Serie „Urlaub auf dem Teller“: Einen Salade Nicoise an der Cote d´Azur genießen

An der Frage, ob in einen Salade Nicoise Bohnen, Kartoffeln oder Artischocken gehören, scheiden sich die Geister.
Vera Bender- Reisebericht von der Côte d’Azur mit Fokus auf Küche, Orte und Preisen in Küstenstädten.
- Nizza: Promenade des Anglais, Blumenmarkt und günstiger als Monaco; Speisen oft tagesfrisch.
- Menton lockt mit günstigeren Restaurants, Saint-Tropez mit Yachten und Gendarmen-Museum.
- Üblich sind drei Gänge im Restaurant, kleine Speisekarten auf Schiefertafeln mit frischer Ware.
- Rezepthinweis Salade Niçoise: Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Oliven, Sardellen, Eier, ohne Essig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer an die Côte d’Azur denkt, dem fallen Städte wie Cannes, Nizza oder das vom Jet-Set bevölkerte Fischerdörfchen St. Tropez ein. Solch ein Urlaub in Südfrankreich ist ein Wechselspiel zwischen romantischen Badebuchten am Mittelmeer, verträumten Dörfchen und dem mondänen Leben der Reichen. Wenn sich in Monaco die Häuser nach oben stapeln, weil das Miniland kaum noch Grund und Boden für die Millionäre hat, dann hat das kleine französische Dörfchen Eze, das unweit der monegassischen Metropole hoch auf dem Hügel thront, schon mehr an Charme zu bieten. Von Touristen überlaufen sind allerdings beide Orte. Und auch entsprechend teuer, was einen Restaurantbesuch betrifft.
Sieben Kilometer langer Stadtstrand
Da lohnt es sich durchaus, an der französischen Küste noch etwas weiter zu fahren, quasi durch den Ministaat Monaco hindurch, um auf der anderen Seite wieder auf französischem Boden anzukommen, bevor es in den Nachbarstaat Italien geht. Hier lockt das wunderschöne Zitronenstädtchen Menton mit etwas günstigeren Restaurants. Ebenso wie Nizza, vor Monaco an der Küste gelegen, das sich den einstigen italienischen Einfluss des Hauses Savoyen noch etwas bewahrt hat. Denn es wurde erst im Jahr 1860 an Frankreich abgetreten und deshalb kann man hier auch noch zu etwas günstigeren Preisen dinieren. Während die Promenade des Anglais mit den typischen blauen Stühlen und dem sieben Kilometer langen Stadtstrand dazu einlädt, einfach die Seele baumeln zu lassen, lockt die Altstadt mit dem berühmten Blumenmarkt (Marché aux Fleurs auf dem Cours Saleya) und vielen kleinen Geschäften sowie einem großen gastronomischen Angebot.

Im Hafen von Saint-Tropez liegen die Luxusyachten, um von den Touristen begafft zu werden. Wer es exklusiver haben will, ankert im freien Meer und lässt sich von der Crew mit dem Beiboot in den Ort chauffieren.
Vera BenderEgal ob in Cannes, wo regelmäßig beim Filmfestival die Goldene Palme verliehen wird, im Küstenstädtchen Antibes mit seiner imposanten Stadtmauer oder im kleinen Dörfchen Ramatuelle, das hoch über der Bucht von St. Tropez liegt – drei Gänge müssen im Restaurant mindestens geordert werden, egal ob zur Mittags- oder Abendzeit, da sich die Franzosen in der Regel Zeit zum Essen nehmen und die Tische deshalb nicht mehrfach belegt werden. Die angebotenen Gerichte sind oft raffiniert in der Zubereitung und ausgefallen in der Zutatenauswahl, aber sie haben auch ihren Preis.
Mal gibt es frittierte Zucchiniblüten als Vorspeise, mal lockt ein Café Gourmande mit etlichen Nachspeisen im Miniformat. Ob Gänseleberpastete, Rinder-Carpaccio, Schnecken, Muscheln oder die berühmte Bouillabaisse, die einst als einfaches Essen der Fischer galt und für die man inzwischen in den Restaurants an der Cote d´Azur bis zu 170 Euro bezahlt – alles mundet hervorragend. Sollte es ja auch bei diesen Preisen.
Speisenangebot auf Schiefertafeln
Der Franzose lässt sich vor allem am Abend das Essen munden, wenn die Temperaturen an der Küste wieder etwas erträglicher sind und man entsprechend Zeit hat. Eine Speisekarte wie anderswo vermisst man in den Lokalen an der Cote d´Azur. Denn die angebotenen Gerichte wechseln fast täglich, je nach Saison und was der Küchenchef frisch vom Markt oder am Fischerhafen ergattert hat. Also stellt man den Gästen eine Schiefertafel hin, auf der handschriftlich die Speisen notiert sind. Die Auswahl ist dementsprechend klein, aber dafür sind die Zutaten absolut frisch und regional.

Ein Café Gourmande beinhaltet viele Dessertvariationen im Mini-Format.
Vera BenderDeutsche Urlauber sieht man nicht allzu oft. Außer man besucht den großen Supermarkt vor den Toren von Saint-Tropez an einem Samstag, wenn wieder neue Touristen anreisen und sich ganze Familien aus Deutschland mit dem Notwendigsten für die Ferienwohnung oder den Camper eindecken. Endlich gibt es im berühmten Fischerdorf, das Brigitte Bardot berühmt gemacht hat, auch am alten Standort der Gendarmerie ein Museum, das den Filmen von Louis de Funés gewidmet ist. Lange Zeit stand das Gebäude einfach leer.
Wenn samstags Markt ist, werden auch Bootsfahrten entlang der Küste angeboten, bei denen man auf die Villen des ägyptischen Milliardärs Al-Fayed, der Familie Opel, des Unternehmens L´Oreal und viele weitere mehr aufmerksam gemacht wird. Und man schippert vorbei an Yachten, die an Größe und Luxus kaum zu überbieten sind.
Rezept für einen Salade Nicoise
In einen Nizza-Salat kommen auf alle Fälle geviertelte Tomaten, Paprikastreifen, Zwiebelringe, Oliven, Sardellen und gekochte, geviertelte Eier. Was sonst noch dazu kommt, hängt vom Familienrezept der Einwohner ab. Grüne Salatblätter, junge Bohnen, Thunfisch, Artischocken oder Radieschen können auch noch mit dazu. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer und Olivenöl. Auf den Essig verzichtet man. So hat man einen frischen und bunten Salat für heiße Tage. Bon appétit!

Eintauchen in die Welt des Gendarmen von Saint-Tropez kann man inzwischen im Museum, das einst Filmkulisse war und tatsächlich einmal die echte Gendarmerie beherbergte, bevor es einen Neubau gab.
Vera Bender
