Großeinsatz der Feuerwehr: Gefahrgut bei Blickle ausgelaufen

Ein Großaufgebot der Feuerwehr war am Donnerstagmittag bei der Firma Blickle in Rosenfeld zu Gange.
Sebastian BuckDas Aufgebot der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei ist riesenhaft am Donnerstagnachmittag in Rosenfeld. Der Grund ist im ersten Moment beunruhigend: Gefahrgut ist auf dem Werksgelände der Firma Blickle ausgetreten. Die Feuerwehr weiß beim Eintreffen noch nicht so genau, wie die Lage aussieht. Es handle sich um den chemischen Stoff Isocianat, wie Stefan Rebholz als stellvertretender Kreisbrandmeister vor Ort erklärt. So lautete jedenfalls die erste Mitteilung. Gottlob besteht keine Explosionsgefahr oder ähnliches. Wie genau es zu dem Austritt des Stoffes kam, ist laut eines Polizeisprechers vor Ort noch nicht klar, zunächst muss die Feuerwehr den Schaden eindämmen.
Zehn Behälter mit je 1000 Liter Flüssigkeit
Dazu wird neben der Rosenfelder Feuerwehr auch die Gefahrguttruppe aus Hechingen und die Dekontaminationsabteilung aus Balingen angefordert. Wohl noch vor dem Entlasen hatte der Lastwagenfahrer bereits bemerkt, dass der Stoff ausgelaufen war. Zehn Behälter mit je 1000 Liter Chemikalien waren auf dem spanischen Sattelschlepper verladen. „Einer dieser Behälter ist leck geschlagen“, sagt Günter Kopf, der die Rosenfelder Kräfte kommandiert an diesem Nachmittag. Von Rosenfeld und umliegenden Orten sind um die 55 Einsatzkräfte vor Ort, hinzu kommen noch die 25 Mann aus Hechingen und zehn aus Balingen. Also in der Tat ein Großaufgebot. Doch recht schnell wird klar, dass keine unmittelbare Gefahr besteht, auch nicht für die Mitarbeiter der Firma Blickle. Rund 700 seien wohl noch im Gebäude, „wir werden aber nicht evakuieren“, beruhigt Günter Kopf noch am Ort des Geschehens.
Das weitere Vorgehen läuft dann nach Sondierung der Gefahrenlage geordnet ab. Der Lastwagenfahrer konnte seinen Anhänger so platzieren, dass keine weitere Flüssigkeit mehr austrat, erklärt Kopf. Von da an übernahmen dann die Spezialkräfte aus Hechingen und Balingen. Der ausgetretene Stoff wird gebunden und abtransportiert, die restliche Flüssigkeit aus dem havarierten Behälter wird dann von der Feuerwehr umgeladen. Bis in den Abend waren die Feuerwehrkräfte beschäftigt, die in der Spitze mit rund 90 Kräften in Rosenfeld im Einsatz waren. Sogar Bürgermeister Thomas Miller, der eigentlich in der Heimat urlaubt, wird zum Einsatzort gerufen.
Am Abend wird klar: Der Stoff ist unbedenklich
Am Abend äußert sich dann noch die betroffene Firma selbst zum Unfall im Logistikhof: „Glücklicherweise gab es bei diesem Vorfall keine Verletzten. Auch die Umwelt wurde nicht gefährdet.“ Weiter heißt es in der Mitteilung: „Wir sind den Einsatzkräften der Feuerwehr und den Spezialkräften für ihr rasches und effektives Handeln außerordentlich dankbar. Durch ihr schnelles Eingreifen konnten potenzielle Folgen verhindert werden“, erklärte Walter Wager, Geschäftsführer von Blickle. Die Erleichterung folgt dann kurz nachdem die Firma ihre Pressemeldung versendet hatte. „Bei der ausgetretenen Flüssigkeit handelt es sich um einen unbedenklichen Stoff“, vermeldet Pressesprecherin Mona Juchler im Nachgang. Bei der Ursachenforschung und Bergung sei nämlich herausgekommen, dass der Lastwagen mehrere Chemikalien geladen hatte, die ausgetretene war, so die Blickle-Sprecherin, wohl unbenklich. Welcher genau, das ist am Abend nicht zu klären.
90
Feuerwehrkräfte waren in Rosenfeld am Donnerstagnachmittag im Einsatz. Ein chemischer Stoff war bei der Firma Blickle ausgelaufen.
