Neue Ausstellung in Meßstetten: Die wundervolle Welt aus Glas

Glas ist ein faszinierendes Material. Ob Gläser, Vasen oder schillernde Kunstobjekte – die Exponate der neuen Meßstetter Sonderausstellung zeigen die unzähligen Facetten.
Volker Bitzer/Stadt Meßstetten- Das Meßstetter Museum für Volkskunst präsentiert die Sonderausstellung „Faszination Glas“.
- Gezeigt werden Glasobjekte aus verschiedenen Epochen, von Gebrauchsgegenständen bis Glaskunst.
- Highlights: Stilgläser (1900–1910), Tangogläser, Muranogläser und Werke bekannter Künstler.
- Exponate stammen von zehn privaten Leihgebern und dem eigenen Museumsbestand.
- Die Ausstellung startet am Samstag, 13. September, und lädt zum Entdecken der Glaskunst ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Glas ist einer der ältesten Begleiter des Menschen. Seine Ursprünge reichen sogar bis ins fünfte Jahrtausend vor Christi zurück. Zunächst als Abfallprodukt bei der Glasur entstanden, wird es spätestens seit der Hochzeit der alten Kulturen von Ägypten und Mesopotamien als dienlicher Gebrauchsgegenstand genutzt. Aus ihm werden aber nicht nur Trinkgläser, Flaschen, Krüge oder andere Behältnisse für den Alltag geformt – sondern auch Kunstgegenstände, bei denen die Funktionalität zugunsten purer Dekoration oder ästhetischer Identität in den Hintergrund rückt oder gar gänzlich fehlt. Fenster, Spiegel, Vasen, Flaschen erzählen Geschichten von Handwerk fast aller Epochen, spiegeln Geduld und Feingefühl wider. In der Kunst zeigt es Facetten der Seele – geschliffene Kristalle, filigrane Skulpturen, farbige Glasmalerei. Schicht um Schicht entstehen Formen, die den Alltag begleiten und meist auch verschönern. Glas verbindet Zweck und Poesie, Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung und Zukunft.
All das ist auch im Museum für Volkskunst in Meßstetten erlebbar, wenn am Samstag, 13. September, die neue Sonderausstellung öffnet. Laut einer Pressemitteilung der Stadt Meßstetten können Besucher Glas in all seinen Facetten und aus vielerlei Epochen entdecken. Jede Ära trägt auch bei der Glasherstellung oder Glaskunst mit Meisterstücken ihre ganz eigene Handschrift.
Vorab in die Karten schauen lassen
Museumsleiterin Klara Stingel, die auch bei der Eröffnung in die Ausstellung einführen wird, lässt sich schon vorab ein wenig in die Karten schauen: Die beeindruckende Vielfalt der gezeigten Stilgläser-Sammlung der Jahre 1900 bis 1910 ist entstanden durch die Konkurrenz der großen Glasmachermanufakturen wie Lötz und Josephinenhütte in Schlesien, Theresienthal im Bayerischen Wald, Freiherr von Poischinger im Bayerischen Wald oder Lobmeyr in Wien. Sogenanntes Überfangglas, hergestellt in erstaunlichen Techniken sind unter anderem die Tangogläser aus den 1920er-Jahren, diverse Muranogläser und irisierende Gläser. An den geschliffenen Rubin- und Bleikristallgläsern aus Böhmen zeigt sich die hohe Kunst des Glasblasens, -schleifens und -färbens der Glasmacher.
Glas-Objekte von namhaften Künstlern wie Borislav Sipek (Tschechien), Izabel Lam (USA) und Wilhelm Wagenfeld (Deutschland) sind im Erdgeschoss des Meßstetter Museums zu bestaunen. Grünlich strahlendes Uranglas, bemalte und emaillierte Objekte, Gläser aus den 1950er und 1960er-Jahren sowie eine Sammlung von Flacons, deren Glasstöpsel von Salvator Dali, Andy Warhol, Cartier und anderen weltbekannten Künstlern geschaffen wurden, haben den Schultes Frank Schroft, der vorab Gelegenheit zur Museumsvisite hatte, besonders begeistert.
Gläserne Vielfalt soll begeistern
Freilich sind laut Pressmeldung auch andere Interessierte eingeladen, in die Welt der Glaskunst einzutauchen – sei es nun einfacheres Gebrauchsglas, das unsere Vorfahren tagtäglich nutzten, die teure Serie für besondere Gelegenheiten, Sammelobjekte für die Vitrine oder regelrechte gläserne Kunstgegenstände. Als Besucher werde man erstaunt sein, welche Vielfalt das Meßstetter Museum bereithält. Zu verdanken ist die Ausstellung insgesamt zehn privaten Leihgebern, die einen Großteil der im Museum ausgestellten Glasobjekte zur Verfügung stellen. Erwähnenswert sind aber auch Warzengläser und handbemalte Gläser um 1800 aus dem eigenen Meßstetter Bestand, ebenso Prunkgläser aus der Biedermeierzeit.