Nahversorgung in Meßstetten
: Der Dorfladen ist eröffnet!

Ein großes Projekt im Meßstetter Teilort Heinstetten ist nach acht Jahren endlich am Ziel: Seit Kurzem können die Heinstetter in ihrem eigenen Dorfladen einkaufen.
Von
swp
Meßstetten
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Eine große Auswahl haben die Heinstetter in ihrem neuen Dorfladen. Der funktioniert übrigens ganz ohne Personal.

Eine große Auswahl haben die Heinstetter in ihrem neuen Dorfladen. Der funktioniert übrigens ganz ohne Personal.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer
  • In Meßstetten-Heinstetten eröffnet nach acht Jahren Planung der Dorfladen „Emmiy“ ohne Personal.
  • Der Laden bietet auf 130 m² rund 1400 Artikel an und ist täglich von 5 bis 23 Uhr geöffnet.
  • Ein Selbstbedien- und Selbstbezahl-System erleichtert den Betrieb, Unterstützung gibt es anfangs vor Ort.
  • Die Kosten von 250.000 Euro wurden durch Fördergelder und Eigenleistungen auf 78.000 Euro reduziert.
  • Bürgermeister und Ortsvorsteher hoffen auf langfristige Unterstützung der Heinstetter Bürger*innen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für Jürgen Marienfeld ist der Eröffnungstag des Heinstetter Dorfladens ein besonderer Tag. Eigentlich ist das Jahr für Jahr so, aber 2025 gleich in doppelter Hinsicht: Der Heinstetter Ortsvorsteher feierte nicht nur seinen 54. Geburtstag. Er durfte auch noch den neuen Dorfladen eröffnen, gemeinsam mit Bürgermeister Frank Schroft. Der Schultes nutzte diese Chance und kaufte laut einer städtischen Pressemitteilung als erster offizieller Kunde im neuen „Emmiy“ für Marienfeld ein passendes Geschenk: saure Kutteln in der Dose. Denn wie sagt der Schwabe doch so schön: Manchmal braucht es schon eine gute Kuttel in kommunalpolitischen Wahlämtern! Will sagen: Eine immense Ausdauer war nötig, bis Heinstetten wieder einen langersehnten Dorfladen hatte.

Ein Rückblick: Parallel zur 2017 von Stadtverwaltung und Gemeinderat ins Leben gerufenen Agenda „Meßstetten 2030“ hatte der Ortschaftsrat Heinstetten das Projekt Dorfladen ins Visier genommen. 2018 gründete sich dann eine örtliche Arbeitsgruppe aus Ortschaftsräten und Bürgern. Neben einem geeigneten Standort und der Frage nach einem Betreiber beschäftigte sich die Arbeitsgruppe auch zeitweilig mit dem Gedanken eines Genossenschaftsladens. Positiv war das Ergebnis einer Bürgerbefragung unter der heimischen Bevölkerung: Die meisten Heinstetter wollten einen Dorfladen und auch regelmäßig dort einkaufen.

Pandemie bremst die Pläne aus

Die Corona-Pandemie bremste die Bemühungen zwar aus, doch die Idee lebte weiter. Im Jahr 2023 wurden Fördermöglichkeiten geprüft, mit positivem Ergebnis. Was aber noch fehlte, waren ein Betreiber und eine geeignete Ladenfläche. Die entscheidende Wendung nahm das Projekt im Frühjahr vor zwei Jahren, als der Betreiber des Tieringer „Tante M“ (heute Emmiy) auf den heutigen Ortsvorsteher Jürgen Marienfeld zukam und Interesse bekundete. Hinzu kam, dass im August desselben Jahres die Heinstetter Familie Grüner grünes Licht gab, einen Teil ihrer großen Lagerhalle in der Waldstraße 2 zur Verfügung zu stellen. Positiv verlief sodann 2024 eine Vorort-Besichtigung mit dem potenziellen Betreiber und dem Bauamt. Auf dem Tisch lag der Förderbescheid und auch der Meßstetter Gemeinderat unterstützte das Vorhaben „Dorfladen“. In der letzten Sitzung des Vorjahres erläuterte die Betreiberfamilie Florian und Janine Bächle aus Geislingen dem Gremium ihr Konzept.

Vergangene Woche nun war man am Ziel. Im bestehenden Gebäude „Waldstraße 2“, an der Kreuzung zur Öschlestraße, hat der neue Dorfladen sein Domizil. Dafür wurde das bis dato reine Lagergebäude umgebaut – in einem rund 130 Quadratmeter großen Teil ist nun der Nahversorger untergebracht. Analog des „Emmiy“ in Tieringen, den ebenfalls Florian und Janine Bächle betreiben, soll auch der Heinstetter Laden sieben Tagen die Woche geöffnet haben, von 5 bis 23 Uhr. Das geht ohne Personal, stattdessen mit einem bereits erprobten Selbstbedien- und Selbstbezahl-Konzept, wie in anderen „Emmiy“-Läden auch.

Zweimal die Woche gibt es frische Ware

Im Heinstetter „Emmiy“ finden die Bürgerinnen und Bürger rund 1400 Artikel. Es gibt fast alles, was es im normalen Supermarkt auch gibt, nur keinen Alkohol. Zweimal pro Woche kommt frische Ware. Damit die Kunden mit dem für viele noch ungewohnten Selbstbezahl-Konzept zurechtkommen, ist in den ersten Wochen immer jemand vor Ort, wie Janine Bächle bei der Eröffnung sagte. Und dann gibt es ja noch den Ortsvorsteher, der versprach: „Wenn jemand Fragen hat, dann kann er sich auch jederzeit an mich wenden.“ So hoffen er, sein Ortschaftsrat und die Stadtverwaltung Meßstetten, dass die Heinstetter ihren „Emmiy“ annehmen. Es liegt nun einzig in der Hand der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, ihren Dorfladen vor der Haustüre für die nächsten Jahrzehnte zu erhalten.

Damit „Emmiy Heinstetten“ Realität werden konnte, galt es, einen langen und steinigen Weg zu gehen. Aber es lohnte sich und rückblickend seien die Zeiten bei der Bauplanung und Umsetzung sowie auch der Kostenrahmen eingehalten worden, teilt die Stadt mit. Letztere summieren sich auf rund 250.000 Euro. Dank eines Zuschusses aus dem Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ von rund 120.000 Euro reduzieren sich die Investitionskosten deutlich. Abzüglich Eigenleistungen durch den Eigentümer stehen unterm Strich noch rund 78.000 Euro. Hier geht die Stadt Meßstetten nach dem Gemeinderatsbeschluss im Dezember 2024 in Vorleistung, holt sich aber durch Mieteinnahmen über einen vertraglich fixierten Zehnjahres-Zeitraum dieses Geld wieder zurück. Eigentümer des gesamten Gebäudes bleibt die Heinstetter Familie Grüner, die Stadt ist Mieterin und Emmiy-Betreiber Florian Bächle wiederum Untermieter. So ergebe sich rundum eine Win-win-Situation. Das betonte auch Bürgermeister Frank Schroft bei der Eröffnung.