DRK Meßstetten
: Ehrenamtliche Ersthelfer 476 Mal alarmiert

Sie sind noch vor dem Rettungsdienst zur Stelle: Die „Helfer vor Ort“ sind ehrenamtliche DRK-Einsatzkräfte aus der Nachbarschaft. Wann werden sie gebraucht? Und wie wird man „HvO“?
Von
Alexander Reimer
Meßstetten
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Sexueller Missbrauch von Kindern beim DRK: Die Übergriffe sollen sich während Erste-Hilfe-Übungen ereignet haben. (Symbolbild)

Jacken von Sanitätern des Deutschen Roten Kreuzes hängen am 23.09.2015 in der Erste-Hilfe-Station auf dem Oktoberfest in München (Bayern). In der Station vom Roten Kreuz auf dem Oktoberfest wurden im vergangenen Jahr 8000 Patienten betreut, 680 davon mit einer Alkoholvergiftung. Foto: Matthias Balk/dpa (zu dpa-Korr «Irgendwann geht's an die Luft und dann kommt die große Ohrfeige» vom 27.09.2015) ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Helfer vor Ort überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts. In den vergangenen Jahren waren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte immer häufiger im Einsatz in Meßstetten.

Matthias Balk/dpa
  • 476 Alarmierungen der DRK-Helfer vor Ort in Meßstetten 2024, Rückgang von 521 in 2023.
  • Ehrenamtliche Einsatzkräfte überbrücken Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts.
  • Helfer im ländlichen Raum besonders wichtig; schnelle Erste Hilfe bei Notfällen.
  • HvO-Gruppe besteht aus 23 Mitgliedern, benötigt jedoch mehr Freiwillige.
  • Interessierte können sich beim DRK-Ortsverein melden und notwendige Ausbildungen absolvieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Meßstetter DRK-Ortsverein hat kürzlich seine Statistiken für das abgelaufene Jahr in den sozialen Medien veröffentlicht: Die Mitglieder der HvO-Gruppe wurden insgesamt 476 Mal von der integrierten Leitstelle zu Einsätzen hinzugerufen. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr verzeichnet der Ortsverein einen leichten Rückgang, im Jahr 2023 waren es noch 521 Alarmierungen.

Die Helfer vor Ort nehmen in der Rettungskette eine äußerst wichtige Funktion ein, insbesondere im ländlichen Raum. Die HvO-Gruppe wird bei lebensbedrohlichen Notfällen parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die im Ort wohnen oder arbeiten, können aufgrund der örtlichen Nähe „wertvolle Zeit bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und/oder Notarzt überbrücken und erste Maßnahmen der Patientenversorgung übernehmen“, erklärt Felix Steidle, Vorsitzender des Meßstetter DRK-Ortsvereins, auf Anfrage.

Steigende Tendenz

Und wie die Zahlen zeigen, haben die Helfer vor Ort alle Hände voll zu tun. Der Rückgang von 521 auf 476 Alarmierungen habe laut Steidle keinen direkten Grund. Ein Blick auf die vorangegangenen Jahre zeigt, dass der Wert immer noch recht hoch ist. Die Tendenz sei steigend, erklärt der Vorsitzende. Zum Vergleich: Während die HvO-Gruppe im Jahr 2022 insgesamt 430 Mal alarmiert wurde, folgte im darauffolgenden Jahr ein „gewaltiger Anstieg“ auf 521 Einsätze, so Steidle. Vor zehn Jahren waren es derweil „nur“ 282 Alarmierungen (siehe Infokasten).

Die Meßstetter HvO-Gruppe besteht derzeit aus 23 Einsatzkräften, allerdings seien – wie im Ehrenamt üblich –  nicht alle davon regelmäßig aktiv, weshalb Steidle von einer „kleineren, schlagkräftigen Truppe“ spricht. Und diese Truppe versucht so gut es geht, bei allen Alarmierungen auch tatsächlich auszurücken. Doch das gelingt nicht immer. Unter der Woche sind die Einsatzkräfte berufstätig, hinzu kommen noch Familie oder andere Verpflichtungen im DRK, beispielsweise Sanitätsdienste, Krankentransporte oder Blutspendenaktionen. Wenn dann auch noch an einem Tag mehrere Einsätze anstehen, schafft es die HvO-Gruppe nicht, rund um die Uhr verfügbar zu sein, schildert der Ortsverein-Vorsitzende.

Gut ausgebildete Helfer

Kurzum: „Wir können sowohl in der DRK-Bereitschaft als auch in der HvO-Gruppe jederzeit Unterstützung und neue Mitglieder gut gebrauchen“, sagt Steidle. Interessierte können bei den 14-tägig donnerstags, 20 Uhr, im DRK-Raum in der Festhalle Meßstetten (Skistraße 39) stattfindenden Dienstabenden vorbeischauen oder sich bei Felix Steidle melden (Mail: felix-steidle@drk-messstetten.de). Um HvO-Einsatzkraft zu werden, müssen Bürger dem DRK-Ortsverein beitreten, sich in der Bereitschaft engagieren und die erforderlichen Ausbildungen absolvieren.

Benötigt wird mindestens eine abgeschlossene Sanitätsdienstausbildung oder eine entsprechende anerkannte medizinische Berufsausbildung. Die Sanitätsdienstausbildung umfasst mindestens 48 Unterrichtseinheiten, 72 Unterrichtseinheiten zur weiteren Vertiefung werden jedoch empfohlen, sagt Steidle. Voraussetzung ist auch ein 16 Stunden umfassendes Grundpraktikum im Rettungsdienst. Jährlich kommen dann weitere acht Stunden Rettungsdienstpraktikum hinzu. Grundsätzlich müssen die HvO-Einsatzkräfte stetig am Ball bleiben und weitere Schulungen und Fortbildungen etwa zu medizinischen Themen, Funk oder Fahrsicherheit mit Einsatzfahrzeugen absolvieren.

Weitere Voraussetzungen sind neben der persönlichen und gesundheitlichen Eignung auch eine psychische Belastbarkeit sowie Spaß an Teamarbeit und am Helfen. Im Gegensatz zur freiwilligen Feuerwehr erhalten die ehrenamtlichen DRK-Ersthelfer keine Aufwandsentschädigung von den Kommunen für ihre Einsatzstunden, sie verrichten ihren Dienst also unentgeltlich.

Alarmierungen der HvO-Gruppe in Meßstetten

2015: 282
2016: 288
2017: 256
2018: 260
2019: 325
2020: 257
2021: 386
2022: 430
2023: 521
2024: 476

Zur Statistik des Jahres 2020 ist anzumerken, dass der HvO-Dienst im Landkreis aufgrund der Pandemie zwischen dem 18. März und 18. Juni pausiert wurde. Dadurch sollten die Helfer vor Infektionen geschützt werden und für mögliche Großschadenslagen einsatzfähig bleiben.

Von den insgesamt 476 Alarmierungen im vergangenen Jahr erfolgten 341 im Kernort Meßstetten (mit Bueloch), 53 in Heinstetten, 41 in Hartheim, 40 in Hossingen und eine in Unterdigisheim.