Neuer Leiter
: Das plant Raphael Lachmann für die Meßstetter Ferienspiele

InterviewDie Meßstetter Ferienspiele sind aus dem Stadtkalender nicht mehr wegzudenken. Raphael Lachmann war schon als Kind mit von der Partie. Dieses Jahr übernimmt er erstmals die Leitung.
Von
Alexander Reimer
Meßstetten
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Raphael Lachmann ist neuer Leiter der Meßstetter Ferienspiele.

Raphael Lachmann ist neuer Leiter der Meßstetter Ferienspiele.

Alexander Reimer

Bei den letztjährigen Ferienspielen reichte Rebekka Robnig nach 23 Jahren den Staffelstab an ihren Bruder Raphael Lachmann weiter. Die kommenden Ferienspiele vom 31. Juli bis zum 8. August finden erstmals unter seiner Leitung statt. Warum ausgerechnet ihm diese Aufgabe zuteil wurde und wie das diesjährige Thema der Ferienspiele lautet, verrät der 39-Jährige im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE.

Herr Lachmann, stand schon von vornherein fest, dass Sie die Nachfolge Ihrer Schwester antreten?
Raphael Lachmann: Von außen mag das auf den ersten Blick so aussehen, „vom Prinzen zum König“. So war es aber nicht. Es war klar: Wenn es keinen Nachfolger oder keine Nachfolgerin gibt, wird die Leitung hauptamtlich von der Stadt Meßstetten übernommen. Ich wollte aber sichergehen, dass diese Tradition des Ehrenamts erhalten bleibt. Es gab noch zwei weitere Bewerber beziehungsweise Anwärter aus unserem Betreuer-Team. Zwischenzeitig war dann auch eine neue Doppelspitze geplant. Nachdem sich die beiden anderen aber umentschieden haben, blieb nur noch ich übrig. Aber so oder so: Ohne das großartige Team bei uns geht es nicht. Als Leiter entscheide ich hier und da über einige Details, beispielsweise über die T-Shirt-Farben. Das große Ganze wird gemeinsam beschlossen.

Wollen Sie den Ferienspielen Ihren eigenen Stempel aufdrücken?
Das ist gar nicht nötig, wir brauchen keine großen Veränderungen. Wir haben ein funktionierendes Konstrukt. Es gibt ein paar kleine Punkte, die ich einführen oder ändern will. Beispielsweise, dass wir die Besprechungen oder Planungen innerhalb des Teams auf digitalem Wege erledigen. Ich bin zwar Meßstetter, wohne aber in der Nähe von Ulm. Die Digitalisierung hilft da bei der Planung. Aber grundsätzlich gilt: Man muss das Rad nicht neu erfinden. Und das gilt auch für die Ferienspiele.

Steht das diesjährige Thema schon fest?
Ja, das Thema lautet in diesem Jahr „Kinderfilmhelden“. Das ist auch etwas, das gemeinsam im Team entschieden wurde. Aber nicht alles bei den Ferienspielen ist auf dieses Thema ausgerichtet. Das Motto bestimmt die Gruppennamen und das Bastelangebot, hier wird es sich dann in erster Linie um Peter Pan, Harry Potter, die Avengers und Co. drehen.

Was macht gerade die Meßstetter Ferienspiele so besonders?
Dass dieses Angebot seit rund 45 Jahren von Ehrenamtlichen gestemmt wird. Diese lange Tradition ist eine Seltenheit.

Apropos Ehrenamt: Haben Sie genug Betreuer?
Zusammen mit meiner Schwester haben sich leider auch vier weitere langjährige Betreuer von den Ferienspielen verabschiedet. Das ist natürlich ein herber Verlust. Inzwischen haben wir aber zwei Neulinge hinzugewinnen können. Wir sind derzeit 15 Betreuer. Mit diesem Team können wir die Ferienspiele bewältigen, aber weitere Helfer sind immer wünschenswert. Es gab Zeiten, da hatten wir 24 Betreuer, auf der anderen Seite wurden die Ferienspiele auch schonmal mit zwölf Betreuern gestemmt. Uns geht es heutzutage aber wie vielen Vereinen: Das Interesse der Bürger am Ehrenamt lässt nach, es ist schwieriger, helfende Hände zu finden. Die Stadt unterstützt uns aber auch. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise zwei Erzieherinnen, die in ihrer Ausbildung waren, bei den Ferienspielen dabei.

Sie sind bereits seit rund 20 Jahren als Betreuer mit von der Partie. Jedes Jahr müssen rund 100 Kinder „gebändigt“ werden. Das ist sicher auch anstrengend. Warum machen Sie das trotzdem gerne?
Immer wenn ich in Meßstetten bin, treffe ich auf ehemalige Ferienspiel-Kinder, egal ob bei der Fasnet oder beim Einkaufen. Da denk' ich mir: „Du hast damals die Bude auf den Kopf gestellt. Und jetzt gehst du mit Frau und Kindern einkaufen.“ Diese Momente sind schon was ganz Besonderes. (lacht)
Aber ich mache das auch für die Eltern, damit diese einfach ein Betreuungsangebot während der ersten eineinhalb Ferienwochen haben. Als Vater weiß ich, wie wichtig solche Angebote für Familien sind.

Sie haben ja auch einst als Knirps bei den Ferienspielen die Bude auf den Kopf gestellt. Was sind ihre schönsten Erinnerungen?
Da gibt es natürlich viele großartige Erinnerungen. Für mich waren als Kind die Ausflüge aber immer der große Höhepunkt. Ob Holiday Park, Europa-Park oder der Erlebnispark Tripsdrill – ich denke, das ist auch für die Kinder heute noch ein echtes Highlight im Programm.