Tag des offenen Denkmals: Nicht nur dieses Museum in Albstadt lockt mit interessanter Historie

Nicht allein für Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut macht Fritz Brenner, ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins Philipp-Matthäus-Hahn-Museum, Führungen durch das Museum, das im Volksmund „Kasten“ genannt wird. Am Tag des offenen Denkmals, 13. September, freut sich Fritz Brenner auf viele Besucher bei freiem Eintritt.
Benjamin Roth (Archivfoto)- Philipp-Matthäus-Hahn-Museum lädt am 13. September zum Tag des offenen Denkmals ein.
- Eintritt ist frei, Führungen bietet Fritz Brenner zwischen 14 und 17 Uhr an.
- Gezeigt werden Präzisionswaagen, astronomische Uhren und Maschinen Hahns.
- Das Museum sitzt im „Kasten“ – einst Johanneskirche, später Fruchtkasten und Bauernhaus.
- Nach Erdbebenschäden 1978 wurde das Gebäude restauriert und 1989 als Museum eröffnet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was im Volksmund einfach nur „Kasten“ genannt wird, ist ein altehrwürdiges Gebäude in Onstmettingen, in dem das Philipp-Matthäus-Hahn-Museum untergebracht ist. Die ausgestellten Sonnen-, Tisch- und Taschenuhren, großen astronomischen Maschinen, hydrostatischen Waagen sowie Präzisionswaagen sind allemal einen Besuch wert. Aber auch das Gebäude in der Albert-Sauter-Straße 15 hat seine ganz eigene Geschichte – eine lange Geschichte.
Fritz Brenner, der auch am Tag des offenen Denkmals, also am kommenden Sonntag, 13. September, wieder auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher zwischen 14 und 17 Uhr hofft, kennt sich bestens aus. Der 81-Jährige ist in der Geschichte des Ortes mit seinem ältesten Denkmal bestens bewandert und kennt sich natürlich auch mit den Exponaten hervorragend aus, weshalb er selbst die Besucher durch die Ausstellung führt.
Präzisionswaagen und astronomische Uhren
Zu sehen sind außergewöhnliche mechanische Präzisionsmaschinen, vor allem des Namensgebers des Museums. Pfarrerssohn Philipp Matthäus Hahn kam im Jahr 1756 nach Onstmettingen und wurde 1764 selbst Pfarrer in Onstmettingen. So wurde letztlich auch im Jahr 1989 anlässlich seines 250. Geburtstags hier das Philipp-Matthäus-Hahn-Museum eröffnet. Hahn starb 1790 im Alter von 50 Jahren und war letztendlich mit seinen zahlreichen Erfindungen als begnadeter Ingenieur Begründer der Feinmechanikindustrie im Zollernalbkreis.
Doch zurück zur Johanneskirche, die im Jahr 940 als katholische Kirche erbaut wurde. Nach der Reformation, als Württemberg im Jahr 1535 evangelisch wurde, erwarb Herzog Ludwig das sakrale Gebäude für 30 Gulden, weil es mit seinen teils über einen Meter dicken Mauern als feuerfest galt, weiß Fritz Brenner zu berichten. Nach der Aufstockung mit zwei weiteren Stockwerken sollte es ab Mitte des 16. Jahrhunderts als herzöglicher Fruchtkasten der Lagerung von Korn dienen. Deshalb auch der heute noch gebräuchliche Name „Kasten“. Als im Jahr 1849 durch die Deutsche Revolution der Zehnte abgeschafft wurde, erwarb die Gemeinde das Gebäude. Im Rahmen der Industrialisierung zog hier eine Korsettweberei ein, erklärt Fritz Brenner.
Starke Beschädigung durch Erdbeben
Ab etwa 1900 diente die Johanneskirche als Bauernhaus, bei dem man außen ein Plumpsklo anbaute und einen Wohnbereich schuf. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zeitweise bis zu 60 Flüchtlinge untergebracht. Dann kam am 3. September 1978 „ein nicht bestelltes Abbruchunternehmen“, wie Fritz Brenner augenzwinkernd erzählt. Das große Erdbeben im Zollernalbkreis hat die einstige katholische Kirche so stark beschädigt, dass sich im Ort zahlreiche Stimmen erhoben, man möge das Gebäude abreißen.
Das Philipp-Matthäus-Hahn-Museum
Das Museum mit zahlreichen Exponaten des Mechanikerpfarrers Philipp Matthäus Hahn (1739 - 1790) hat am Tag des offenen Denkmals, 13. September, von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Auf Wunsch bietet Fritz Brenner Führungen an.
Schulmeister Alfred Munz und seinem neu gegründeten Arbeitskreis ist es zu verdanken, dass die Johanneskirche schließlich restauriert wurde und erhalten blieb. So konnte im Jahr 1989 das Philipp-Matthäus-Hahn-Museum eingeweiht werden. Noch heute feieren die katholische und die evengelische Kirchengemeinde hier zur Erinnerung an den Ursprung des Gebäudes immer am Johannestag, dem 24. Juni, einen ökumenischen Gottesdienst. Wer noch mehr solch interessanter Geschichten hören und vor allem die stillen Zeitzeugen selbst sehen möchte, nutzt am besten den Tag des offenen Denkmals, zumal dann der Eintritt für alle frei ist.

