Learning-Space in Albstadt: Hier lernen Abschlussschüler Eselsbrücken und Motivation

Lerncoach Michael Keppler hält in einer Informationsveranstaltung der Volkshochschule Albstadt einen Kurzvortrag.⇥
Vera BenderFür manche Menschen ist Mathematik ein Graus, andere tun sich beim Vokabeln lernen schwer und für die nächsten sind geschichtliche Jahreszahlen nicht leicht zu merken. Es gibt nur wenige, die in jedem Fach Einser-Kandidaten sind und denen das Lernen offensichtlich leicht fällt.
Dafür soll es Grundschüler geben, die offen zugeben: „Ich bin dumm.“ Das ist zumindest schon Lerncoach Michael Keppler so passiert. Und deshalb hat er es sich zum erklärten Ziel gemacht, diesen Kindern, aber auch Jugendlichen und Erwachsenen zu helfen, ihr Potenzial zu erkennen und zu zeigen, wie sie Lernblockaden ausschalten können.
Am Donnerstagabend gab er im Saal der Volkshochschule Albstadt eine Kostprobe, die per Livestream übertragen wurde. Das war bestimmt eine gute Idee, denn leider waren von den rund 50 aufgestellten Stühlen nicht mal zehn besetzt. Dabei handelte es sich um die kostenfreie Auftaktveranstaltung zum neu initiierten Learning-Space, die sowohl VHS-Leiter Christoph Mast als auch seine Stellvertreterin Miriam Braunmüller intensiv beworben haben.
Ein Ballon und ein Bär
Wer sich bis heute nicht mal die ersten Elemente des Periodensystems merken kann, der wird über den etwas abstrusen Traum froh sein, von dem Keppler berichtet hat. Da war plötzlich ein roter Hydrant, der schwebte hoch zu einem Heliumballon, dann platzte er, wobei drei Lithiumbatterien herunterfielen. Unten stand ein Bär, der etwas im Delirium schien, und fing alles auf. Auf seinem Shirt stand BOR. Ja, ein ziemlich merkwürdiger Traum. Aber schon hat man die ersten fünf chemischen Elemente: Wasserstoff, Helium, Lithium, Beryllium und Bor. Ganz einfach.
Kein Mensch ist dumm, war nur eine logische Folgerung aus der Tatsache, dass jeder mit rund hundert Milliarden Hirnzellen auf die Welt kommt. „Lernen kann man bis zum letzten Atemzug“, verdeutlichte Michael Keppler zudem, „wir können alles erreichen, was wir wollen, bis ins hohe Alter“. Und schon wäre man bei der nächsten Erkenntnis: Man muss es wollen. Auch kleine Kinder brauchen eine Perspektive, um die Motivation zu haben, etwas lernen zu wollen.
Lernen, aber mit Strategie
Zustand, Strategie und Know-how müssen laut Lerncoach zusammenkommen, dann kann man alle gesteckten Ziele erreichen. Wenn man dann noch Eselsbrücken anwendet und Wiederholungen einbaut, dann hat jeder einen Lernerfolg. Und dabei sollte man wissen, dass das Gehirn sehr verrückte Geschichten mag – wie die vom Bär mit dem Hydranten, weiß Michael Keppler. Noch dazu sollte sich jeder individuell seine eigene verrückte Geschichte ausdenken, dann kann er sich viele Dinge besser merken.
Das dürfte vor allem auch den Prüflingen der Mittleren Reife und des Abiturs eine große Hilfe sein, wenn demnächst die Schulabschlussprüfungen anstehen. Lernblockaden lösen, Lernstrategien einüben, sich effektiv auf die Prüfung vorbereiten. Auch hier steht Lerncoach Keppler zur Verfügung, wenn vom 25. bis 28. März die Räume der Volkshochschule Albstadt für sie zum „Open-Learning-Space“ werden, sie Lerngruppen bilden können und Nachhilfelehrer zur Seite haben – und das alles kostenlos.
Vorbereitung auf Abitur und Mittlere Reife
Von Montag, 25. März, bis Mittwoch, 27. März, ist der Learning-Space von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Am Donnerstag, 28. März, kann man sich von 9.30 bis 13.30 Uhr mit anderen zu Lerngruppen zusammenschließen, sich austauschen, gegenseitig helfen oder die Nachhilfelehrer und den Lerncoach in Anspruch nehmen.
Das Angebot ist für Abschlussschüler. Die Teilnahme ist kostenlos.

