Notfall wegen Hitze: Kind beim Wandern kollabiert – was passiert ist

Lagebesprechung der Führungskräfte beim Großeinsatz in Albstadt: Ein Einsatz mit 50 Rettungskräften muss gut strukturiert werden.
Privat- Wandergruppe auf der Schwäbischen Alb unterschätzte steilen Aufstieg bei Hitze – Großeinsatz ausgelöst.
- 15 Kinder betroffen, zwei ins Krankenhaus gebracht, 50 Rettungskräfte im Einsatz.
- Ursache: Kreislaufkollaps eines Mädchens, psychische Belastung bei weiteren Kindern.
- DRK weist auf ausreichend Flüssigkeit, Pausen und Schatten als Prävention hin.
- Sommer zeigt erhöhtes Rettungseinsatzniveau, Kreislaufprobleme bei Kindern bleiben selten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie waren bereits auf dem Heimweg. Um schneller ans Ziel zu gelangen, nahm eine Wandergruppe aus Essen, darunter 15 Kinder und Jugendliche, eine Abkürzung. Die ortsfremde Gruppe unterschätzte den steilen Aufstieg in der Mittagshitze. Für ein 15-jähriges Mädchen waren die Anstrengungen zu viel. Ihr Kreislauf kollabierte, was zu einer Art Kettenreaktion in der Gruppe führte – und einen Großeinsatz auslöste. Am Ende mussten zwei Kinder ins Krankenhaus gebracht werden.
Woher die Kinder kamen
Die Kinder und Jugendlichen gehören zum Zeltlager in Margrethausen. Derzeit zelten dort 75 Kinder in Käselbachtal. Am Mittwoch machten sich 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren mit ihren Betreuern auf eine Wandertour zum Freibad in Streichen auf, wo sie in Zelten die Nacht verbrachten. Am Donnerstag ging es zurück nach Margrethausen. Weil ihnen die Strecke zu lang war, suchten sie eine Abkürzung heraus, die durch das Wandergebiet unterhalb des Böllats nach Burgfelden hinaufführte.
„Es handelt sich um einen sehr anstrengenden Weg, weil es steil bergauf geht“, sagt Lebherz, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Zollernalb. Der Notruf sei um kurz vor 14.30 Uhr eingegangen, so Lebherz. Wegen der Meldung, dass 15 Personen mit „internistischen Problemen“ betroffen sind, sei das MANV-Stichwort abgesetzt worden – die Abkürzung für „Massenanfall mit Verletzen“. „Dann wissen alle, es sind mehrere Verletzte“, sagt Lebherz. 50 Rettungskräfte rückten aus, darunter ein organisatorischer Leiter für den Großeinsatz, ein leitender Notarzt, zwei weitere Notärzte, mehrere Rettungswagen und etliche ehrenamtliche Einheiten vom Roten Kreuz, so Lebherz.
Fahrbare Intensivstationen
Vor Ort sichteten und versorgten die Rettungskräfte alle Kinder. „Wir versuchen immer, möglichst viele Betroffene vor Ort zu behandeln. Es ergibt keinen Sinn, die Krankenhäuser noch weiter auszulasten. In den Rettungswagen haben wir fahrbare Intensivstationen.“ 13 der 15 Kinder konnten anschließend ins Zeltlager nach Margrethausen zurückgebracht werden, zwei Kinder brachten die Rettungskräfte ins Krankenhaus. Neben körperlichen Problemen wie Kreislaufschwäche seien die Kinder auch in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen. Nach zwei Stunden, gegen 16.45 Uhr, war der Einsatz vorbei.
Auffällig sei das hohe Einsatzniveau in diesem Sommer, sagt Lebherz. „Normalerweise wird es in den Sommerferien immer etwas ruhiger, wenn die Menschen in den Urlaub fahren.“ Allerdings nicht in diesem Jahr. Kreislaufkollapse bei Kindern seien eher selten der Fall. Ausreichend Flüssigkeit, am besten isotonische Getränke, genug Pausen und viel Schatten können helfen, einen Kreislaufkollaps zu verhindern, so der Notfallsanitäter.

