Herbstbazar in Tailfingen
: Große Resonanz bei den Katholiken

In der Zollern-Alb-Halle wurden beim Herbstbazar alle Rekorde gebrochen: 100 Organisatoren, 200 Gottesdienstbesucher, 400 Festgäste zur Mittagszeit.
Von
swp
Albstadt
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Der Gottesdienst beim Herbstbazar der Katholiken in Tailfingen in der Zollernalb-Halle war gut besucht.

Der Gottesdienst beim Herbstbazar der Katholiken in Tailfingen in der Zollern-Alb-Halle war gut besucht.

Michael Holl

Das Risiko hat sich gelohnt! Dieses Fazit zogen die fast 100 Mitwirkenden des Herbstbazars der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth Tailfingen, der nach vier Jahren Pause wieder in der Zollern-Alb-Halle stattfand. Schon beim Gottesdienst mit Pfarrer Hans-Joachim Fogl und dem Kirchenchor waren rund 200 Besucher anwesend, um die Mittagszeit reichten die bereitgestellten 400 Sitzplätze nicht aus. Aus Aalen war sogar Fritz Hägele, der Gründer und Vorsitzende des Freundeskreises Indienhilfe angereist, um Interessierten von seinen Erfahrungen in Indien zu erzählen, berichtet Pastoralreferent Michael Holl begeistert von der Neuauflage der Traditionsveranstaltung.

Umfangreiches Angebot

Die Zollern-Alb-Halle hatte sich in einen Bazar verwandelt, mit Angeboten von Second-Hand-Kleidern, Flohmarkt, Bastelwaren, Marmelade, Honig und Apfelsaft aus der Region, Waffeln, Punsch und Espresso-Bar. Neu war das Spiel „6 gewinnt“, bei dem durch etwas Glück beim Würfeln Gutscheine zu gewinnen waren. Ergänzt wurde das reichhaltige Angebot durch den Bücherflohmarkt der örtlichen Amnesty-International-Gruppe.

Die Zollern-Alb-Halle in Albstadt war zur Mittagszeit sogar so voll, dass die Plätze und die Schnitzel ausgingen.

Die Zollern-Alb-Halle in Albstadt war zur Mittagszeit sogar so voll, dass die Plätze und die Schnitzel ausgingen.

Michael Holl

Der große Andrang der Besucher sorgte auch dafür, dass es schon bald keine Schnitzel mehr gab und dass von fast 60 selbstgemachten Kuchen nur noch wenige Stücke übrig blieben. Viele Besucher hatten nach eigener Aussage schon lange gehofft, dass die über 50-jährige Bazar-Tradition der Tailfinger Katholiken wieder fortgesetzt wird.

Für angenehme Live-Musik im Hintergrund sorgten Rudolf Hendel und Josef Ungermann mit Akkordeon und Posaune, sowie in bewährter Weise das Salonorchester Albstadt. Für Kinder gab es im Foyer ein eigenes Bastel- und Spielangebot, bei dem auch der katholische Kindergarten St. Elisabeth mitwirkte.

Der Erlös dieses Tages kommt wie immer sozialen Projekten in Brasilien und Indien, sowie sozialen Aufgaben der Kirchengemeinde St. Elisabeth zugute, versichert Holl.

Projekt in Südindien

„Navajeevan“, „neues Leben“, heißt die eine der vom Bazar unterstützten Einrichtungen für hörgeschädigte Kinder in Nandyal im Andra Pradesh in Indien. In Schule und Internat wird im Augenblick über 220 hörgeschädigten und 100 von der Kinderarbeit befreiten Kindern der Schulbesuch ermöglicht. Diese Kinder hatten früher in ihren Dörfern keine Chance zu einem Schulbesuch und zu einer Ausbildung. Kinder aus verschiedenen Kasten, aus unterschiedlichen Religionen, behinderte und nicht behinderte Kinder leben und lernen unter einem gemeinsamen Dach.

Auch für nichtbehinderte Kinder und Jugendlichen ist der Schulbesuch der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft. Deshalb ist der Bau von Schulen und Internaten ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von Pfarrer Marreddy. Insgesamt werden in Schulen und Behinderteneinrichtungen, die auf seine Initiative gebaut wurden, im Augenblick über 3.300 Kinder und Jugendliche betreut und beschult. Die teilweise langjährigen persönlichen Kontakte zu Pfarrer Marreddy in Indien helfen dabei, die finanziellen Mittel dort gezielt einzusetzen, wo sie augenblicklich am dringendsten gebraucht werden.

Projekt in Brasilien

Auch das zweite Projekt in Südamerika erfährt durch diese Weise lebendige Unterstützung. In Belo Jardim („Schöner Garten“), einer Stadt von 80.000 Einwohnern im Nordosten Brasiliens, leben und wirken Ordensschwestern aus der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Sießen. Die Schwestern leben im ärmsten Viertel der Stadt, wo die Mehrheit der Bevölkerung keine feste Arbeit hat und viele von Drogen oder Alkohol abhängig sind. Vor allem junge Menschen sehen kaum Zukunftsperspektiven für sich, die Rate der psychisch Kranken ist ebenso wie die Kriminalitätsrate sehr hoch. Die Schwestern organisieren Kleidersammlungen und Lebensmittelverteilung an arme Familien und versuchen, durch Gruppentreffen, Gottesdienste und Einzelgespräche den Betroffenen neue Perspektiven zu eröffnen.

Dazu kommt ein Kinder- und Jugendtreff mit Nachhilfe- und Musikunterricht, sowie Alphabetisierungskurse für Erwachsene. Ebenfalls unterstützt wird die therapeutische Arbeit von Schwester Theresina Fehrenbacher bei ihrer Arbeit mit Drogenabhängigen in der Fazenda der Hoffnung in Guaratinguetá im Staat São Paulo. Dort wohnen zwischen 120 und 130 Männer in zehn Häusern, die jeweils drei Verantwortliche haben, die selbst einmal Drogenabhängige waren und nun die Männer auf ihrem Weg begleiten. Der Aufenthalt ist in der Regel auf ein Jahr begrenzt. Schwester Theresina unterstützt nicht nur die Drogenabhängigen selbst, sondern versucht auch, die Familien beispielsweise durch Selbsthilfegruppen in den Prozess einzubinden und die Bedingungen für eine gelingende Rückkehr zu verbessern.

„Ein herzliches Dankeschön sagen die Organisatoren allen Mitwirkenden, sowie den Spendern von Gutscheinen oder Sachspenden und den zahlreichen Küchenbäckern und Bäckerinnen. Ohne dieses vielfältige ehrenamtliche Engagement wäre dieser Tag der Begegnung und Solidarität nicht möglich gewesen“, lässt Michael Holl wissen.

60

selbstgemachte Kuchen und Torten fanden beim Herbstbazar reißenden Absatz. Auch sonst war das kulinarische Angebot sehr gefragt. Die Schnitzel waren schnell ausverkauft.