Autorin aus Albstadt: Die Poesie hat ihr geholfen
Der Trevi-Brunnen in Rom ist für Giulia Privitera ein besonderer Ort. Nicht etwa, weil es der berühmteste Brunnen in der Hauptstadt der gebürtigen Italienerin ist, sondern noch aus einem anderen Grund. „Vor zehn Jahren habe ich eine Münze in den Trevi-Brunnen geworfen und mir gewünscht, dass ich eines Tages Autorin werde“, berichtet die junge Italienerin aus Ebingen. Heute sitzt sie schon mit ihrem zweiten Poesie-Buch beim Pressetermin in der Redaktion der SÜDWEST PRESSE und präsentiert nicht ohne Stolz ihr Werk.
Auch Zweitwerk auf Italienisch
Die 22-Jährige hatte ihre erste Gedichtsammlung mit dem Titel „Fuori emana luce““ im Jahr 2020 veröffentlicht. Auch jetzt ist ihr neues Werk „Oceano“ auf Italienisch erschienen. Eine deutsche Übersetzung ist allerdings schon in Planung. „Ein paar Wochen“ werde das noch in Anspruch nehmen, bis es soweit ist, mutmaßt die Jung-Autorin.
Umzug im Jahr 2017
Giulia Privitera hat in jenem zweiten Buch ihre persönlichen Erfahrungen seit ihrem Umzug nach Deutschland im Jahr 2017 verarbeitet. Eigentlich wollte sie mit einem hiesigen Verlag das Buch veröffentlichen. Doch so einfach wie gedacht war das nicht, weil das Buch eben in italienischer Sprache verfasst ist. Zwar habe sie dann jemanden gefunden, der das Buch veröffentlicht hätte, doch unter der Auflage, das poetische Werk in einen Roman umzubauen. „Darauf wollte ich aber nicht verzichten“, zeigt sich Privitera von ihrem Ansatz überzeugt.
Geteilt in drei Abschnitte
Ihre Gedichtsammlung ist in drei größere Abschnitte unterteilt, wie sie erklärt. Im ersten geht es um die Liebe an sich, das unbeschwerte Gefühl des Verliebtseins. Im zweiten Abschnitt geht es dann aber düsterer zu. „Überschwemmtes Land“ ist der Titel des Kapitels, frei übersetzt aus dem Italienischen. Trennungsschmerzen werden da verarbeitet. „Die Schmerzen, die wir erfahren haben, kann man in Kunst fließen lassen“, sagt Privitera, die durch eine selbst erfahrende Enttäuschung in der Liebe zu diesem Kapitel inspiriert wurde.
Einblicke in Entwicklung
„Es hat schon geholfen, um alles zu verarbeiten“, sagt die junge Autorin über ihre Erfahrungen und das zweite Kapitel ihrer Gedichtsammlung. Der dritte Abschnitt des Buches ist jener, in dem Giulia Privitera wieder neue Hoffnung schöpft und über die erfahrene Enttäuschung hinwegkommt. Die Italienerin gibt tiefe Einblicke in ihre Entwicklung, schreibt auch der Verlag „Il Giardino della Cultura“. In ihrem Werk „Oceano“ offenbare sie „alle Gefühle und Gedanken, die ihr durch den Kopf schleichen und galoppieren“.
Weiter schreibt der Verlag über seine junge Autorin aus Albstadt-Ebingen: „Und während sie ihre Geschichte ungefiltert erzählt, entdecken die Leser wiederum eine faszinierende, magnetische Schriftstellerin mit der einzigartigen Fähigkeit zu verzaubern.“ Mit ihrem zweiten Band, der ja alsbald ins Deutsche übersetzt werden soll, ist Giulia Privitera nicht nur auf der Autorenebene in Deutschland angekommen.
Ausbildung zur Bankkauffrau
Die 22-Jährige startet demnächst eine Ausbildung als Bankkauffrau und will in Deutschland bleiben. „Vor fünf Jahren dachte ich, wo bin ich hier. Man muss da auch offen rangehen“, sagt Giulia Privitera. Inzwischen hat sie Freunde, einen Partner und Arbeit in ihrer neuen Heimat Deutschland, respektive Ebingen gefunden. Grund genug also, um hier zu bleiben, auch wenn der Vater und die zwei Brüder wieder nach Sizilien zurückgekehrt sind.
Ein Reiseziel, das auch in einem ihrer Gedichte eine Rolle spielt, steht schon fest. Es ist Paris, die Stadt der Liebe. Dort gibt es zwar keinen berühmten Brunnen, dafür aber den Eiffelturm. Und wer weiß, vielleicht handelt es sich dabei um den Startschuss für ein neues literarisches Abenteuer der jungen Italienerin.


