Kanalsystem in Meßstetten
: Stadt rückt „Flaschenhals“ zu Leibe

Die Abwasserrohre unter der Wirkerstraße in Meßstetten müssen erneuert werden. Denn bei Starkregen könnte das Kanalsystem an seine Grenzen stoßen.
Von
Alexander Reimer
Meßstetten
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Unter der Wirkerstraße geht es für das Abwasser eng zu.

Unter der Wirkerstraße geht es für das Abwasser eng zu.

Alexander Reimer

Knapp 370.000 Euro lässt sich die Stadt die Erneuerung des Mischwasserkanals und der Wasserleitung in der Wirkerstraße kosten. Der Baustellenbereich erstreckt sich über die gesamte Länge, also von der Hossinger Straße bis zur Kreuzung „Am Weichenwang“. Der Gemeinderat beschloss die Vergabe einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Stadtrat Ernst Berger (CDU) musste allerdings für diesen Tagesordnungspunkt in den Zuschauerreihen Platz nehmen.

Der Grund: Sein Bauunternehmen war der günstigste der sechs Bieter und hat dementsprechend den Zuschlag für die Bauleistungen erhalten. Die Kostenberechnung des Ingenieurbüros Czerwenka belief sich auf etwa 400.000 Euro.

Wasser fließt schneller ab

Fritz Stoll aus dem Meßstetter Bauamt klärte die Räte auf, warum die Stadt hier am Kanalsystem nachbessern muss. Hier befinde sich nämlich ein Flaschenhals, der bei Starkregen an seine Grenzen kommen könnte. Folglich wird der Durchmesser des Mischwasserkanals um rund 30 Prozent vergrößert, von Nenndurchmesser 300 auf 400 Millimeter. Ferner verläuft der Kanal künftig auf gerader Linie unter der Straße durch, anstatt wie bisher unterwegs einen kleinen Umweg in die Straße „Im Grund“ zu nehmen. Das Kanalwasser, das von oben – also aus der Straße „Am Weichenwang“ – kommt, könne somit besser abfließen.

Doch kann das Kanalnetz der Hossinger Straße diese neuen Wassermassen aufnehmen? Eine Frage, die Stadtrat Oliver Rentschler (Bürgerliste) stellte. Fritz Stoll gab Entwarnung und bezifferte den Nenndurchmesser des dortigen Kanals auf 600 bis 800 Millimeter. Rentschler wunderte sich auch, warum im Haushaltsplan nur 230.000 Euro für dieses Vorhaben veranschlagt waren.

Bagger rollt bald an

Stoll und Bauamtsleiter Claus Fecker nannten zwei Gründe. Einerseits war in den 230.000 Euro nicht die Erneuerung der Wasserleitung inbegriffen, sondern nur die des Mischwasserkanals. Andererseits stellte sich der Ansatz als tatsächlich zu niedrig heraus, als man sich an die genauere Kalkulation für das Projekt gemacht hatte. Die Maßnahme soll laut Beratungsvorlage noch im Oktober angegangen werden und bis zum kommenden März andauern.