Stettener Spectaculum
: Diese Hochzeitsfeier gab den Anstoß

Die Bürger von Stetten am kalten Markt drehen die Uhr um rund 500 Jahre zurück. Vom 25. bis 27. Juli findet das siebte Spectaculum statt. Was ein Hochzeitsmahl damit zu tun hat und warum es sich lohnt, dem Geschichtenweber zu lauschen.
Von
swp
Stetten a.k.M.
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Amtmann Peter Westhauser mit der Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund.

Amtmann Peter Westhauser mit der Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund.

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  • Stettener Spectaculum vom 25.–27. Juli: Historisches Fest erinnert an Adels-Hochzeit von 1590.
  • Mittelalterliches Programm: Musik, Gaukler, Markt und Feuershows begeistern Besucher.
  • Neu dabei: Geschichtenweber Tandaniel, Duo Immortalis und Handwerker mit historischen Techniken.
  • Prunkvolle Gewänder aus Hofschneiderei und zahlreiche Musiker schaffen authentisches Ambiente.
  • Programmhighlights: Nacht der Balladen, Mittelaltermarkt-Eröffnung und ökumenischer Gottesdienst.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung erinnert an ein Ereignis, das als Hochzeitsmahl von Stetten in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Mehrere hundert Gäste wohnten anno 1590 der Verbindung zweier Adelsgeschlechter bei und blieben wochenlang zum Feiern auf der rauen Alb. Die „Hochzeitsgesellschaft“ – dargestellt von Akteuren des Stetter Sommertheaters – erinnert an die historische Feier und zieht über das Festgelände.

Der Amtmann (Peter Westhausen) spricht: „Im Namen der heiligen göttlichen unzerteilten Dreifaltigkeit, Amen. Allen sei zu wissen und offenbar, dass dem Allmächtigen zum Lob zum heutigen Datum eine Hochzeitsabrede verabredet und beschlossen sei, zwischen dem edlen Junckhern Joachim der Jüngere von und zu Hausen und Stetten am kalten Markt und Ursula von Stadion.“

Damit alles richtig passt, sind bis zum Schluss letzte Nadelstiche notwendig.

Damit alles richtig passt, sind bis zum Schluss letzte Nadelstiche notwendig.

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Natürlich freut sich die Gesellschaft, wenn gar viel Volk aus Stetten und Umgebung der Hochzeit beiwohnen und dem Brautpaar zujubeln. Die Gesellschaft wurde durch die Nähstube, man könnte auch sagen die Hofschneiderei, prunkvoll eingekleidet. Der Fundus der Nähstube wurde durch die vielen zurückliegenden Spektakel immer größer und die Gewänder, die alle vier Jahre ans Tageslicht kommen, immer prunkvoller. „Es ist ein Augenschmaus, dieser Gesellschaft dann am Spectaculum leibhaftig gegenüberstehen zu können“, schreiben die Veranstalter.

Viele neue Gesichter

Natürlich ist die edle Hochzeitsgesellschaft nicht der einzige Hingucker des Spectaculums. Wer über das Gelände streift, wird von überall melodischen Klängen von Flöten, Trommeln und Dudelsäcken hören. Viele Musiker mit mittelalterlichen Instrumenten und Liedern aus dieser Zeit umgarnen die Ohren der Gäste. Auch wird das herzhafte Lachen derer, die die Kunst der Gaukler erleben, viele andere Besucher neugierig machen. Und wenn erstaunte Rufe der Bewunderung zu hören sind, dann wird sicherlich ein Jongleur sein Können zeigen.

Die Besucher treffen beim Spectaculum viele bekannte Gesichter, darunter sind die Spielleut Ranunculus, Viesematente, Spielleut G´hörsturz, Insanis Maxima und Arno von der Biegenburg. Neu dabei sind Okzitanis: zwei bezaubernde Prinzessinnen aus München. Sie bringen die Herzen zum Schmelzen. Ebenfalls zum ersten Mal beim Stettener Spectaculum ist das Duo Immortalis. Philip und Nicolai interpretieren und improvisieren, wie sie es selbst beschreiben, „melodie- und rhythmusgewandt Liedgut der Zeiten des Minnesangs“. Neben Saitenspiel und Trommelschlag fließen verschiedene Stimmtechniken und Tonverbindungen aus unterschiedlichen Kulturen und vergangenen Epochen zusammen und ergeben eine Klangwelt voller Geschichten, Abenteuer, Sehnsucht, Tanz und Raum zum Träumen.

Duo Immortalis tretten beim Stettener Spectaculum auf.

Duo Immortalis tretten beim Stettener Spectaculum auf.

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Ebenfalls neu ist Tandaniel, der Geschichtenweber. Laut Facebook fühlt sich Tandaniel „der alten, fast vergessenen, geheimnisvollen Kraft der alten Sagen, der Weisheit von Jahrhunderten wiedererweckenden Kunst des lebendigen Erzählens“ verbunden. Von mittelhochdeutschen Mären, keltischen Mythen, 1001 osmanischen Sagen bis hin zu schlüpfrigen Anekdoten oder gar lüsterner Erotik, alles bekommt laut Tandaniel „einen neuen Putz und wird bei weitem nicht nur stillen Zuhörern vorgetragen, sondern diese kurzerhand mit einbezogen“.

Tandaniel der Geschichtenweber

Tandaniel der Geschichtenweber

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Arbeit wie vor 800 Jahren

In der Riege der Handwerker ist Fritz Hirsch, alias Meister Friedrich, erstmals beim Spectaculum in Stetten mit von der Partie. Ihm kann man bei der Arbeit an seiner Wibbogen-Drechselbank über die Schulter schauen. Er verwendet nur historische Werkzeuge und verarbeitet nur heimische Hölzer, wie er sagt, so wie vor 800 Jahren.

„Das brennt wie Zunder“, diesen Spruch kennt jeder. Mehr dazu kann Bruno Heimle, der das erste Mal seinen Stand beim Stetter Spectaculum aufgebaut hat, vom Zunderpilz erzählen. Bruno Heimle hat die Kunst des Feuermachens von seinem Großvater gelernt und zeigt den interessierten Besuchern, wie der letzte Zundermacher in Deutschland arbeitet.

Das Programm am Wochenende

Freitag, 25. Juli – Nacht der Balladen
18 Uhr       Einlass Schlosshof
19.30 Uhr Konzert mit Macrol
21.30 Uhr Konzert mit Koenix
24 Uhr       Festende

Samstag, 26. Juli
14 Uhr       Einlass Festgelände
15 Uhr       Großer Mittelaltermarkt
16 Uhr       Markteröffnung, Pfeifferbühne
17 Uhr       Programmbeginn
24 Uhr       Feuershow auf allen Bühnen
2 Uhr         Festende

Sonntag, 27. Juli
9.30 Uhr    Ökumenischer Gottesdienst mit Ranunculus
11 Uhr       Markt- & Programmbeginn
19 Uhr       Programm- & Festende