Reha im Zollernalbkreis
: Durchatmen ist das Ziel

Ein neuer Verein füllt im Bereich Reha-Sport eine nicht zu unterschätzende Lücke in der Gesundheitsversorgung im Kreis beim Lungensport.
Von
Sebastian Buck
Zollernalbkreis
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Bei der Rehasportgruppe in Steinhofen wird viel für die Gesundheit getan.

Bei der Rehasportgruppe in Steinhofen wird viel für die Gesundheit getan.

Sebastian Buck
  • Ein neuer Verein im Zollernalbkreis bietet Reha-Sport für Lungenerkrankungen an.
  • Gegründet Ende 2023, bietet "Fokus Reha- und Gesundheitssport" Kurse für COPD, Asthma und Long Covid.
  • Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für 50 Sitzungen.
  • Zusätzlich gibt es Kurse für Diabetiker und Wassergymnastik.
  • Eine Herzinsuffizienzgruppe ist geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Klein und versteckt in einer Hinterhofeinfahrt liegt sie, die Sporthalle des TSV Steinhofen im gleichnamigen Bisinger Teilort. Dort drinnen ist sie gerade aktiv, die Lungensportgruppe des Vereins „Fokus Reha- und Gesundheitssport“. Die Teilnehmer absolvieren Wandliegestützen, während Trainer Thomas Krink sie anleitet. Am Schluss der Übungsstunde wird ein großer Gymnastikball an Gummi- und Terrabändern in die Luft geschleudert. Nach dem Abschlussspiel stehen die Teilnehmer noch im Foyer der kleinen Sporthalle beisammen und unterhalten sich. „Das soziale Gefüge passt, der Austausch der Leute innerhalb der Gruppe ist gut“, freut sich derweil Carmen Buckenmaier-Krink, die gemeinsam mit ihrem Mann Thomas den Verein und die Gruppe aus der Taufe gehoben hat. Ende 2023 wurde der Verein gegründet – nach Monaten des bürokratischen Vorlaufs, wie die beiden berichten. Die Lungensportgruppe gibt es jetzt schon seit Juni des vergangenen Jahres. Die richtet sich an Menschen mit allen erdenklichen Problemen. Von COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) über Asthma bis hin zu Long Covid ist alles vertreten. Gerade letzteres ist seit den Corona-Jahren übermäßig auffällig. „Da gibt es wahnsinnig viele“, erklärt Buckenmaier-Krink. Und Anlaufstellen für solche Patienten gebe es wenig, sagt sie. Die Lungenfachärzte seien froh über die neue Möglichkeit. Apropos Arzt: Stellt der ein Rezept zum Lungensport aus, dann übernimmt in der Regel die Krankenkasse die Kosten. 50 Sitzungen verteilt auf 18 Monate – so ist es jedenfalls im Normalfall. Aber auch Privatversicherte können freilich teilnehmen, betont Buckenmaier-Krink.

Heranführen an den Alltag

Der Hintergedanke oder besser gesagt das Ziel: Die betroffenen Menschen sollen nach Krankheit oder auch einem Unfall wieder an die Herausforderungen des Alltags herangeführt werden. Es gibt auch Teilnehmer, die können in der aktuellen Verfassung gar nicht arbeiten, es geht schlicht nicht. „Für einige ist schnelles Gehen schon zu viel und anstrengend“, weiß Thomas Krink. Gleichwohl geht es darum, die Betroffenen zu fordern, aber eben auch nicht zu überfordern. „Es soll ja was bringen und ist kein Kaffeekränzchen“, erklärt Krink, der wie seine Frau ebenfalls ausgebildeter Reha-Trainer ist. Mit Felix Rapp steht zudem ein beratender Arzt zur Verfügung. Die Teilnehmer des Lungenkurses haben freilich auch die ein oder anderen Erfolgserlebnisse. Wenn beispielsweise durch die Übungen und Atemtechniken ein COPD-Patient den festsitzenden Schleim von der Lunge husten kann, dann tut das gut. Nicht nur dem betroffenen Teilnehmer selbst, sondern es freut auch die Übungsleiter.

Auch Diabetes und Wassergymnastik

Aber nicht nur für Atemprobleme hat der Verein „Fokus Reha- und Gesundheitssport“ Kurse im Portfolio. Auch Diabetessport und Wassergymnastik werden angeboten. Letzteres allerdings im Schwimmbad der Hechinger Grundschule und nicht in Steinhofen. Dort finden aber Lungen- und Diabetessport statt. Diese Kombination sei, sagt Krink, im Zollernalbkreis wohl bisher einzigartig. Auch Lungensportgruppen gibt es nicht viele, obwohl dieses Angebot eigentlich gefragt sei, siehe unter anderem Long Covid. Durch alle Altersklassen hinweg gebe es den Bedarf, sagt Carmen Buckenmaier-Krink. Die Übungen in der einen Stunde an diesem Morgen sind vielfältig. Nach dem Aufwärmen folgen Mobilisation mittels Atemübungen, Ausdauerlauf samt Pulsmessung, danach geht es um Kraft und am Ende folgt das eingangs beschriebene Spiel. Stets dabei und griffbereit: Geräte zum Messen der Sauerstoffsättigung. Angeleitet wird das Training stets von ausgebildeten Übungsleitern – auch dann, wenn die Vereinschefs mal nicht da sind. „Der Verein ist dafür da, dass sich die Leute dauerhaft fithalten.“ In Zukunft will sich der junge Verein noch vergrößern. Eine Herzinsuffizienzgruppe ist zum Beispiel in Planung. Über allem steht aber das Ziel des noch jungen Vereins: Die Vermittlung der Freude an Bewegung, die gemeinsam mit anderen Rehasportlern ausgeübt wird.

Wo und wann finden die Reha-Sportkurse statt?

Rehasport im Wasser: Schwimmbad der Grundschule Hechingen, Montag: 16 bis 16.50 Uhr und 17 bis 17.50 Uhr

Lungensport: Turnhalle in Steinhofen, Montag: 9 bis 10 Uhr und bei Bedarf am Donnerstagabend

Diabetessport: Turnhalle in Steinhofen, Montag: 10 bis 11 Uhr und bei Bedarf am Donnerstagabend

Knie- und Hüftgruppe: Turnhalle in Steinhofen,Termine auf Anfrage

Weitere Informationen gibt es per Mail unter info@rehasport-zak.de