Ausbildungsangebote Albstadt: Auf der Suche nach dem Traumjob bei Pizza und Graffiti

Sie freuen sich auf die Neuauflage des Bildungsfestivals in der Kulturfabrik Zollernalb: Marcel Scheibe (Arbeitsagentur), Niko Skarlatoudis (Wirtschaftsförderung Balingen), Markus Nill (Leiter der Agentur für Arbeit in Balingen), Dominique Brandt (Inhaber Kulturfabrik) und Steve Mall (Bürgermeister Albstadt) (von links).
Vera Bender- Am 20. November findet in der Kulturfabrik Zollernalb das zweite Bildungsfestival statt.
- Ziel: Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt bringen.
- Rund 50 Firmen präsentieren Berufe mit Mitmachaktionen und anschaulichen Beispielen.
- Attraktionen: Graffiti-Workshops, frische Pizza, Bundeswehr-Geräte und moderne Technik.
- Letztes Jahr kamen 200 Besucher – Veranstalter hoffen auf mehr Teilnehmer in diesem Jahr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bildungs- oder Ausbildungsmessen gibt es viele. Schließlich suchen Arbeitgeber händeringend nach Nachwuchskräften. In Albstadt wurde vergangenes Jahr über die Arbeitsagentur in Kooperation mit der Kulturfabrik Zollernalb und anderen Partnern deshalb ein neues Format aufgelegt. Es basiert auf Freiwilligkeit und setzt auf den Spaßfaktor. Nach der erfolgreichen Premiere bietet man auch dieses Jahr am Donnerstag, 20. November, von 17.30 Uhr bis 19 Uhr wieder das „Bildungsfestival“ an.
Ziel des Ganzen ist es, Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen oder ein Duales Studium anstreben, mit potenziellen Arbeitgebern zusammenzubringen. Aber in absolut lockerer Atmosphäre. Kein Pflichtprogramm mit den Klassenkameraden und dem Klassenlehrer, bei dem man möglichst viele Giveaways abstauben möchte. Sondern eher ein „Come together“ in lockerer Runde mit Freunden. Selbst der neue Leiter der Agentur für Arbeit in Balingen, Markus Nill, verbindet durchaus positive Erlebnisse mit dem ehemaligen „Tropicana“, oder kurz „Tropi“, in Ebingen. Wo sonst bis zu 1200 junge Menschen vergnügliche Abende bei Musik und Tanz verbringen, findet man in der heutigen Kulturfabrik Zollernalb eventuell seinen Job fürs Leben.
Auch ausgefallene Berufe
Rund 50 Firmen wollen als Ansprechpartner und mit plastischen Beispielen parat stehen. Mit im Boot wird beispielsweise die Bundeswehr mitsamt Großgeräten sein – wie auch immer diese nachher aussehen, denn das wissen Markus Nill und sein Mitarbeiter Marcel Scheibe, Teamleiter der Berufsberatung, selbst noch nicht so genau. Es geht eben darum, dass man etwas erleben oder anfassen kann, eine Vorstellung von einem Berufsbild erhält, statt nur Fakten auf einem Stück Papier. Schließlich werden an den drei großen Berufsschulen im Zollernalbkreis etwa 50 Ausbildungsberufe abgedeckt. Und da sind noch nicht einmal alle Möglichkeiten dabei. Es gibt über 300 verschiedene Jobs, die man von der Pike auf lernen kann, erläutert Marcel Scheib und nennt als „Exot“ den Brunnenbauer. Der Musketenbauer sei leider schon besetzt, fügt sein Chef Markus Nill an.

Auch beim letztjährigen Bildungsfestival in der Kulturfabrik Zollernalb hat man schon Graffitis gesprayt.
Vera BenderDie Möglichkeiten sind vielfältig und die Chancen, den Wunschjob zu erhalten so groß wie nie. Schließlich konnten jetzt, zum Abschluss des Ausbildungsjahres, rund 400 offene Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. „Und das sind nur die, von denen wir wissen“, gibt Nill zu bedenken. Denn nicht jedes Unternehmen meldet die offenen Stellen auch der Arbeitsagentur. Damit habe man aber immerhin 18 Prozent weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als noch im Vorjahr. Die offenen Stellen ziehen sich quer über alle Branchen hinweg. Dennoch: Es gebe keine Konkurrenz der Städte im Zollernalbkreis, betonen sowohl Albstadts Bürgermeister Steve Mall als auch der Wirtschaftsförderer der Stadt Balingen, Niko Skarlatoudis. Beide Stadtverwaltungen sind als potenzielle Arbeitgeber ebenfalls mit einem Dutzend verschiedener Berufsbilder beim Bildungsfestival vertreten.
Bundeswehr mit Großgerät
Als Zielgruppe hat man 15- bis 25-Jährige im Visier und bietet deshalb neben der ungewöhnlichen Location auch Aktionen wie Graffitis mit Streetart-Künstler Mad Matze an. Frische Pizza wird es auch geben, versichert Kulturfabrik-Inhaber Dominique Brandt. Er ist gerne mit im Boot, um bei den Jugendlichen die Begeisterung für die künftige Karriere zu wecken. Brandt ist überzeugt davon, dass der positive Bezug zur Location dies ermögliche. Außerdem will man auf die Wünsche der jungen Leute eingehen, bekräftigt Markus Nill. Seit etwa zehn Jahren steigt das Interesse an Jobmöglichkeiten beim Zoll oder der Polizei – und inzwischen auch bei der Bundeswehr. Also soll auch dieses Angebot gewährleistet sein. Zumal es hier unglaublich viele Berufsbilder, auch für Quereinsteiger, gebe und allein schon die Verwendung der modernen Technik begeistere.
Wenn man bedenkt, dass es in Deutschland inzwischen eine schier unglaubliche Zahl von rund 22.000 Studiengängen gibt, darf natürlich auch die örtliche Hochschule bei solch einem Bildungsfestival nicht fehlen. Im vergangenen Jahr konnte man beispielsweise mittels Gerätschaft und VR-Brille virtuell mit einem U-Boot in die Meeresunterwelt abtauchen. Mal sehen, mit welchen Mitteln die Hochschule Albstadt-Sigmaringen in diesem Jahr begeistern wird. Schließlich geht es ja bei diesem Format um eindrucksvolle Erlebnisse, sodass die Jugendlichen einen bleibenden Eindruck von den verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten erhalten. Mit großem Spaßfaktor.
Und sie sollen freiwillig kommen und nicht, weil es auf dem Stundenplan steht. Auf diese Weise erreichte man beim letzten Bildungsfestival immerhin 200 junge Leute. Und das in der Sommerzeit, in der vielen der Sinn nach anderem steht. Deshalb findet das diesjährige Angebot auch erst im November statt, sodass sich vielleicht noch mehr Jugendliche einfinden werden, hoffen die Veranstalter. „Neue Formate ziehen immer“, weiß Marcel Scheibe aus Erfahrung. Der Agenturleiter fügt an: „Bei Jugendlichen braucht man zwar einen längeren Atem, aber jeder Aufwand lohnt sich.“
50
potenzielle Arbeitgeber aus der Region werden beim Bildungsfestival in der Kulturfabrik Zollernalb am 20. November zwischen 17.30 und 19 Uhr vertreten sein. Mit plastischen Beispielen, Mitmachangeboten und eindrücklichen Vorführungen.

