Ferienprogramm Meßstetten
: Wanderung durch die Geschichte

Das Ferienprogramm der Stadt Meßstetten neigt sich dem Ende zu. Die zweitletzte Wanderung führte durch Unterdigisheim und die geschichtlichen Meilensteine der Umgebung.
Von
swp
Meßstetten
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  • Ferienwanderung Unterdigisheim⇥

    Ferienwanderung Unterdigisheim⇥

    Rüdiger Wysotzki
  • Die zweitletzte Ferienwanderung führte auf die Höhenlage des im Tal gelegenen Stadtteil Unterdigisheim. Revierförster Thomas Holl machte die Führung.⇥

    Die zweitletzte Ferienwanderung führte auf die Höhenlage des im Tal gelegenen Stadtteil Unterdigisheim. Revierförster Thomas Holl machte die Führung.⇥

    Rüdiger Wysotzki
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Die zweitletzte Ferienwanderung der Stadt Meßstetten führte auf die Höhenlage des im Tal gelegenen Stadtteil Unterdigisheim. Sie wurde von den Wanderfreunden Unterdigisheim in der Person von Revierförster Thomas Holl fachkundig geführt. Holl hatte bereits während der Wanderung in Oberdigisheim mit seinem Wissen die teilnehmenden Kinder begeistert. Nun waren die Erwachsenen an der Reihe. Die stolze Zahl von 210 Wanderern war dem Aufruf gefolgt.

„Rübenhäule“ und Aussichtspunkt

Leichter Regen begleitete anfänglich beim Aufstieg von der Turn- und Festhalde hinauf auf die Burghalde. Erste Zwischenetappe stellte die in Unterdigisheim genannte „Rübenhäule“, die ehemalige örtliche Kiesgrube, dar. Hier erbauten die Unterdigisheimer Wanderfreude zunächst eine Grillstelle, zu der im Jahr 1991 eine Schutzhütte hinzukam. Nicht weit davon entfernt stellte Holl eine kleine Kapelle vor, die 1981 durch Franz Karle erbaut wurde. Ehemals befand sich hier eine kleine Lourdes Grotte.

Von dort erreichten die Wanderer den markanten Aussichtspunkt Gettenweilerfelsen auf Nusplinger Gemarkung mit seinem Blick ins Obere Bäratal. Auf der Hochfläche sollen zwei Lehenhöfe existiert haben, die aber bereits 1400 abgegangen waren. Anhand eines Waldstücks und zweier großer Karten machte Holl auf den nicht mehr zu leugnenden Klimawandel aufmerksam. Auf den beiden Schaukarten, die den Zollernalbkreis darstellten, waren in vier Farben die möglichen Standorte für Buchen und Fichten und ihre dortigen – nicht gerade rosigen – Zukunftschancen versehen. Nach Erreichen des Plateaus führte die weitere Exkursion über fast ebene Wege zum Königsbol der Bundeswehr und dem Wolfenhof, der während des Zweiten Weltkriegs erstmals mit Strom versorgt wurde. 1911 brannte das Gebäude aufgrund eines Blitzschlags ab und musste wieder aufgebaut werden.

Letzter Halt

Der letzte Wanderstopp führte nochmals in den Krieg und in das Jahr 1943 zum Rosenkranzfest der Gemeinde der Diözese Rottenburg. Bischof Johannes Baptista Sproll, der sich mit dem nationalsozialistischen Regime anlegte und des Landes verwiesen wurde, lebte ab 1938 im Exil bei Krumbad. Er hatte 1943 zur Marienweihe aufgerufen, woran bis heute ein Bildstock erinnert.

Die aufgestiegenen 150 Höhenmeter galt es nun wieder herabzusteigen. Das obligatorische „Vesper“ gab es am Ausgangsort. Der Musikverein Unterdigisheim spielte hierzu gekonnt auf und lockte einige Passanten zur Festhalle. „Kreatives Gestalten in und mit der Natur“ trug das Motto des Kinder- und Jugendprogramms. Hierzu hatte Helga Maier die Jugend in den Kindergarten Unterdigisheim eingeladen.

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Am Balinger Bahnhof ist der Fußgängerüberweg in einem erbärmlichen Zustand, zumindest optisch. Weil die Brücke unter Denkmalschutz steht, ist eine Sanierung nicht schnell zu machen. Lesen Sie hier weiter:

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Interessierte ließen sich die zweitletzte Ferienwanderung, die in Unterdigisheim stattfand, nicht entgehen. Gemeinsam bewältigten sie 150 Höhenmeter.

Die letzte Ferienwanderungen findet am 6. September um 17 Uhr in Heinstetten statt. Gestartet wird an der Turn- und Festhalle am Ortsrand. Die Route führt zum Truppenübungsplatz Heuberg auf den Totenweg, dessen Geschichte vor Ort erklärt wird. Es folgt Hühnerbühl mit Sicht auf die Ruine Klein Wildenstein. Weiter geht es über die Dreibahnmarken über den Kraftsberg zurück zum Startpunkt. Für das Kinder- und Jugendprogramm ist der Besuch des Umweltmobils des Naturerlebniszentrums der Sparkasse Zollernalb vorgesehen.