Bürgermeisterwahl in Nusplingen
: Jörg Alisch bleibt Rathauschef

Das Wahlergebnis war eindeutig und wenig überraschend. Jörg Alisch bleibt Bürgermeister in Nusplingen. Auch ein Flugblatt, das kurz zuvor die Runde gemacht hatte, änderte daran nichts.
Von
Alexander Reimer
Nusplingen
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Jörg Alisch bleibt Nusplinger Bürgermeister.

Jörg Alisch bleibt Nusplinger Bürgermeister.

Alexander Reimer

Nach drei Tagen neigte sich die große Party dem Ende zu. Der Musikverein hatte am Wochenende zu den Jugendmusiktagen eingeladen. Am Sonntagabend kehrte wieder Ruhe im Ort ein. Das Festzelt vor dem Rathaus leerte sich. Dennoch ließen es sich einige Nusplinger Bürger nicht nehmen, noch ein kühles Getränk zu genießen und auf die Verkündung des Wahlergebnisses zu warten. Unter den Gästen waren auch einige amtierende und ehemalige Amtskollegen Alischs.

Auch sie mussten sich an diesem Abend in Geduld üben. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl stand erst gegen 21 Uhr fest. Zuvor mussten erst noch die Stimmen zur Europawahl ausgezählt werden.

Flugblatt sorgt für Aufsehen im Wahlkampf

Die große Überraschung blieb letztlich aus, als Kämmerer Thomas Kech das Wahlergebnis verkündete. Jörg Alisch blieb, nachdem er frühzeitig seine Kandidatur angekündigt hatte, ohne Gegenkandidaten. Die Bürger hatten daher die Wahl: für Jörg Alisch stimmen oder einen anderen Namen in die freie Zeile eintragen.

Ehemalige und aktuelle Kollegen gratulieren.

Ehemalige und aktuelle Kollegen gratulieren.

Alexander Reimer

Klare Sache also? Nicht unbedingt. Wenige Tage vor der Wahl machte ein Flugblatt in Nusplingen die Runde. Die Botschaft darin war eindeutig. Der anonyme Verfasser forderte in dem Schreiben die Wähler indirekt dazu auf, einen anderen Namen in die Freizeile einzutragen. Einen großen Einfluss auf den Wahlausgang hatte die Aktion allerdings nicht. 13,7 Prozent der Wähler machten von der freien Zeile Gebrauch. 86,3 Prozent sprachen dem amtierenden Bürgermeister ihr Vertrauen aus.

Rückenwind für zweite Amtszeit

In seiner Ansprache nach der Ergebnisverkündung sprach Alisch von einem „wirklich guten Wahlergebnis“, das ihm Rückenwind für seine zweite Amtszeit gebe. Er hob die Leistung des Wahlteams hervor, das rund ein Jahr für die Vorbereitung der Kommunalwahl gearbeitet hatte.

Jörg Alisch kam in Begleitung von Sohn Benedikt und Frau Stephanie.

Jörg Alisch kam in Begleitung von Sohn Benedikt und Frau Stephanie.

Alexander Reimer

Der Posten des Bürgermeisters sei ein Job, bei dem man oft allein stehe, so Alisch weiter. Die Rückendeckung und Unterstützung, die er von Rathausmitarbeitern, Bürgern und insbesondere seiner Familie erhalte, tue daher besonders gut. Alisch kam am Sonntag in Begleitung seiner Ehefrau Stephanie und seines jüngsten Sohnes Benedikt. Tochter Amelie ist derzeit in Südamerika, sein Sohn Lucas kandidierte an diesem Abend für den Tübinger Gemeinderat.

Mammutwahlen im Rathaus

Für einen schwungvollen Wochenend-Ausklang sorgten der Fanfarenzug und der Nusplinger Musikverein in kleiner Besetzung: Die Musiker griffen noch einmal zu ihren Instrumenten und verliehen der Ergebnisverkündung die feierliche Note.

Das Ergebnis der Auszählung ließ bis 21 Uhr auf sich warten.

Das Ergebnis der Auszählung ließ bis 21 Uhr auf sich warten.

Alexander Reimer

Für die Nusplinger Bürger war es ein Superwahlsonntag: Auch die Vertreter des Europaparlaments, des Kreistags und des Gemeinderats wurden gewählt. Bewusst wurde die Bürgermeisterwahl auf denselben Termin gelegt. Einerseits, damit Bürger nicht mehrmals den Gang zur Wahlurne antreten müssen, andererseits, um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen.

Vergleich mit 2016

Ging diese Strategie auf? Die Wahlbeteiligung lag letztlich bei 68,8 Prozent. Zum Vergleich: 2016, damals hatte Alisch bei seiner ersten Kandidatur allerdings noch zwei Mitbewerber, lag die Wahlbeteiligung bei rund 67,6 Prozent. Alisch machte damals deutlich das Rennen. Mit 84 Prozent der Stimmen wurde er zum Nachfolger von Alfons Kühlwein gewählt.

Alisch wird nun weitere acht Jahre die Geschicke der Gemeinde lenken – zusammen mit einem neuen Gemeinderat.