Handball 2. Bundesliga: Strosack und Ingason drehen auf: HBW bezwingt Rostock

HBW-Trainer Jens Bürkle motiviert seine Mannschaft. ⇥
Eibner-Pressefoto/Thomas HaeslerVor dem Anpfiff herrschte in der Sparkassen-Arena in Balingen völlige Stille. Zuschauer, Spieler, Funktionäre – sie alle gedachten dem am Montag überraschend verstorbenen Dr. Rolf Brack – einem der innovativsten Handballtrainer und einer Ikone, die diesen Sport gelebt hat. Zunächst mit einer Schweigeminute, anschließend mit langem Applaus. Danach, und so hätte es „Handball-Professor“ Brack gefallen, sahen die 1996 Zuschauerinnen und Zuschauer leidenschaftlich spielende HBWler.
Und diese Leidenschaft war notwendig. Die Gäste um ihren neuen Cheftrainer Nicolaij Andersson starteten selbstbewusst ins Spiel. Kein Wunder, gleich beim ersten Auftritt unter Andersson gelang den Rostockern ein wichtiger Sieg im Kellerduell gegen Würzburg. HBW-Linksaußen Oddur Gretarsson scheiterte an HC-Keeper Robert Wetzel, Kristian Beciri stand bei seinem Treffer mit einem Fuß im Kreis und Lukas Saueressig warf am Tor vorbei (wohl noch vom Block abgelenkt) – Rostock zog in der Anfangsphase zunächst auf 2:6, dann auf 5:10 weg. Die Mannschaft von Cheftrainer Jens Bürkle fand keinen Spielrhythmus und offenbarte defensiv ungewohnte Lücken. Rostock dagegen verteidigte agil und ließ kaum einfache Würfe zu.
Knapper Rückstand zur Halbzeit
Der Frust über den Rückstand war in der Halle vor allem dann lautstark zu hören, wenn Fans und HBW-Trainer Bürkle mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler und Maike Merz haderten. Teilweise zurecht, viele 50:50-Entscheidungen pfiffen die Unparteiischen für Rostock – andererseits erschwerten sich die Gastgeber mit Fehlern selbst das Spiel. Doch peu à peu kamen die Gallier ran. Halbzeitstand: 12:13.
In der zweiten Hälfte zeigte der Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga, warum er ganz oben steht. Schwungvoll, entschlossen und mit einem wie aufgedreht aufspielenden Moritz Strosack überrollte der HBW die Rostocker: Zur Pause ein Tor hinten? Macht doch nichts – nach 3:12 Minuten in Hälfte Zwei führte Balingen mit 17:13. Der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich auf 22:14 an.
Starke Paraden von Sejr
Die Rostocker fanden immer seltener eine Lösung gegen die nun gut stehende Abwehr. HBW-Torhüter Simon Sejr überzeugte mit mehreren Paraden, Daniel Ingason zeigte seine Wurfgewalt. Und auch Tim Hildenbrand nutzte wie Strosack als Rechtsaußen die Schwächen der Rostocker. Wie im Hinspiel (34:22) zeigte der HC Empor eine engagierte Partie, konnte jedoch nicht mit Balingen-Weilstetten mithalten. Endergebnis: 31:23.
Vistorop weiter geschont
Bürkle verzichtete übrigens weiter auf den zuletzt angeschlagenen Filip Vistorop. „Filip wird sich mit den Jungs warmmachen. Ob er dann zum Einsatz kommt, wird sich erst kurzfristig zeigen“, erklärte der HBW-Cheftrainer gegenüber unserer Zeitung vor dem Spiel. Letztlich zeigte sich, dass Bürkle recht hatte, seinem Rückraum-Ass mehr Zeit zur Genesung zu geben. Dessen Teamkollegen zeigten eine kämpferisch starke Leistung und feierten dank einer teils furiosen zweiten Hälfte einen letztlich souveränen Heimerfolg.
Am Sonntag, 26. März, gastiert die HBW Balingen-Weilstetten bei der TUSEM Essen (Anpfiff um 17 Uhr).
So spielten sie
HBW Balingen-Weilstetten gegen
HC Empor Rostock
31:23
HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (12.-60.), Ruminsky (1.-11.) – Huber (2), Schöngarth (1), Ingason (7), Linhares de Souza, Gretarsson (4/2), Danner, Beciri, Hildenbrand (1), Schoch (3), Schüler (1), Saueressig, Volz (2), Heinzelmann (2), Strosack (8).
HC Empor Rostock: Wetzel (1.-60.) – Wilhelm (3), Sveinsson, Aukstikalnis (4), Mehler (1), Völzke (3), Witte (3), Schmidt (3), Schütze (2), Kohnagel (1), Zimmer (2), Lößner (1), Zemlin.
Siebenmeter: Witte und zweimal Schmidt scheitern an Sejr
Zeitstrafen: Heinzelmann, Ingason – Völzke, Mehler
Zuschauer: 1996
SR: Tanja Kuttler, Maike Merz

