Evangelische Kirchengemeinde Ebingen
: Friedenskirche ist verkauft

Mit der Veräußerung des Gotteshauses im Westen Ebingens wurde die 2023 aufgestellte Immobilienkonzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Ebingen weiter umgesetzt.
Von
Vera Bender
Albstadt
Jetzt in der App anhören
Die Friedenskirche in Ebingen steht wohl kurz vor dem Verkauf.

Die Friedenskirche in Ebingen ist nun auch an die Tosun GmbH verkauft.

Vera Bender
  • Friedenskirche Ebingen an Tosun GmbH verkauft.
  • Kindergarten bis Sommerferien offen, danach geschlossen.
  • Kirche wurde 1932 eingeweiht, zwei Erdbeben überstanden.
  • Sanierungskosten: 1,5 Mio. Euro, Gemeindemitgliederzahl sinkt.
  • Thomaskirche an Serbisch-Orthodoxe Gemeinde verkauft, Spitalhof ebenso an Tosun GmbH.
  • Martinskirche benötigt dringende Sanierung, Kosten: ca. 3 Mio. Euro.
  • Kapellkirche bleibt im Besitz der Gemeinde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kürzlich hat es der geschäftsführende Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ebingen, Thomas Soffner, bereits durchblicken lassen, dass der Verkauf der Friedenskirche kurz bevor steht. Jetzt hat er es bekannt gemacht: Die Kirche wurde an die Tosun GmbH in Albstadt verkauft. Bis zum 30. September muss die Kirchengemeinde das Gebäude räumen. Der Kindergarten in der Friedenskirche kann seine Arbeit bis zu den Sommerferien unverändert fortsetzen, danach wird er geschlossen. Schon im vergangenen Juli hat die Gemeinde von der Friedenskirche als Gottesdienstort Abschied genommen. Pläne zum Verkauf wurden bereits in der Immobilienkonzeption von 2023 festgelegt.

Rund 93 Jahre altes Gotteshaus

Die Kirche im Westen Ebingens wurde am 16. Oktober 1932 eingeweiht, da sich die Stadt zwischenzeitlich immens ausgebreitet hatte und ein neues Gotteshaus vonnöten war. Der 15-köpfige Kirchengemeinderat tagte im Vorfeld im Jahr 1930 insgesamt 30 Mal, um das Bauprojekt auf die Beine zu stellen. Kirchenpräsident D. Theophil Wurm hatte höchstpersönlich die Festpredigt zur Einweihung gehalten und die Beteiligung aus der Bevölkerung war groß.

Seither hat die Kirche zwei Erdbeben überstanden, wenn auch nicht unbeschadet. Auch sonst gab es inzwischen verschiedene bauliche Mängel, die einer Sanierung bedürften. Diese Maßnahmen wurden im Jahr 2023 auf etwa 1,5 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kam der Rückgang an Gemeindegliedern, sodass sich die Kirchengemeinde vor zwei Jahren darauf festgelegt hatte, die Friedenskirche, ebenso wie die Thomaskirche und den Spitalhof, zu verkaufen. Die Thomaskirche wurde an die Serbisch-Orthodoxe Gemeinde aus Villingen veräußert. Das Gemeindehaus Spitalhof wurde kürzlich an die Tosun GmbH verkauft – ebenso wie jetzt die Friedenskirche.

Martinskirche muss noch saniert werden

Die Emmauskirche, die von den Gotteshäusern der Evangelischen Kirchengemeinde Ebingen, noch diejenige ist, die am besten in Schuss und energetisch auf besserem Stand ist, wird weiter genutzt. Und die Martinskirche, ein Wahrzeichen der Stadt und die größte Kirche im Kreis, muss eigentlich dringend saniert werden. Vor allem das Dach, von dem immer wieder Biberschwanzziegel altersbedingt abgehen, bereitet dem Kirchengemeinderat Sorgen. Jedoch reichen die Rücklagen der Gemeinde derzeit noch nicht für eine Sanierung aus, die fast drei Millionen Euro kosten dürfte, wie Kirchengemeinderatsvorsitzender Thorsten Rach schätzt. Die Kapellkirche, die unter Denkmalschutz steht, bleibt ebenfalls im Eigentum der Kirchengemeinde. Sie ist allerdings laut Rach energetisch in keinem guten Zustand.