Albstadt-Challenge in Albstadt: Erfolg für den FC Pfeffingen: Mats Herl legt Rekordzeit zurück
So schnell war bisher noch kein Teilnehmer. Selbst nach den Strapazen der anspruchsvollen Strecke rund um Albstadt war dem 30-jährigen Haigerlocher Mats Herl nicht anzumerken, dass er zuvor 57 Kilometer und 1500 Höhenmeter überwunden hatte. „Die Strecke war gut zu laufen, besser als ich nach dem ergiebigen Regen gedacht hatte“, meint Herl.
Achte Auflage der Albstadt Challenge
Was am Samstag auffiel war, dass die Spitzengruppe weit auseinander lag. Was die Leistung von Mats Herl unterstrich. Kam er 2021 als Zweiter bereits 60 Sekunden nach dem Sieg von Benjamin Feist ins Ziel, so musste er diesmal 18 Minuten auf seinen Kontrahenten warten. Feist legte die Strecke in fünf Stunden und 50 Minuten zurück, als Dritter kam der Balinger Pascal Brobeil, der 2019 die Challenge gewonnen hatte, nach sechs Stunden und neun Minuten auf dem Pfeffinger Sportgelände an.
Schnellste Frau war am Samstag Stephanie Dehner aus Bisingen, die bereits nach sieben Stunden und 25 Minuten die Strecke absolviert hatte. Nicht unerwähnt sollte der jüngste Teilnehmer bleiben. Es war wie im Vorjahr Silas Kitzinger; der Zehnjährige aus Zillhausen lief mit seinem Vater die gesamte Strecke in 13 Stunden und 33 Minuten und war eine halbe Stunde schneller als 2022.
Klein aber rührig
Der Förderverein des FC Pfeffingen ist ein kleiner, aber seit vielen Jahren äußerst rühriger Verein. Auch heuer konnte das Team um Gerd Bitzer wieder auf rund 40 Helfer bauen. Dem Ausrichter lagen 413 (Vorjahr: 338) Anmeldungen für die Challenge vor. Das Unwetter vom Donnerstag und die Prognosen für Samstag hielten den einen oder anderen vom Start ab.
Bevor die Challenge losging, konnte man sich mit Hefezopf und Kaffee stärken. Mit dem Startschuss frühmorgens um sechs Uhr schickte Ortsvorsteher Roland Merz das Hauptfeld bei Dunkelheit auf die Strecke. Bis sieben Uhr waren 358 Teilnehmer unterwegs. Schon vor dem Start informierte Jochen Eisele die Teilnehmer, dass der Weg zum Zellerhorn wegen vieler umgestürzten Bäume durch den Gewittersturm gesperrt wurde und die Strecke deshalb statt 60 nur noch 57 Kilometer lang war. Diese wurde am Freitag durch Eric Barbu und Jannick Wissmann gekennzeichnet. „Unsere Challenge ist ein Naturevent, dazu gehören auch umgestürzte Bäume“, so Eisele.
Bereits um 6.20 Uhr kam Mats Herl noch im Nebel joggend auf dem Böllat an und setzte seinen Lauf beeindruckend bis ins Ziel fort. Bis halb zwei Uhr waren die Bedingungen bei Temperaturen um 18 Grad geradezu ideal. Dann setzte Regen ein. Trotzdem war die Bilanz der Natursportler beeindruckend, denn 296 der 358 Starter kamen vor Einbruch der Dunkelheit ins Ziel. Dort gab es Urkunden, das beliebte Finisher-Shirt und Spätzle. An den vier Verpflegungsstellen, wo jeweils das DRK präsent war – an der Lautlinger Festhalle, am Waldheim Ebingen, am Schützenhaus Tailfingen und am Skihaus Ruchtal in Onstmettingen – meldeten sich die Läufer mit ihrem QR-Code, bevor sie gestärkt weiterliefen.
Neulinge und Wiederkehrer
In Lautlingen wurden dann auch erste Stimmen eingefangen: „Ich war 2022 zum ersten Mal dabei, es hat gleich Spaß gemacht, deshalb bin ich wieder dabei“, sagte Kevin Olomu aus dem schweizerischen Winterthur. Simon Wagegg aus Tailfingen nannte sich einen Wiederholungstäter: „Ich möchte die Strecke schneller als in den neuneinhalb Stunden aus dem Vorjahr schaffen.“ Annette Schober aus Laufen, die sich schnell noch mit einer Melone stärkte, meinte: „Seit 2015 bin ich dabei, Sport ist mein Leben, die Veranstaltung ist toll, solche Leute muss man einfach unterstützen“.
Benjamin Ehrlich aus Ebingen, der zum siebten Mal wegen der sportlichen Herausforderungen dabei war, brach eine Lanze für den Pfeffinger Förderverein: „Ich bin selbst ehrenamtlich in einem Verein tätig, was diese Leute hier machen ist keine Selbstverständlichkeit, dafür gehört ihnen ein großes Lob.“
57
Kilometer statt der üblichen 60 waren zu bewältigen. Grund waren die vielen umgestürzten Bäume nach dem Sturm, weshalb ein Teil der ursprünglichen Strecke gesperrt war.


