Explodiertes Haus in Tailfingen
: Nach Ermittlungsergebnis – so reagieren die Albstadtwerke

Kürzlich gab die Staatsanwaltschaft Hechingen die Ermittlungsergebnisse zum tragischen Unglück in Albstadt  im Januar bekannt. Jetzt äußert sich der zuständige Gasversorger umfassend.
Von
swp
Albstadt
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Explosion in Wohnhaus: HANDOUT - 08.01.2026, Baden-Württemberg, Albstadt: Einsatzkräfte arbeiten an einem Haus, das nach einer Explosion eingestürzt ist. Bei dem Einsturz des Hauses sind drei Menschen ums Leben gekommen, viele weitere sind von den Folgen betroffen. Foto: Holger Much/Stadtverwaltung Albstadt/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Einsatzkräfte am eingestürzten Haus in Albstadt-Tailfingen: Für eine dreiköpfige Familie kam jede Hilfe zu spät.

Holger Much/Stadtverwaltung Albstadt/dpa
  • Albstadtwerke nehmen zu Explosion in Albstadt-Tailfingen Stellung und äußern Anteilnahme.
  • Ermittlungen ergaben: 1960 wurde beim Garagenbau die Schutzschicht einer Leitung beschädigt.
  • Korrosion führte später zu einer Leckstelle – laut Staatsanwaltschaft nicht erkennbar gewesen.
  • Wartung und Prüfungen 2023 verliefen ohne Befund, Verfahren erfolgten nach Regelwerk.
  • Geplant sind mehr Aufmerksamkeit bei Inspektionen, Odorierungsprüfung und Bürgerinfos.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der Explosion eines Einfamilienhauses in Albstadt-Tailfingen am 8. Januar haben die Albstadtwerke als Gasversorger inzwischen Stellung genommen zum tragischen Geschehen, das die Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus betroffen gemacht hat. Eine dreiköpfige Familie hatte ihr Leben bei dieser Explosion verloren.

Das Unternehmen war Anfang des Jahres stark über die sozialen Medien angegangen worden. Auf den verschiedenen Portalen kreisten allerlei Gerüchte, den Stadtwerken sei ein Leck in der Leitung gemeldet worden, was allerdings nicht bestätigt wurde. Die Kriminalpolizei hat inzwischen ihre Ermittlungen abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft Hechingen hat den Abschluss der Ermittlungen am 5. Juni 2026 bekannt gegeben.

Die Albstadtwerke reagieren nun wie folgt: „Was am 8. Januar in der Josefstraße geschehen ist, hat uns alle tief getroffen. Unsere Gedanken sind nach wie vor bei den Angehörigen der Verstorbenen und den Nachbarinnen und Nachbarn, die diesen Tag miterleben mussten. Wir nehmen die Ergebnisse der Ermittlungen mit großem Ernst zur Kenntnis und leiten daraus konkrete Schlussfolgerungen für unsere weitere Arbeit ab.“ So äußern sich Rainer Frey und Julian Rabut als Geschäftsführer der Albstadtwerke GmbH.

Vor Explosion in Tailfingen: Leckage war nicht erkennbar

Zum Ermittlungsergebnis: „Die Staatsanwaltschaft Hechingen kommt nach umfangreichen Untersuchungen zu dem Schluss, dass beim Bau einer Garage im Jahr 1960 die Schutzschicht der bereits 1958 verlegten Gas-Hausanschlussleitung beschädigt wurde. In der Folge setzte an dieser Stelle Korrosion ein, aus der sich erst zu einem späteren, im Nachhinein nicht mehr exakt bestimmbaren Zeitpunkt eine Leckstelle bildete. Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Mitteilung weiter fest, dass die Ermittlungen keine Anhaltspunkte dafür ergeben haben, dass die Leckage zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar gewesen wäre. Ebenso wenig liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Wartung und Überprüfung der Gasleitung nicht zureichend erfolgt wären.“

„Die Albstadtwerke überprüfen ihr Gasnetz turnusmäßig nach den anerkannten Regeln der Technik. Der Leitungsverlauf wird dabei regelmäßig vollständig abgegangen — auf Gehwegen, Straßen und auf Privatgelände bis an die jeweiligen Gebäudegrenzen, ebenso die im Haus befindlichen Leitungsteile im Verantwortungsbereich der Albstadtwerke. Im Außenbereich wird insbesondere eine sogenannte Gasspürteppichsonde eingesetzt, ein hochempfindliches Messgerät, das den Erdgasgehalt der Luft unmittelbar über dem Boden misst und Leckagen unabhängig von der geruchlichen Wahrnehmbarkeit zuverlässig erkennt. Diese Begehungen sind ein fest etabliertes Standardverfahren und werden konsequent durchgeführt und dokumentiert. Die Außen-Überprüfung auf dem betroffenen Grundstück sowie die Prüfung im Gebäude im Zuge des Zählerwechsels fanden turnusmäßig im Jahr 2023 statt — ein Gasaustritt war zu diesem Zeitpunkt nicht feststellbar“, erklären die beiden Geschäftsführer.

Stadtwerke: Drittbeschädigung aus der Bauphase

„Auch wenn die Ermittlungen keine Versäumnisse im Verantwortungsbereich der Albstadtwerke festgestellt haben, lassen die Erkenntnisse zur Schadensentstehung das Unternehmen nicht ruhen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Und weiter: „Die Ursache lag in einer Drittbeschädigung aus der Bauphase, deren Folgen sich erst über Jahrzehnte hinweg unbemerkt entwickeln konnten – durch Korrosion im Erdreich und durch eine Verkettung ungünstiger Umstände, darunter die starke Frostperiode Anfang Januar. In Wahrnehmung ihrer Verantwortung werden die Albstadtwerke die gewonnenen Erkenntnisse in Branchengremien und Fachverbänden platzieren. Weiter ist vorgesehen: Zusätzliche Aufmerksamkeit in den bestehenden Inspektionen im Versorgungsnetz für Leitungsabschnitte mit später errichteten baulichen Anlagen, eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Odorierung und deren Geruchswahrnehmung, gemeinsam mit Branchengremien und Fachverbänden, da der vorliegende Fall zeigt, wie die natürliche Filterwirkung des Erdreichs die geruchliche Warnfunktion einschränken kann, eine verstärkte Information der Bevölkerung zu Warnzeichen einer Gasleckage, richtigem Verhalten im Verdachtsfall und zur notwendigen Planauskunft vor Bauarbeiten.“

Albstadtwerke: Versorgungssicherheit hat Vorrang

Die Albstadtwerke versorgen rund 70.000 Privat- und Geschäftskunden auf der Südwestalb mit Strom, Erdgas, Wasser und Wärme. „Die Verantwortung für eine sichere und verlässliche Versorgung ist der Kern unserer Arbeit.“

Rainer Frey und Julian Rabut sagen abschließend: „Wir wissen, dass kein Ergebnis und keine Maßnahme das Leid der Hinterbliebenen mindert. Was wir leisten können und müssen, ist, alles dafür zu tun, dass die Menschen in unserer Region sich auf uns verlassen können. Daran arbeiten wir – heute und in der kommenden Zeit ganz besonders.“