Bürgermeisterwahl in Nusplingen
: Jörg Alisch kandidiert erneut

Der Schultes kandidiert für eine zweite Amtszeit und reicht seine Bewerbung im Nusplinger Rathaus ein.
Von
Alexander Reimer
Nusplingen
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Jörg Alisch ist seit 2016 Bürgermeister in Nusplingen. Zur kommenden Wahl am 9. Juni tritt er erneut an.  ⇥

Roland Beck

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte der amtierende Bürgermeister Jörg Alisch seine Kandidatur angekündigt (wir berichteten). Nun macht er es offiziell. Er wird an diesem Wochenende seine Bewerbung im Nusplinger Rathaus einreichen.

Mit seiner frühzeitigen Kandidatur — die Bewerbungsphase beginnt am heutigen Samstag — will er auch ein Zeichen setzen. „Ich gehe das mit vollem Ernst an“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Er wolle sich um die Wähler bemühen und plane daher auch zwei Wahlveranstaltungen, bei denen er das Gespräch mit den Bürgern suchen werde. Ungeachtet dessen, ob es einen Gegenkandidaten geben werde oder nicht.

Ordentlich investiert

Alisch hebt die Rekordinvestitionen in die Infrastruktur, die während seiner ersten Amtszeit getätigt wurden, hervor: Etwa die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die Modernisierung und Erweiterung der Festhalle, den Breitbandausbau, den Neubau des Bürgerhauses in Heidenstadt oder den Abbruch der alten Samtfabrik, auf deren Areal neuer Wohnraum entstehen soll. Zusammen mit dem Nadelfabrik–Areal habe man zwei Industriebrachen beseitigt und diese Flächen für die innerörtliche Entwicklung nutzen können, sagt er.

Für Alisch ist dies auch eine der großen Herausforderung der kommenden Jahre: Ziel sei es, Leerstände nach und nach zu beseitigen und diese für die Innenentwicklung zu nutzen. „Jede reaktivierte Baufläche innerorts ist mir lieber als die weitere Versiegelung unserer herausragenden freien Landschaft“, sagt der 51–Jährige.

Standard halten

Eine weitere wichtige Aufgabe, die er sich vorgenommen hat: Er will den hohen Standard der Nusplinger Infrastruktur halten. „Was den Zustand der Straßen oder die Kindergartenbetreuung angeht, brauchen wir uns in der Region nicht zu verstecken“, sagt er. So habe Nusplingen, bei rund 2000 Einwohnern, ganze sechs Kindergartengruppen. „Wir brauchen keinen Luxus. Aber das, was wir haben, müssen wir in Schuss halten“, sagt er. Die Schlagkraft der Feuerwehr, das breitgefächerte Vereinsleben und die Trinkwasserversorgung nennt Alisch als weitere Beispiele.

„Ich verspreche nicht das Blaue vom Himmel herunter, ich verspreche aber, dass ich mit dem Gemeinderat mit Augenmaß und Sinn für das Mach– und Leistbare die Gemeinde nach Kräften weiter voranbringen möchte“, kündigt Alisch an.

Neben dem Bürgermeister wählen die Nusplinger am 9. Juni auch den Gemeinderat. Alisch will mit dem neuen Gremium intensiv in Klausur gehen, um herauszufinden, worauf die Räte Wert legen, was die Bürger möchten, um so letztlich die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Sein Leitsatz: Einzelinteressen müssen hinter den Interessen der Gesamtgemeinde hinten anstehen, „auch wenn dies oft für den Einzelnen schmerzlich sein kann.“

Jörg Alisch arbeitet seit 34 Jahren in der Verwaltungslandschaft. Er hat an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl studiert und arbeitete unter anderem in Rosenfeld und im Landratsamt Zollernalbkreis. Bevor er nach Nusplingen kam, war er acht Jahre lang Ordnungsamtsleiter in Rottweil.

Zusammenarbeit fortsetzen

Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Zu seinen Hobbys zählen Lesen, Tennis, Skifahren und Jagen. An seiner Arbeit gefällt ihm der direkte Kontakt mit den Bürgern, wobei er auch von den Sorgen und vom Ärger der Bürger erfährt. „Aber das macht den Arbeitsalltag lebendig.“ An den Nusplingern schätze er den Zusammenhalt, den Gemeinschaftssinn und die Verbundenheit zur Heimatgemeinde.

Er tritt zur Wahl an, weil er die aus seiner Sicht erfolgreiche Zusammenarbeit mit Verwaltung, Gemeinderat, Bürgern, Vereinen und Wirtschaft fortsetzen möchte.