IHK vor Ort in Meßstetten
: Die Digitalisierung steht im Fokus

In Meßstetten-Tieringen kommen Wirtschaftsschwergewichte, Kammervertreter und Verwaltung zusammen, um über die Zukunft zu debattieren.
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red/buxx
Meßstetten
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In der „Schmiede der Visionen“ der Tieringer Firma Interstuhl war die „IHK Reutlingen vor Ort“ in Meßstetten. Im Mittelpunkt des Abends stand die städtische Digitalisierung, die Diana Härter vorstellte. Ihr stehen zur Seite: Matthias Miklautz (von links), Joachim Link, Frank Schroft und Ernst Berger.

In der „Schmiede der Visionen“ der Tieringer Firma Interstuhl war die „IHK Reutlingen vor Ort“ in Meßstetten. Im Mittelpunkt des Abends stand die städtische Digitalisierung, die Diana Härter vorstellte. Ihr stehen zur Seite: Matthias Miklautz (von links), Joachim Link, Frank Schroft und Ernst Berger.

Volker Bitzer/Stadt Meßstetten
  • IHK vor Ort tagte in Meßstetten-Tieringen bei Interstuhl – Fokus auf Digitalisierung.
  • Die Stadt richtet eine Stabsstelle ein und strebt ein papierloses Rathaus mit E-Akte an.
  • Diana Härter berichtet von gesetzlichen und strukturellen Hürden bei der Umsetzung.
  • Breitband bleibt Streitpunkt: Kritik an langsamer Geschwindigkeit im Zollernalbkreis.
  • Bürgermeister Frank Schroft nennt unklare Förderkulisse und verweist auf kabellose Optionen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Veranstaltungsreihe „IHK vor Ort“ der IHK Reutlingen führt seit mehr als zehn Jahren Wirtschaft und Kommunalpolitik zusammen. In regelmäßigen Dialogen diskutieren lokale Unternehmer, Bürgermeister und Kammervertreter direkt in den Gemeinden über Standortfragen. Dieser Tage führte der Weg wieder nach Meßstetten. Genauer nach Tieringen, an die Geburtsstätte der Firma Interstuhl. Hier, wo einst der Großvater der heutigen Geschäftsführer Joachim und Helmut Link seine Schmiedewerkstatt hatte, lädt nun die „Schmiede der Visionen“ zu einem Rundgang durch die Unternehmensgeschichte ein.

Joachim Link, zugleich Vorsitzender des IHK-Gremiums Zollernalb, begrüßte die Besucher mit einem gnitzen Lächeln in einem „nicht ganz unbedeutenden Stadtteil Meßstettens“. Gekommen waren die Teilnehmer dieses Abends aber nicht zuvorderst, um vergangene Zeiten aufleben zu lassen, sondern um moderne, überaus herausfordernde Zeiten ins Visier zu nehmen. Diese könnten grob mit „Digitales Zeitalter“ überschrieben werden – Schlagworte wie Cybersicherheit, Breitbandausbau und natürlich Künstliche Intelligenz (KI) inbegriffen.

Die Stadt Meßstetten hat die Digitalisierung ihrer Verwaltung angepackt: Zum Jahresbeginn 2024 wurde eine Stabsstelle Digitalisierung eingerichtet. Als Gastrednerin stellte deren Leiterin Diana Härter den Weg der Stadt hin zu einem möglichst papierlosen Rathaus vor. Dafür braucht es jedoch nicht nur digitale Angebote nach außen, sondern auch neue Strukturen und Abläufe innerhalb. Ein zentraler Baustein ist dabei die elektronische Akte (E-Akte), die die klassische Papierakte ersetzt. Digitalisierung ist kein Projekt mit festem Enddatum, sondern ein fortlaufender Prozess, heißt es in einer Pressemeldung der Stadt. In Deutschland wird dieser für alle Beteiligten allerdings immer wieder zur Geduldsprobe, wie Diana Härter aus ihrer täglichen Praxis berichtet: „Digitalisierung kämpft mit vielen gesetzlichen und strukturellen Hürden.“

Quo vadis Breitband?

Breitbandausbau ist ein Thema, das wiederum den Unternehmern auf den Nägeln brennt. In Anlehnung an die Digitalisierung war es am IHK-Abend ebenfalls Gegenstand der Diskussion. Bemängelt wurde aus dem Publikum, dass der Zollernalbkreis im Kammerbezirk den Bereichen Reutlingen und Tübingen in Sachen Internetgeschwindigkeit hinterherhinkt. Erklärungsversuche zum „Warum“ waren das eine, wichtiger jedoch: Wie schaffen wir Abhilfe oder gibt es Alternativen? Bürgermeister Frank Schroft verwies auf die immer undurchsichtigere Lage sowie die kaum noch nachvollziehbare und sich ständig ändernde Förderkulisse. Ob all dem stellte der Schultes die Frage „Sind wir überhaupt auf dem einzig richtigen Weg?“ in den Raum und verwies auf kabellose Technologien. Eine kurze, aber lebhafte Diskussion bereicherte das Brainstorming in der Visionen-Schmiede.

Region Neckar-Alb

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Weitere Themen des Abends waren Gewerbeflächen, die Belebung der Innenstadt und das gastronomische Angebot in Meßstetten. In diesen Bereichen besteht laut einer IHK-Umfrage Handlungsbedarf. Bei der Innenstadtbelebung und der Gastronomie seien den Kommunen allerdings weitgehend die Hände gebunden, betonte Bürgermeister Frank Schroft. „Wir können lediglich gute Rahmenbedingungen schaffen und somit für eine städtebauliche Aufwertung sorgen“, erklärte er.

Wie bewerten die Unternehmen im Kammerbezirk Reutlingen und explizit im Zollernalbkreis die derzeitige wirtschaftliche Lage? Dazu lieferte Matthias Miklautz, Leiter der IHK‑Geschäftsstelle Zollernalbkreis, aktuelle Daten. Laut Konjunkturumfrage sehen die Mitgliedsfirmen folgende Risiken für ihren Geschäftsbetrieb: Inlandsnachfrage aufgrund schwacher Kaufkraft, Energiepreise, geopolitische Spannungen, deutlich belastendere Rohstoffpreise und die Wirtschaftspolitik. Genau an dieser Stelle melden sich die Unternehmer zu Wort und richten eine klare Forderung an die Verantwortlichen „da oben“: Der Verkehr muss stärker in den Fokus rücken. Zu lange wurde auf Verschleiß gefahren, zu viele Straßenbauprojekte kommen nicht voran.