B463 in Albstadt: „Gutachteritis“ bremst Ortsumfahrung Lautlingen aus

Geht es nach der derzeitigen Vorzugsvariante 1G1, sollte im Bereich Hirnau eine Anschlussstelle für die Ortsumgehung Lautlingen geschaffen werden.
Benjamin Roth- Ortsumfahrung Lautlingen auf der B 463 stockt, Planfeststellungsverfahren läuft weiter.
- RP Tübingen ließ im Juni Verkehrserhebungen durchführen – Kameras zählten den Verkehr.
- Rund 740 Einwendungen gingen ein; Alternativen zur Vorzugsvariante 1G1 werden geprüft.
- Wichtige Gutachten wie Umwelt- und Verkehrsstudien gelten als überholt und müssen erneuert werden.
- OB Roland Tralmer kritisiert Bürokratie und „Gutachteritis“ – Trassensuche begann in den 1990er-Jahren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lange war es ruhig um die Pläne für den Bau einer Ortsumgehung von Lautlingen im Verlauf der B 463. Bis im Juni mehrere Kameras das Verkehrsaufkommen an der Bundesstraße und ihren Zufahrtsstraßen erfassten. Das Regierungspräsidium Tübingen (RP) ließ damals wissen, dass dabei in ihrem Auftrag Verkehrserhebungen für die Planung der Ortsumgehung Lautlingen stattgefunden haben.
In der Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause informierte auch die Stadtverwaltung über den Projektstand. Nach wie vor laufe das Planfeststellungsverfahren für das Großprojekt, hieß es unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben. Bei der Auslegung der Planfeststellungsunterlagen seien rund 740 Einwendungen und Stellungnahmen erhoben worden. Auch Alternativvorschläge zur derzeitigen Vorzugsvariante 1G1 – umgangssprachlich als Südumfahrung bekannt – seien eingegangen und würden nun geprüft.
Gutachten müssen wiederholt werden
Inzwischen seien jedoch wesentliche planungsrechtliche Gutachten, darunter Umweltverträglichkeitsprüfungen und Verkehrsgutachten, überholt. Diese müssten daher aktualisiert, sprich wiederholt werden. Dies wird offenbar noch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Das Ziel sei letztlich eine nach aktueller Gesetzgebung rechtssichere Planung.
Oberbürgermeister Roland Tralmer zeigte sich in der Sitzung wenig zuversichtlich, dass das Projekt schnell vorankommt. Auch wenn er betont, dessen Dringlichkeit gegenüber Vertretern des RP weiterhin Nachdruck zu verleihen. Für Tralmer ist die Baumaßnahme Ortsumgehung Lautlingen ein Beispiel für den Bürokratiedschungel in Deutschland. Er sprach in diesem Zusammenhang von „Gutachteritis“. Wohlgemerkt: Der Prozess für die Ermittlung der 1G1-Trasse begann in den 1990er-Jahren.

