Backhäuslefest am Geyerbad
: Überall schwebt der Duft von frischem Brot

In Oberdigisheim ging das Backhäuslefest am Wochenende über die Bühne. Nicht nur das frisch gebackene Brot lockte die Menschen ans Geyerbad.
Von
Carmen Soudani
Meßstetten
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Im Backhäusle in Oberdigisheim wurden viele Brotlaibe gebacken, sehr zur Freude der zahlreichen Besucher.

Im Backhäusle in Oberdigisheim wurden viele Brotlaibe gebacken, sehr zur Freude der zahlreichen Besucher.

Carmen Soudani
  • Backhäuslefest in Oberdigisheim zog 300 Gäste zum Geyerbad – Duft von Holzofenbrot lockte viele an.
  • Wander- und Heimatverein backte 350 Brote im historischen Ofen – Arbeit begann zwei Tage zuvor.
  • Kulinarik und Musik sorgten für Stimmung: Denede, Kuchen, Grillwürstle und regionale Musiker begeisterten.
  • Verein zählt über 100 Mitglieder, gegründet 2024 – Fest stärkt Gemeinschaft und Tradition im Dorf.
  • Nächstes Fest könnte Abendprogramm oder Traktortreffen bieten – Heimatverbundenheit bleibt im Fokus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein warmer Spätsommertag, fröhliche Gespräche und der Duft von frisch gebackenem Brot in der Luft – das Backhäuslefest am Geyerbad war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Für Samstag lud der Wander- und Heimatverein Oberdigisheim ein, und schon beim Ankommen merkte man: Hier geht es nicht nur ums Essen, sondern um Gemeinschaft. Rund 300 Gäste waren zeitweise auf dem idyllischen Gelände, doch durch das ständige Kommen und Gehen glich das Fest einem lebendigen Treffpunkt. Überall sah man Menschen, die sich freuten, alte Bekannte wiederzutreffen. „Ja hoi, bischt du au do?“, oder „Ha jetzetle, di han i scho ewig nemme g´seh!“ war ständig irgendwo zu hören, gefolgt von herzlichen Umarmungen und kräftigem Schulterklopfen.

Für viele war das Fest wie ein kleines Wiederaufleben der Dorfgemeinschaft. Ein besonderes Erlebnis war der historische Backofen. Schon am Donnerstagabend hatte Jonas Sauer, Mitglied im Vereinsausschuss, ihn eingeheizt, am Freitag ab fünf Uhr morgens folgte die große Holzladung. „So ein Ofen braucht Zeit, damit er die richtige Grundwärme bekommt“, erklärte er den Besuchern. In gemeinsamer Arbeit backte der Verein 350 Brote, die später reißenden Absatz fanden – und deren Duft die Gäste bis auf den Platz lockte.

Auch kulinarisch kam jeder auf seine Kosten: Neben den knusprigen Broten gab es frisch gebackene Denede, mit Speck oder vegetarisch, Würstle vom Grill sowie eine große Auswahl an selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Musikalisch begleiteten das Heuberger Musikerduo Arnold und Peter und der Bärachor den Nachmittag und sorgten für eine heitere Stimmung.

Verein erst im Vorjahr gegründet

Der organisierende Wander- und Heimatverein zählt mittlerweile mehr als 100 Mitglieder – viele aus Oberdigisheim, aber auch ehemalige Bewohner, die inzwischen in Tübingen oder Hamburg leben und ihrem Heimatort verbunden geblieben sind. Und das,  obwohl es den Verein erst seit 2024 gibt. Vereinsvorsitzender Peter Sauter war sichtlich zufrieden: „Wenn die Leute in Scharen kommen und die Tische voll sind, dann passt es. Genau so soll es sein.“ Rund 40 Helferinnen und Helfer packten beim Fest mit an – neben dem Verein auch die Freiwillige Feuerwehr Oberdigisheim und die Volleyballabteilung des TSV Meßstetten. Unterstützung kam zudem von örtlichen Betrieben, egalb ob in Sachen Strom, die Halle selbst, die ebenso wie Wiese zur Verfügung gestellt wurde.

Das Geyerbad zeigte sich an diesem Wochenende von seiner schönsten Seite. Eingebettet in die Natur, umgeben von Wald und Wiesen, war das Gelände die perfekte Kulisse für ein Fest, das Tradition, Heimat und Geselligkeit verbindet. Das Backhäuslefest findet alle zwei Jahre statt – im Wechsel mit einem Brunnenfest. Schon jetzt schmiedet der Verein weitere Pläne: Vielleicht gibt es beim nächsten Mal ein Abendprogramm mit Musik am Samstag oder sogar ein kleines Traktortreffen am Sonntag. Eines aber wurde an diesem Wochenende wieder deutlich: Das Backhäuslefest ist viel mehr als ein Vereinsfest. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem Heimat lebendig wird – mit dem Duft von Holzofenbrot, dem Klang von Musik und dem Lachen der Menschen. Und wer einmal hier war, freut sich schon jetzt auf die nächste Auflage.

Der Holzofen muss früh angeheizt werden

Damit am Samstag rund 350 Brote aus dem Holzofen verkauft werden konnten, begann die Arbeit bereits am Donnerstag. „Wir haben am Donnerstagabend schon eingeheizt“, erklärte Jonas Sauter, Ausschussmitglied im Wander- und Heimatverein. „Das ist wichtig, damit der Ofen und die Steine eine Grundwärme bekommen. Am Freitagmorgen um fünf Uhr kam dann die große Holzladung hinein.“ Rund anderthalb Stunden brannte das Feuer, bis die Glut im ganzen Backraum verteilt werden konnte. „Nur so hat man überall die gleiche Hitze“, so Sauter. Danach wird die Glut mit einem langen Schieber herausgezogen – und der Backraum mit dem Hudler, einem speziellen nassen Wischer, sauber ausgewischt. Dann ist der Ofen bereit: Etwa 20 Laibe mit rund 800 Gramm Teiggewicht passen pro Backgang hinein. „Früher hat hier das ganze Dorf gemeinschaftlich gebacken“, erinnert sich Sauter. „Jede Familie brachte ihren Teig ins Backhaus. Heute backen wir für das Fest – aber die Tradition lebt weiter.“