„Spectaculum“ in Stetten: Nach sieben Jahren kehrt das Mittelalterfest zurück

Nicht nur Feuerspucker sorgen beim „Spectaculum“ in Stetten am kalten Markt für heiße Stimmung. Ende Juli ist wieder alles dem Mittelalter gewidmet.
Uwe Stolz- Das Mittelalterfest „Spectaculum“ kehrt nach sieben Jahren Pause zurück.
- Es findet vom 25. bis 27. Juli in Stetten am kalten Markt statt.
- Über 41 Händler und viele Künstler sind dabei, u.a. „Macrol“, „Koenix“ und „Ranunculus“.
- Besucher erwarten viele Attraktionen wie Lagerleben, Gaukler und Handwerker.
- Neumodische Sachen werden vermieden, alles wirkt authentisch mittelalterlich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das verflixte siebte Jahr ist sagenumwoben – eher negativ konnotiert wohlgemerkt. In besagtem Jahr, so die landläufige Meinung, gehen besonders viele Beziehungen oder Ehen zu Bruch. Im verflixten siebten Jahr ist nun auch das Stettener „Spectaculum“. Und das sozusagen im doppelten Sinne. Zum siebten Mal schon findet das Mittelalterfest in Stetten am kalten Markt statt – und sieben Jahre lang musste zuletzt pausiert werden. Der Vier-Jahres-Rythmus wurde zum Leidwesen aller Beteiligten durch die Corona-Pandemie auf sieben Jahre gestreckt. „Jetzt sind wir wieder in den üblichen Turnus gekommen, auch eingebettet in andere Veranstaltungen“, erklärt Uwe Stolz, der als festes Mitglied im Festausschuss für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnet.
Der Ansturm der interessierten Mittelalter-Gruppen ist riesig, gerade nach so einer langen Pause. „Die haben uns förmlich die Türe eingerannt. Manche haben sich schon sehr früh gemeldet, aus Angst, dass es eine Warteliste gibt und sie nicht rechtzeitig dran sind“, berichtet Stolz. Das war dann aber doch nicht nötig, zumal das Stettener „Spectaculum“ eine traditionsreiche Veranstaltung ist. Schon 1999 fand das erste seiner Art statt, wenn auch weitaus kleiner als heute. Was man trotz des guten Rufs in der Szene merke, gerade durch die Nachwehen von Corona, sei die geringere Dichte bei den Händlern. Den einen oder anderen gebe es schlicht nicht mehr.
Trotzdem: Den Veranstaltern ist es gelungen, 41 Händler auf das Festgelände zu holen. Der Mittelaltermarkt an sich ist aber noch längst nicht alles. Auch Gaukler, Spielleute, Artisten und Handwerker sind während des Festivals vom 25. bis 27. Juli in Stetten a.k.M., bei dem die SÜDWEST PRESSE Medienpartner ist, zu entdecken. Die „Nacht der Balladen“ am 25. Juli ermöglicht den Besuchern einen passenden Einstieg in ein Wochenende voller Schwertkämpfe, Minnesang und vieler weiterer Attraktionen. Die Gruppe „Macrol“, die selbst aus Stetten stammt, eröffnet die Nacht der Balladen. Danach entfacht die Gruppe „Koenix“ ein musikalisches Feuerwerk und stimmt so die Besucher am Freitagabend auf das „Spectaculum“ ein.
Die Straßenschilder sind verhüllt
Am Wochenende selbst steht dann alles im Zeichen des Mittelalters. Besser gesagt, es wird fast wieder so wie einst. „Die neumodischen Sachen werden verschwinden“, erklärt Uwe Stolz. Handys dürfen zumindest von den Gruppen und Schaustellern nicht (offensichtlich sichtbar) benutzt werden, außerdem werden die Straßenschilder verhüllt, Uhren sind nicht erlaubt. Alles ganz rustikal eben wie zu Zeiten des echten Mittelalters. Vor den Toren der Stadt lagern die Ritter und Soldaten, ein echtes „Lagerleben“ ist laut Stolz zu erwarten. Ritterschläge und Feuerstellen inklusive.
Was die besondere Atmosphäre ausmacht: Aussteller, Schausteller und zugereiste Gruppen sind allesamt gewandet. Ob musikalischer Minnesänger oder Krieger mit Kettenhemd, alles ist zu finden an diesem Mittelalter-Wochenende. Auf vier verschiedenen Bühnen wird das Programm aufgeführt. Übrigens auch hier ohne große technische Finesse. Die Künstler tingeln im Laufe der Zeit von Bühne zu Bühne. Hier wechseln sich Musiker, Tänzer, Artisten und Mittelalter-Gruppen ab. Viele bekannte Gesichter der Mittelalterszene sind in Stetten versammelt, darunter sind die „Spielleut Ranunculus“, „Viesematente“, „Spielleut G'hörsturz“, „Duo Immortalis“ oder auch „Arno von der Biegenburg“. Der Spielmanns- und Fanfarenzug aus der Kreisstadt Sigmaringen will ebenfalls mit von der Partie sein und wird unter anderem bei der Markteröffnung aufspielen.
Reges Treiben bis in den Abend
Wer innerhalb des Mittelaltergeschehens unterwegs ist, der kann auch schon mal mehr oder minder freiwillig Teil der Show werden. Denn, berichtet Stolz, die Gaukler und Jongleure beziehen dann bisweilen das Publikum aktiv in ihre Performance mit ein. Klar ist: Den ganzen Tag über bis in den Abend hinein ist überall ein reges Treiben in den Straßen und Gassen zu beobachten. Die Besucher erwartet der größte Mittelaltermarkt der Region mit zahlreichen fahrenden Händlern, die vom Schmuck über Kleidung bis hin zum Zaubertrank alles feilbieten. Die Handwerker lassen längst in Vergessenheit geratene Künste und Fertigkeiten wieder aufleben. Für die kulinarische Versorgung sind die vielen Stettener Vereine zuständig, die in mittelalterlich hergerichteten Zelten diverse Gerichte anbieten werden.
Am Sonntag läutet ein ökumenischer Gottesdienst unter der musikalischen Begleitung von „Ranunculus“ den dritten und letzten Tag des Mittelalterfestes ein. Dann geht das bunte Treiben in den Straßen und Gassen von Stetten a.k.M. munter weiter. „Wir werden drei Tage lang ins Mittelalter zurückgeworfen“, freut sich Uwe Stolz schon jetzt. Kein Wunder nach schier endlos langen sieben Jahren Pause. Es ist wohl doch nicht so schlimm, dieses verflixte siebte Jahr. Zumindest so lange, bis der Hufschmied zum Zähne ziehen kommt. So realistisch, da können alle Besucher beruhigt sein, wird es dann doch nicht. Nah dran ist man Ende Juli dann aber doch beim Stettener „Spectaculum“.
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Händler wurden für den Mittelaltermarkt beim Stettener „Spectaculum“ gewonnen. Der Markt ist einer der größten der Region, sagen die Veranstalter.
