Kommentar zur Talgangbahn
: Steht zu euren Beschlüssen!

Die Talgangbahn wird um einige Jahre nach hinten verschoben. Autorin Vera Bender findet: Kommunales Gemecker ist bei diesem Jahrhundertprojekt inzwischen fehl am Platz.
Kommentar von
Vera Bender
Albstadt
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Die Talgangbahn soll in etwa sechs Jahren von Onstmettingen nach Ebingen führen.⇥

Talgangbahn Albstadt Onstmettingen Ebingen Bahnhof Onstmettingen

Die Talgangbahn soll eines Tages von Onstmettingen nach Ebingen führen. Doch diese Pläne haben sich jetzt nach hinten verschoben. (Archivfoto)

Maik Wilke

Bei Zukunftsprojekten ist das immer so eine Sache. Man investiert (viel) Geld und weiß aber nicht, ob es gut angelegt ist. Weil man eben nicht in die Zukunft blicken kann. Natürlich kann sich im Nachhinein herausstellen, dass es inzwischen eine neuere Technik gibt, sich Bedürfnisse geändert haben, die Konjunktur lahmt oder boomt.

Wenn wir heute wüssten, was in zehn Jahren gefragt ist, dann wären wir alle Millionäre. Dann hätten wir uns rechtzeitig mit Desinfektionsmitteln und Masken eingedeckt, bevor eine Pandemie ausgebrochen wäre und diese Produkte so gefragt waren wie nie zuvor. Dann hätte ich den schönen Schwalbenschwanz-Mercedes meines Vaters in einer Scheune untergestellt, bis er von unschätzbarem Wert ist.

Wir wissen aber nicht, wohin sich die Welt entwickelt. Wir können nur planen, vorsichtig handeln, abwägen. Wer zu vorsichtig ist, ist selten bei den Gewinnern – wer nicht wagt, der nicht gewinnt, heißt es im Volksmund. So wie Carl Benz etwas gewagt hat. Oder sich dann doch nicht getraut, seine Erfindung zu präsentieren, weshalb Ehefrau Bertha diesen Schritt wagte und mit dem Automobil fuhr.

„Ich war ja dagegen“ möchte ich nicht hören

Wer sich nicht in einer Entscheidungsphase befindet, hat immer leicht reden. Wenn es gut läuft, dann haben alle Anteil am Erfolg. Wenn es schlecht läuft, sucht man einen (einzigen) Dummen. So funktioniert es aber nicht. Es gibt immer einen Punkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden muss. Und dann müssen alle hinter dieser Entscheidung stehen. Schlechtreden gilt nicht. So halte ich es in meinem Kirchengemeinderat. Wir fassen einen Beschluss. Und selbst wenn dieser nicht einstimmig ist – schließlich sind wir ein demokratisches Gremium – erwarte ich als Vorsitzende von meinen Ratsmitgliedern, dass alle hinter diesem Beschluss stehen. „Ich war ja dagegen“ möchte ich nicht hören. Das ist unkollegial. In unserem Gremium funktioniert das auch.

Egal, wie sich jetzt Albstadt in Sachen Talgangbahn entschieden hat, es wäre nur fair, wenn alle geschlossen hinter diesem Projekt stehen. Auch die Bürgerschaft.

Allzu oft hört man noch aus dem Gremium: Wir wollten ja die Lammerberg-Halle. Das Ding ist gegessen. Entscheidung getroffen. Leute, das könnt ihr besser! Redet nicht eure Projekte schlecht. Diskutiert heiß und heftig. Aber dann steht gemeinsam hinter den getroffenen Beschlüssen.