Fasnet in Winterlingen
: Zwei Tage närrische Geburtstagsparty in Harthausen

Nach stimmungsvollem Auftakt mit dem Guggamusiktreffen am Freitag feiern Besucher und Narren in Harthausen ausgelassen auf dem Nachtumzug mit vielen Gastzünften die 30-jährige Vetternzunft.
Von
Karl-Otto Gauggel
Winterlingen
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  • Viele Gastzünfte juckten beim Nachtumzug in Harthausen mit; auch Hexenpyramiden durften nicht fehlen. Am Vorabend hatten die Guggenmusiken gefeiert.⇥

    Viele Gastzünfte juckten beim Nachtumzug in Harthausen mit; auch Hexenpyramiden durften nicht fehlen. Am Vorabend hatten die Guggenmusiken gefeiert.⇥

    Karl-Otto Gauggel
  • Nachtumzug in Winterlingen Harthausen: Viele Gastzünfte juckten mit, Hexenpyramiden durften bei diesem nächtlichen Spektakel nicht fehlen.⇥

    Nachtumzug in Winterlingen Harthausen: Viele Gastzünfte juckten mit, Hexenpyramiden durften bei diesem nächtlichen Spektakel nicht fehlen.⇥

    Karl-Otto Gauggel
  • EIn großes Guggamusiktreffen gab es in der Festhalle Winterlingen Harthausen.⇥

    EIn großes Guggamusiktreffen gab es in der Festhalle Winterlingen Harthausen.⇥

    Karl-Otto Gauggel
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Es funkelten bereits die Sterne am Himmel über Harthausen, als am Samstagabend bunte Leuchtraketen den Startschuss zum Nachtumzug gaben. Hunderte Besucherinnen und Besucher säumten die Straßen in der Ortsmitte und waren gespannt auf die 34 Zünfte. Insgesamt 1500 Hästräger aus der ganzen Region vom Heuberg, aus dem Lauchert- und Donautal und auch aus Oberschwaben waren zu dem närrischen Spektakel nach Harthausen gekommen.

Mittlerweile schon in zehnter Auflage hatte die Vetterzunft, die in diesem Jahr ihr 30. Gründungsjubiläum feiern, zum Nachtumzug geladen, und so war es der gastgebenden Zunft vorbehalten, den närrischen Lindwurm mit Garde, Vetter-Hästrägern, den Wäschweibern und der Guggamusik anzuführen. Von der Ehrentribüne herab verfolgte neben dem „Dreigestirn“ der Vetter mit Christoph Abt, Holger Bach und Robert Mauz auch die lokale Politik das närrische Treiben: Bügermeister Michael Maier als Schirmherr der Veranstaltung, zusammen mit dem Harthauser Ortsvorsteher Emil Oswald und dem Ortsvorsteher aus Benzingen, Ewald Hoffmann.

Ausgelassen geschunkelt

Anton Blau, der Präsident des Narrenrings Alb-Lauchert, kündigte, immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen, die vorbei marschierenden Formationen an und informierte über die Entstehung ihrer Masken sowie natürlich ihre Narrenrufe. Die Besucher waren begeistert und schunkelten zu den Klängen der Guggenmusiken gerne mit.

Egal ob „Alte Germanen“ aus Benzingen, „Nandis“ aus Veringenstadt, „Hoarnasa“ aus Vilsingen, „Felsdeifl „aus Bitz, „Hilbenschlecker“ aus Frohnstetten oder die mit einem fahrbaren Knast angereisten „Knastbrüder“ aus Ittenhausen – um nur einige zu nennen. Alle wurden mit Beifall empfangen, und die zugerufenen Narrenrufe wurden vom Straßenrand lautstark erwidert. Zwischen akrobatisch anmutenden Hexenpyramiden und wilden Tänzen trieben die Maskenträger auch immer wieder ihren Schabernack mit dem Publikum und verteilten Süßigkeiten an die Kinder.

Die Harthauser Vetter erwiesen sich an diesem Abend einmal mehr als grandiose Gastgeber und sorgten bereits vor und vor allem nach dem Umzug in der Festhalle sowie in großen Barzelten und vielen Besenwirtschaften für die Bewirtung der großen Narrenschar. In allerbester närrischer Stimmung wurde dort bis in die späte Nacht weiter gefeiert.

Der Auftakt zur zweitägigen, närrischen Geburtstagsparty war der Guggamusik der heimischen Vetterzunft vorbehalten gewesen. Unter der Leitung von Tambourmajor Matthias Wischer hatte sie die vielen Gäste in der Festhalle am Vortag mit tollem „Guggengroove“ auf die richtige Betriebstemperatur gebracht. Der Funke sprang dabei sofort auf das Publikum über, das, in bester närrischer Laune dem schrägen Sound folgend, mit klatschte und mit jubelte.

Musik, die in die Beine geht

Von den Moderatoren Pascal Braun und Linus Traub angekündigt, marschierten danach die Germanen-Pfetzer aus dem benachbarten Benzingen ein und sorgten bei ihrem Auftritt auf und vor der Bühne für ausgelassene Stimmung.

Eine nicht alltägliche Show bot anschließend die Guggamusik der „Jongner Zigeiner“ aus Jungnau, die es trotz der Enge auf der Bühne verstand, den unnachahmlichen Guggenklang von Tuba, Posaune, Trompete und Co in Kombination mit einer wilden Tanz-Performance zu präsentieren.

Das Publikum war begeistert, und so durften die „Jongner Zigeiner“ ebenso wie die nachfolgenden „Xälzbära“, die mit einem 40-köpfigen Ensemble aus dem oberschwäbischen Dürnau auf die Alb angereist waren, natürlich nicht ohne Zugaben ausmarschieren.

Zwischen den Auftritten der verschiedenen Guggen gab es an mehreren Ständen und einer langen Bar Gelegenheit, sich bei Snacks und Getränken mit Freunden für ein „Schwätzle“ zu treffen. Und auch das gab beim närrischen Stelldichein der Guggen in Harthausen: Nachdem die Bühne spontan zum Tanzparkett umgebaut worden war, gab es stürmischen Applaus für die Gardemädchen der Vetterzunft, als diese ihre Geburtstagsgrüße in Form akrobatischer Tanzvorführungen überbrachten.

Plagegeister stürmen die Bühne

Zum Finale des lauten und schrägen Klangtheaters stürmten die furchterregenden „Blooggoischt‘r“ (Plagegeister) aus Neufra die Bühne und brachten wie die urigen „Blattläus“ aus Inneringen die Halle mit furiosen Auftritten ein ums andere Mal zum Beben. Danach allerdings wollte noch niemand nach Hause gehen, und so ging die närrische Geburtstagsparty der veranstaltenden Vetter bis in die späte Nacht in die Verlängerung.