Aktion in Meßstetten
: Faires Frühstück mit „Kakaoernte“

In Meßstetten lädt die Fairtrade-Steuerungsgruppe am 21. September auf den Marktplatz ein. Besucher erfahren dabei, dass Schokolade nicht gleich Schokolade ist.
Von
swp/axr
Meßstetten
Jetzt in der App anhören
Fairtrade-Aktion in Meßstetten: Fairtrade-Aktion in Meßstetten

Im vergangenen Jahr konnten die Bürger beim „Fairen Frühstück“ ihren ökologischen Fußabdruck ermitteln. Auch dieses Jahr wird es eine Mitmachaktion geben. Das Thema: Kakaoernte.

Werner Lissy

Das Motto „Fair. Und kein Grad mehr!“ macht deutlich, worum es bei der 23. Auflage der „Fairen Woche“ geht: Die größte Aktionswoche des Fairen Handels nimmt vom 13. bis 27. September erneut die Klimakrise in den Fokus. In Meßstetten beteiligen sich neben der Fairtrade-Stadt Meßstetten auch der Weltladen und die Realschule an der Aktionswoche.

Wochenlange Hitze, Trockenheit und heftige Unwetter – auch in unseren Breiten sind die Folgen der Klimakrise immer deutlicher zu spüren, schreibt die Meßstetter Fairtrade-Steuerungsgruppe in ihrer Pressemitteilung. Zahlreiche Menschen in südlichen Ländern sind bereits in ihrer Existenz bedroht und müssen ihre Heimatregionen verlassen – und das, obwohl sie kaum etwas zur Klimakrise beigetragen haben. Im Rahmen der „Fairen Woche“ fordern Fairtrade-Städte, Weltläden, Schulen und viele weitere Akteure mehr Klimagerechtigkeit und zeigen, wie der Faire Handel schon heute dazu beiträgt.

Faires Frühstück

Die „Faire Woche“ wird veranstaltet vom Forum Fairer Handel e.V. in Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband e.V. und Fairtrade Deutschland e.V. – in diesem Jahr bereits zum 23. Mal. Die Veranstalter rechnen mit rund 2.000 Veranstaltungen bundesweit. Produkte aus Fairem Handel sind in 900 Weltläden, mehr als 40.000 Bioläden, Supermärkten, Discountern und Bäckereien sowie in über 20.000 Cafés und Restaurants erhältlich. Der Faire Handel schafft Perspektiven für rund 2,5 Millionen Kleinproduzierende und ihre Familien weltweit, heißt es weiter in der Mitteilung.

Auch in diesem Jahr veranstaltet die Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt Meßstetten eine Aktion anlässlich der „Fairen Woche“. Am Samstag, 21. September, lädt die Gruppe von 8 bis 12 Uhr auf den Meßstetter Marktplatz ein. Auf dem Programm steht unter anderem ein „Faires Frühstück“, bei dem Besucher fair gehandelte Produkte genießen können. Serviert werden Kaffee, Tee, Trinkschokolade, Fruchtaufstrich, Honig und vieles mehr, dazu Brötchen und Brezeln von ortsansässigen Bäckereien. Die Veranstalter laden Bürger zu einer kleinen Frühstücks-Auszeit ein.

Kakaobauern unterstützen

Bei der Mitmachaktion „Kakaoernte“ sind Kinder gefragt. Sie erfahren hierbei, wie schwierig das „Kakaoschotenschneiden“ mit schlechtem Werkzeug ist und sie können sich über die Arbeitsbedingungen der Kakaobauern und -bäuerinnen im globalen Süden informieren. Nach Abschluss der Mitmachaktion werden unter den teilnehmenden Kindern drei Gewinner ausgelost, auf die Preise aus dem Fairen Handel warten.

Laut Fairtrade Deutschland ist der Kakaoanbau für mehr als 5,5 Millionen Bauern die Haupteinnahmequelle. Der Lebensunterhalt von mehr als 14 Millionen Menschen hängt von der Pflanze ab. Doch die Kakaoproduktion ist alles andere als einfach und die Lage vieler Bauern ist ernst. Starke Preisschwankungen prägen den Kakaomarkt. Eine zunehmende Marktkonzentration schwächt zudem die Verhandlungsposition der Bauern. Die Folge: Ihr Einkommen reicht nicht mehr aus, um ihre Existenz zu sichern. Und auch der Klimawandel hinterlässt seine Spuren: Klimabedingte Ernteausfälle oder -rückgänge sind verheerend. Ein weiteres Problem ist Kinderarbeit, die vor allem in Westafrika verbreitet ist.  Durch Fairtrade-Kakaoprodukte soll den Bauern unter anderem ein stabiles Einkommen gewährleistet und Kinderarbeit verhindert werden.

10

Jahre – so lange ist Meßstetten bereits Fairtrade-Stadt. In diesem Jahr erfolgte die Rezertifizierung für weitere zwei Jahre. Im Rahmen des „HochAlbFests“, das Ende Juli in der Heuberg-Metropole gefeiert wurde, überreichte Elke Beuttler, Leiterin der Fairtrade-Steuerungsgruppe, die Urkunde an Bürgermeister Frank Schroft.