Gegen Bettensteuer in Meßstetten
: IHK kritisiert Pläne – „Zwei Euro sind oft entscheidend“

Die IHK Reutlingen hat sich in einer fachlichen Stellungnahme gegen die Einführung einer Bettensteuer in Meßstetten ausgesprochen. Der Gemeinderat will am 24. Oktober entscheiden.
Von
swp
Meßstetten
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Euro–Münze: ILLUSTRATION - 13.04.2022, Berlin: Zwei 2-Euro-Münzen liegen auf dem Boden aufeinander. (Zu dpa: «Große chinesische Geldfälscher-Werkstatt in Spanien ausgehoben») (zu dpa: «Große Geldfälscher-Bande in Spanien ausgehoben») Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die IHK kritisiert die Pläne zur Einführung einer Bettensteuer in Meßstetten.

Fernando Gutierrez-Juarez/dpa (Symbolbild)
  • IHK Reutlingen kritisiert Pläne zur Bettensteuer in Meßstetten – Entscheidung am 24. Oktober.
  • Zwei Euro extra pro Nacht könnten Buchungen, besonders von Geschäftsreisenden, gefährden.
  • Wettbewerbsfähigkeit der Beherbergungsbetriebe und Nachfrage sinken laut IHK.
  • Bürokratiekosten und Nutzen der Steuer für die Stadt werden infrage gestellt.
  • IHK sieht Bettensteuer als Risiko für lokale Wirtschaft und Tourismus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die IHK weist in ihrer Pressemitteilung auf die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Beherbergungsbetriebe hin. Sie stünden in einem intensiven Wettbewerb mit anderen Ferienregionen und den umliegenden Kommunen, die keine Bettensteuer erheben. Eine zusätzliche Abgabe erhöhe den Preis, verschlechtere dadurch die Wettbewerbsfähigkeit und führe zu Buchungsrückgängen, gerade bei Geschäftsreisenden und Monteuren.

„Für diese sehr preissensible Gästegruppe sind zusätzliche Kosten von zwei Euro pro Nacht häufig buchungsentscheidend“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Betreiberinnen und Betreiber von Ferienwohnungen berichten laut IHK-Mitteilung zudem, dass sich ihre Angebote bei steigenden Kosten und sinkender Nachfrage wirtschaftlich kaum noch tragen.

Befürchtung: Gäste würden wegfallen

„Eine Bettensteuer würde diese Entwicklung verschärfen und für einzelne Betriebe ist das Geschäft dann nicht mehr wirtschaftlich“, so Epp. Weiter befürchten örtliche Unternehmen, dass touristische Gäste als nötige Frequenzbringer für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister wegfallen könnten.

Die IHK kritisiert zudem, dass die Erhebung und Verwaltung der Steuer bei Stadtverwaltung wie Betrieben bürokratischen Aufwand und Kosten verursachen. Das tatsächlich nutzbare Steuervolumen würde daher sicher geringer ausfallen als die von der Stadt angepeilten 50.000 Euro pro Jahr. „Mit Blick auf den städtischen Gesamthaushalt und die bestehenden Risiken für die heimischen Betriebe lohnt sich diese Steuer kaum“, sagt Wolfgang Epp.

Die Stellungnahme der IHK ging Bürgermeister Frank Schroft und den Vorsitzenden der Fraktionen im Gemeinderat von Meßstetten zu. Die Vollversammlung der IHK Reutlingen hat sich 2023 grundsätzlich gegen die Einführung kommunaler Bettensteuern ausgesprochen. Der Beschluss basiert auf der Überzeugung, dass lokale Übernachtungssteuern den Wirtschaftsstandort schwächen, bürokratische Belastungen erhöhen und zu einer Minderung der Gästezahlen führen.