg-Kiesinger-Platz. Busse konnten die zentrale Haltestelle im Ebinger Zentrum während der Sperrung nicht anfahren.

Die evakuierten Personen wurden zunächst von den Einsatzkräften ins Freie begleitet und in die Ebinger Festhalle gebracht. Dort wurden sie von Einsatzkräften des Roten Kreuzes betreut. Die Betreuungskapazitäten des DRK waren für 50 bis 70 Personen vorbereitet. Jedoch seien diese Plätze zunächst nur zu einem geringen Teil in Anspruch genommen worden, wie Stadtsprecherin Mona Lehmann gegen 15.30 Uhr mitteilt.

Einsatz zieht sich wohl noch

Der DRK-Kreisverband Zollernalb betonte in einer Pressemitteilung zudem, dass seine Einsatzkräfte nicht nur die Betreuung der Bürgerinnen und Bürger im Auftrag der Stadtverwaltung übernehmen, sondern auch für die sanitätsdienstliche Absicherung der Einsatzkräfte Sorge tragen. DRK-Einsatzleiter Heiko Lebherz erwartete am Dienstag gegen 15.40 Uhr, dass sich der Einsatz wohl noch ziehen werde. Zu jener Zeit waren rund 20 Personen in der Festhalle, die vom DRK unter anderem mit Speisen und Getränken versorgt wurden. Anlaufstelle war die Festhalle auch für Anwohner, die dort von der Polizei registriert wurden. Das DRK hielt sein Angebot für die Dauer des Einsatzes aufrecht, versicherte Lebherz.

Thomas Daus zeigte sich am Dienstagabend gegen 17.30 Uhr zuversichtlich, dass das Gas von den Einsatzkräften zeitnah abgestellt werden könne. Im Anschluss hat die Feuerwehr noch Gasmessungen in den betroffenen Gebäuden vorgenommen, bevor die Anlieger wieder zurück in ihre Häuser durften.

Die Einsatzmaßnahmen dauerten bis 23.50 Uhr am Dienstagabend an. Verletzt wurde nach derzeitigem Kenntnisstand niemand. Der entstandene Sachschaden dürfte sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 100.000 Euro belaufen. Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Reutlingen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Warn-App Nina schlägt Alarm

Zwischenzeitlich warnte auch die Warn-App Nina vor Gasaustritt in Ebingen. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten; Lüftungs- und Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden. Unbedingt vermieden werden sollte auch, brennende Zigaretten oder Streichhölzer wegzuwerfen.

Die Sperrungen sorgten auch für Verkehrsbehinderungen. Staus bilden sich im Feierabendverkehr im Ebinger Westtangententunnel in Richtung Europaplatz und an der Bitzer Steige. Dort wurde der Verkehr bereits am Mittag umgeleitet. Für entgegenkommende Busse war kaum Platz. Die Ausfahrt der Tiefgarage am Bürgerturm über die Bahnhofsstraße war ebenfalls gesperrt. Autofahrer, die ihr Fahrzeug am Bürgerturm abgestellt hatten, wurden von der Ordnungsbehörde über den Kirchgraben – eigentlich Fußgängerzone – aus dem Stadtkern geleitet.

Oberbürgermeister Roland Tralmer machte sich am Nachmittag auch ein Bild der Lage vor Ort. Er wies in den sozialen Medien darauf hin, dass die Einsatzkräfte tun, was nötig sei. Für Schaulustige, die durchaus an der prominent gelegenen Örtlichkeit das Geschehen verfolgten, gebe es nichts zu sehen.

Vor Ort war zu spüren: Die mutmaßliche Gasexplosion in einem Wohngebäude in Tailfingen vor rund zwei Wochen ist den Albstädtern nach wie vor im Gedächtnis. Das Thema Gas trifft die Albstädter Gemüter weiter empfindlich.