Bildung in Albstadt
: Höhere Eintrittspreise in Museen und Stadtbücherei

Der Gemeinderat Albstadt entschied sich mehrheitlich für eine Preiserhöhung in allen Einrichtungen. Die Erhöhung hält sich allerdings im Rahmen.
Von
Rena Weiss
Albstadt
Jetzt in der App anhören

Umfangreiche Bauarbeiten im Kunstmuseum sind ein Grund für die Preiserhöhung.⇥

FRANK LUGER

Teils seit 2004 wurden die Eintrittspreise so manch eines Albstädter Museums nicht mehr angepasst. Die generelle Anpassung in allen Häusern war eigentlich bereits 2018 und 2019 in Planung und Vorbereitung gewesen. Die Umsetzung hatte die Stadt jedoch aufgrund der Pandemie auf Eis gelegt. Danach folgten umfangreiche Umbau– und Modernisierungsmaßnahmen, beispielsweise im Maschenmuseum. Inzwischen aber gibt es keine Pandemie mehr und die Arbeiten sind abgeschlossen. Parallel hat sich die Haushaltssituation der Stadt „eklatant verschlechtert“, wie es im Gemeinderat heißt. Neben Einsparungen ist auch die Erschließung weiterer Einnahmequellen unumgänglich. Hierzu gehört die Anpassung der Eintrittsgelder, die Preise der Jahresdauerkarten für Einzelpersonen und Familien sowie die Führungsgebühren.

Bei einer Gegenstimme hat der Gemeinderat für die Erhöhung gestimmt. Im Maschenmuseum zahlt man am 1. Januar 2024 vier, statt zwei Euro (ermäßigt zwei, statt ein Euro). In der Stauffenberg–Gedenkstätte, der musikhistorischen Sammlung Jehle, dem Museum im Kräuterkasten sowie dem Philipp–Matthäus–Hahn–Museum werden die Preise ebenfalls um einen Euro erhöht. Eine Neuerung ist, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei sind. Bisher galt die Befreiung nur bis 14 Jahre. Die Jahres– und Familienkarten werden um jeweils fünf Euro auf 20 und 30 Euro erhöht. Die Führungsgebühren für alle Häuser müssen um zehn Euro auf 50 Euro angepasst werden.

Eine ähnliche Preiserhöhung nimmt die Stadt beim Kunstmuseum und bei der Stadtbücherei vor. Ab 2020 begannen im Kunstmuseum umfangreiche Baumaßnahmen hinsichtlich des Brandschutzes. Die zunächst für ein Zeitfenster von Februar bis Oktober 2020 vorgesehene Baumaßnahme und Schließung des Hauses dauerte länger als vorgesehen. Im Oktober 2021 wurde eine Teilöffnung des Kunstmuseums möglich. Der Museumsbetrieb wurde weiterhin durch die Baumaßnahme und die Corona–Maßnahmen eingeschränkt. Eine Erhöhung der Gebühren war bereits internes Gesprächsthema zwischen Museumsleitung und dem ehemaligen Oberbürgermeister Klaus Konzelmann.

Eintrittspreise im Kunstmuseum werden ebenfalls erhöht

Die Eintrittspreise im Kunstmuseum werden um zwei Euro erhöht (acht Euro regulär und sechs Euro ermäßigt). Die Preise für Jahres– und Familienkarten werden wie bei den restlichen Museen angepasst. Als Grund für die Erhöhung werden ebenfalls umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen genannt. Hinzukommt eine Ausweitung der Angebote.

Bei der Stadtbücherei liegt die derzeitige Jahresgebühr für einen Einzelausweis für Erwachsene bei 16 Euro, für Familien bei 18, für Kinder bei drei und für Studenten und Schüler über 18 Jahre bei 8,50 Euro. Seit 2016 wurden die Gebühren nicht mehr angepasst. Jetzt hat der Gemeinderat die Jahresgebühren für Erwachsene auf 20 und für Familienausweise auf 25 Euro erhöht. Schüler und Studenten über 18 Jahre müssen bald zehn Euro bezahlen. Für Familien mit drei kindergeldberechtigten Kindern bleibt der Ausweis weiterhin kostenlos. Weiterhin wurden die Fernleihgebühren von drei auf fünf Euro erhöht. Ebenfalls erhöht werden die Gebühren für einen Ersatzausweis auf fünf Euro. Die Stadtbücherei bringt mittlerweile moderne Benutzerausweise in Umlauf. Diese sind nun mit RFID–Technik ausgestattet. Die Vorbestellgebühren werden um 0,25 Euro auf einen Euro pro Vorbestellung erhöht. Die Bearbeitungsgebühren bei Verlust oder Beschädigung sollen ab 01. Januar 2024 fünf Euro betragen. Derzeit erhebt die Stadtbücherei zwei Euro.

Die Erhöhung der Gebühren der Stadtbücherei wurde mit vier Gegenstimmen mehrheitlich beschlossen. Während SPD–Fraktionsvorsitzende Marianne Roth die Preissteigerung bei den Museen mittragen könne, sieht sie es bei der Bücherei kritisch. Denn dort sei der Bildungsaspekt ein wichtiger Faktor, warum die Einrichtung für möglichst alle zugänglich bleiben sollte. Elke Rapthel, Z.U.G., betont, die Erhöhung werde viele Familien treffen. Die Beträge, die dadurch eingenommen werden, seien relativ klein, im Vergleich zu einer möglichen Gewerbesteuererhöhung. Oberbürgermeister Roland Tralmer stellte in Ausblick, dass eine mögliche Steueranpassung noch in diesem Jahr im Gremium diskutiert werde.